Vietnam: Reise in das Land der Farben, des Lichts und der freundlichen Menschen

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Titelbild Vietnam - Bild copyright Ludwig Neudorfer

Kulturreise nach Vietnam im April 2017

Am 07.04.2017 besteige ich mit meiner Frau Elke das Flugzeug am Frankfurter Flughafen. Nach einem Zwischenstopp in Moskau bringt uns ein Aeroflot-Airbus an unser Ziel in Hanoi, wo wir von einem Vertreter der Reisegesellschaft in das Hotel Muong Thanh* gebracht werden. Eine Reise in ein farbenfrohes Land voller – auch sozialer – Gegensätze mit ausgesprochen freundlichen Menschen erwartet uns. Als Einstimmung auf die Reise haben wir das im Unionsverlag herausgegebene und sehr empfehlenswerte Buch „Vietnam fürs Handgepäck“ (Link unten) mit uns, nach dessen Lektüre wir den Eindruck hatten, dass uns die Vietnamesen nicht mehr ganz so fremd sind.

In den knapp zwei Wochen bereisen wir ein faszinierendes Land mit einer für uns etwas verwirrenden politischen Ordnung, die auf der einen Seite sozialistische Strukturen verordnet, auf der anderen Seite aber wirtschaftliche Liberalität zulässt. Wer in den 60-er und 70-er Jahren die Weltpolitik verfolgt hat, wird sich daran erinnern, dass bis 1975 ein grausamer Krieg in Vietnam wütete. Der Krieg endete damit, dass Vietnam wiedervereinigt wurde. Dem Krieg fielen ca. 3 Millionen Zivilisten zum Opfer. Die Folgen v.a. durch den Abwurf von Napalm-Bomben sind teilweise noch heute bemerkbar, immer noch kommen missgebildete Kinder auf die Welt, weite Landstriche bleiben auf Dauer verödet.

Soweit ein kleiner Einblick in die jüngere Geschichte des Landes. Nun aber wieder zurück zu der Rundreise.

Vietnam: Der Norden

Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir Gelegenheit, erste Eindrücke aus der Hauptstadt Vietnams zu sammeln. Für Touristen ist eine praktische Form der Fortbewegung die Fahrt in einer Rikscha.

Elke genießt ganz offensichtlich die luftige Fahrt durch die Stadt.

Sobald der Neuankömmling in die Nähe einer Hauptverkehrsstraße von Hanoi kommt, wird er von dem Anblick vieler Tausender Mopeds „erschlagen“. Die kleinen, flinken Transportmittel sind für das Einkommen eines Vietnamesen erschwinglich und bieten die Möglichkeit, ohne umständliche Rücksichtnahme auf Verkehrsregeln schnell ans Ziel zu kommen.

Das Wasserpuppentheater

Während unseres Aufenthalts in Hanoi haben wir Gelegenheit, eine Aufführung des Wasserpuppentheaters zu besuchen. Das Wasserpuppenspiel soll über 1.000 Jahre alt sein. Angeblich soll diese Kunstform aus der Not heraus geboren sein: Eine Puppenspielertruppe geriet in einen Regen, der alles überflutete. Das Ensemble wollte sein Stück dennoch aufführen, stellte sich in das Wasser und präsentierte sich dem Publikum.

Für den des Vietnamesischen nicht mächtigen Ausländer eine schöne Möglichkeit, sich mit der vietnamesischen Kultur etwas vertrauter zu machen, ohne dass er die Sprache beherrschen muss.

Die Ha Long-Bucht

Wer jemals einen Filmbericht über Vietnam gesehen hat, wird dabei mit hundertprozentiger Sicherheit die Ha Long-Bucht entdeckt haben. Unesco-Weltkulturerbe und einmaliges Naturerlebnis, dessen Faszination auch wir uns nicht entziehen können.

Auch während eines nur kurzen Besuchs in Vietnam können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass in dem Land viele Legenden von Generation zu Generation weitergegeben werden, die die Naturschauspiele erklären sollen wie z.B. anhand der Ha Long-Bucht: Die aus dem Wasser ragenden Felsen sollen an den Kampf einer Drachenmutter gegen ein Ungeheuer erinnern, das sie zur Verteidigung ihrer Kinder mit Steinen und Felsbrocken beworfen hatte. Die heutigen Felsen im Wasser sollen die Wurfgeschosse der Drachenmutter darstellen.

