Serbien: craft beer, Grenzgänge an der Donau und römische Überraschungen

Festung Golubac, Serbien

Nach craft beer-Probe ans Eiserne Tor (Festung Golubac) und in die Römerstadt Viminacium

Komm mit nach Serbien! Dieser Reisebericht nimmt Dich mit auf eine Pressereise nach BelgradNovi Sad und in eine mit generösen Mitteln der EU restaurierte Festung an die rumänische Grenze. Bierprobe in einer Craft-Bier-Brauerei eingeschlossen. Wie üblich findest Du auch hier ein paar Bilder, die Dich immer wieder an den Kühlschrank treiben. Am besten also, Du bist magentechnisch schon gesättigt, damit Du diesen Reisebericht an einem Stück genießen kannst. Im ersten Teil der Reise nach Serbien 2019 besuchten wir Belgrad und die Vojvodina mit der Hauptstadt Novi Sad.

Nun geht wieder zurück Richtung Belgrad – und darüber hinaus! Ziemlich ausgehungert kommen wir nach einer Fahrt über immer kleinere Straßen in immer ländlichere Gegenden mitten auf der grünen Wiese in der

Craft Bier – Bauerei „Kabinet“

an, wo nicht nur Bierverkostung, sondern auch eine fantastische Auswahl an Speisen, korrespondierend zu den gereichten Bieren, angeboten werden.

Diese Brauerei würdest Du nur als guter Pfadfinder finden. Ohne Witz: Selbst unser einheimischer Busfahrer musste mehrmals halten und nachfragen. Nachdem ReiseFreak’s ReiseMagazin und ReiseBlog nicht nur Magensäfte produzieren kann, sondern auch hilfreich sein will, kannst Du Dir jetzt schon diesen Punkt auf Deiner Landkarte einmerken, damit Du auch sicher hinfindest:

Kabinet Brauerei bei Google Maps

 

Kabinet-Biere sind laut Vermarktung der Brauerei hier,

„… um Ihre Sinne und Erinnerungen zu überraschen, zu erfrischen und zu wecken. Als erste Brauerei auf der grünen Wiese auf dem Balkan wollen wir Revolutionäre in Serbien sein. So waren wir mutig genug, in mehr als 4 Jahren mehr als 80 Biere herzustellen, einige sind mit Kräutern, andere mit Gewürzen gebraut oder sind biologisch und im Fass gereift. Da jedes Bier seinen eigenen Charakter hat, wird jedes unserer Labels von einem anderen Künstler gestaltet. Bier ist Essen und als solches eine unendliche Inspiration.“

 

Durch eine Schiebetür der riesigen Glasfront des Verköstigungsraumes haben wir Zutritt auf den Balkon und einen fantastischen Blick nach Süden

Pappsatt, aber nur mäßig alkoholselig, sinken wir in unsere Sitze im Bus und kommen nach längerer Fahrt am „Silbersee“ an:

Am

Srebrno Jezero (Silbersee)

den wir gegen Abend erreichen, checken wir ins Silver Lake Resort ein. Unser Hotel heißt

DanubiaPark Garni Hotel

Infos unten unter „Links“.

Nur 150 Meter sind es zu einem vom Hauptfluss abgeschlossenen Nebenarm der Donau, wo Du Deine Lust am Streckenschwimmen austoben kannst. Wenige Meter weiter erreichen wir den gemächlich dahinfließenden großen europäischen Fluss, der an dieser Stelle etwas breiter wird. Am gegenüber liegenden Ufer sind einige Gebäude zu erkennen, die bereits in Rumänien liegen.

Das DanubiaPark Garni Hotel ist ein einfaches 3 Sterne Hotel ohne Schwimmbad. Ein Behindertenzimmer steht zur Verfügung. Mein (Normal-) Zimmer liegt nicht ebenerdig und zeichnet sich durch eine rutschige Dusche aus. Und nein, es gibt auch keine Anti-Rutsch-Matte. Es wird ein einfaches Frühstück vom Buffet angeboten.

Sport: Du kannst den Gewässern (Donau und Silbersee) entlang wandern oder joggen. Wenn Du nicht im Silbersee schwimmen willst, kannst Du auch in einem naheliegenden Spaßbad (vom Hotel fußläufig erreichbar) Deine Bahnen ziehen.

Zum Abendessen in einem naheliegenden

Restaurant Sidro

am Silbersee fehlt den meisten von uns die Motivation, denn wir sind noch randvoll von der Bierverkostung-cum-late-lunch in der Craft-Beer-Brauerei Kabinet.