Wir haben die Gelegenheit, die in der Bucht gelegene Dau Go-Höhle mit ihrem prächtigen Farbenspiel zu besichtigen. Außerdem besuchen wir eine Perlenfarm und eine Keramikwerkstatt.

Vietnam: Das Zentrum des Landes

Mit einem Inlandsflug führt uns die Reise weiter nach Da Nang in Zentralvietnam, einer Großstadt, die bis 1975 eine der wichtigsten US-Militärstützpunkte in Südvietnam darstellte.

Südlich von Da Nang befinden sich die Marmorberge. In zahlreichen Höhlen und Grotten finden sich buddhistische und hinduistische Figuren.

Hoi-An

(auf deutsch: friedvoller Versammlungsort), an der Mündung des Flusses Sông Thu Bon und ebenfalls in Zentralvietnam gelegen, war einst der größte Hafen Südostasiens. Nachdem der Hafen zusehends versandete, verlor die Stadt mehr und mehr an Bedeutung. Heute ist die Stadt vor allem wegen ihrer sehr gut erhaltenen Altstadt berühmt, die im Jahre 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben wurde.

Berühmt ist Hoi-An auch aufgrund der Seidenverarbeitung und der zahlreichen Schneidereiwerkstätten.

Hue

war von 1802 bis 1945 vietnamesische Hauptstadt. Trotz der Pracht, die die Kaiser der Nguyen-Dynastie noch bis zum Ende zur Schau trugen, waren sie zunehmend machtlos. Der Kaisertitel war in den letzten Jahrzehnten mit keinerlei Macht mehr ausgestattet. Vietnam war längst zur französischen Kolonie geworden.

Die Zitadelle mit einem Kaiserpalast, der nach dem Vorbild der verbotenen Stadt in Peking im 19. Jahrhundert errichtet wurde, sollte noch einmal die Macht des vietnamesischen Kaisers deutlich machen, die längst nicht mehr existierte.

Vietnam: Der Süden

Der letzte Teil unserer Reise führt uns nach einem Inlandsflug von Hue aus in den Süden, und zwar in das wirtschaftliche Zentrum des Landes Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon). Während Hanoi das administrative Zentrum des Landes ist, wird das Land wirtschaftlich durch den Süden, v.a. Ho-Chi-Minh-Stadt, beflügelt. Ho-Chi-Minh hat nicht nur der Stadt den Namen gegeben, sondern ist allgegenwärtig.

Wir tauchen etwas in den Lebensrhythmus der Metropole ein und beobachten, wie ganz anders das Leben abläuft als viele tausend Kilometer weiter westlich. Begeistert sind wir von der nahezu halsbrecherischen Art der Müllentsorgung.

Ho-Chi-Minh-Pfad

Ein wenig können wir nachempfinden, wie es ist, unter der Erde zu vegetieren, während von oben die Bomben auf uns abgeworfen werden. Was aber für uns Touristen ein Spiel ist, war für die Menschen in Vietnam vor 50 Jahren grausamer Ernst.

 Ho-Chi-Minh-Pfad- Bild copyright Ludwig Neudorfer

Ho-Chi-Minh-Pfad- Bild Ludwig Neudorfer

Schwimmende Märkte

Eine besondere Attraktion ist die Bootsfahrt auf dem Mekong, auf dem wir zahlreichen Schiffen begegnen, von denen aus die Waren angeboten werden.

Zwischendurch machen wir eine Pause, bei der wir Gelegenheit haben, uns mit der örtlichen Fauna vertraut zu machen. Elke, meine Frau und Reisegefährtin, fremdelt offensichtlich noch mit manchen Tieren, die ihr in den Arm gelegt werden 

Zwischendurch machen wir eine Pause, bei der wir Gelegenheit haben, uns mit der örtlichen Fauna vertraut zu machen. Elke fremdelt offensichtlich noch mit manchen Tieren, die ihr in den Arm gelegt werden

Irgendwann ist die schönste Reise zu Ende. Am 24.04. verlassen wir das Hotel Bay in Ho-Chi-Minh-Stadt* und treten die Rückreise nach Moskau an.

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Kambodscha: Tempel über Tempel

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Reiseliteratur

Vietnam fürs Handgepäck: Geschichten und Berichte – Ein Kulturkompass (Bücher fürs Handgepäck)*

 

Alle Fotos copyright Ludwig Neudorfer.

 

 
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