 

Frühmorgens vor dem Frühstück noch ein letzter Spaziergang zum Silbersee:

Das Spaßbad – zum Zeit des Besuchs noch nicht geöffnet

 

Heute steht die

Festung Golubac

auf dem Programm. Der Name wird mit Taubenstadt oder Taubenburg übersetzt. Direkt am Ufer der Donau stehen die mit Mitteln der EU restaurierten Bauten der Festung, die aus einer Unter- und einer Oberburg besteht.

8 Türme, zwischen 20 und 30 Meter hoch, lassen die Burg ein fabelhaftes Fotomotiv für Touristen sein. Ein Besucherzentrum mit Verköstigungsgelegenheit fangen den ersten Besucherstrom ab, dann geht es – entweder in einer geführten Tour oder ohne Begleitung – in einige modern eingerichtete Räume in der Burg, wo Ausstellungen stattfinden und Terminals stehen, die Näheres zur Geschichte und zum Aufbau der Burg gut aufbereitet darstellen. Die Rundgänge auf den Mauern der Burg sind nach Schwierigkeitsgraden eingeteilt. 1335 erstmals erwähnt, steht die Burg an der Stelle einer römischen Siedlung. Die Römer werden uns auch in einem der folgenden Streckenabschnitte begegnen.

Mehr zu Golubac unter „Links“.

 

Hier sind früher Autos durch die Burg gerumpelt.

Jetzt nicht mehr möglich: Mitten durch die Festung führte früher eine Straße, hier der Tunnel durch den Fels hinter der Burg.

Die Fahrt mit dem Boot auf der Donau wird gestrichen: Weil der Wind wohl zu stark die Wellen der Donau in Gang setzt, so dass der Kapitän des Bootes es für gegeben hält, uns lieber an Land zu lassen.

Stattdessen gibt es ausgiebiges

Mittagessen im Restaurant „Zlatna ribica“

 

Durch die

Römerstadt Viminacium

führt uns Archäologin Snežana Golubović. Bei prasselndem Regen stehen wir in den aufgebauten Großzelten, die die Ausgrabungen schützen.

Die Römerstadt befindet sich mitten in einem Braunkohletagebau, mit einem Kraftwerk, das die Braunkohle gleich verstromt. Dementsprechend stinkt es, wenn der Regen aufhört und der Wind Schwaden der schlecht gefilterten Abgase aus den Schloten zu uns treibt.

Wenn man hier an der Erde kratzt, findet man unweigerlich Geschichtliches. Zum Beispiel eine um die 60 Jahre alte Mammutdame, jedenfalls war sie so alt, als sie den Geist aufgab, sowie jede Menge aus der Römerzeit.

Römer? Was taten die Römer denn hier, in Ex-Jugoslawien? Du wirst staunen!

16 römische Kaiser wurden hier – was heute Serbien heißt – geboren, der bekannteste vielleicht  Konstantin der Große, der aus Nasius, dem heutigen Niš, weit im Süden des Landes, stammt. Der Mann hat wirklich Geschichte geschrieben:

Am wichtigsten womöglich 313, als er das Toleranzedikt von Mailand erlassen hat. Mit diesem hat er die Verfolgung des Christentums beendet. Gleichzeitig hat damit auch der Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion begonnen. Der Römer Konstantin aus Niš hat nicht nur von Trier aus regiert, sondern auch Konstantinopel, das heutige Istanbul, gegründet. Ein wahrer Vertreter des Europa ohne Grenzen – und das ohne Telefon, Internet und Twitter!

Viminacium war die Hauptstadt der Provinz Obermösien an der Via diagonalis. Wobei Hauptstadt genau das richtige Wort ist, denn hier lebten (und starben, denn bisher wurden mehr als 14.000 Gräber gefunden) zehntausende von Menschen. Als „Kolonie römischer Bürger“ erhielt Viminacium 239 sogar das Recht, lokale Münzen zu prägen. Mehr von und aus Viminacium unter „Links“.

 

Über das Braunkohle-Tagebau-Gebiet ergießt sich ein von uns nicht bestellter Regen in Form eines veritablen Gewitters.

Lockere Sitten: Mosaik aus den Thermen, wo der Römer noch Römer sein durfte. Gemäß dem althergebrachten, jedoch nicht von den Römern stammenden Spruch „Wein, Weib und Gesang„.

 

Zurück in

Belgrad

checken wir ins

Hotel „Mark“

ein. Nicht nur ist der Weg von Straße bis zum Zimmer behindertengerecht, sondern der Zimmerservice schafft es auch, eine „Anti-Rutsch-Matte“ zu organisieren, damit einem Unfall in der Dusche (für Gehbehinderte wie mich hochwichtig) vorgebeugt wird. Danke dafür!

 

Laut rumpelnd fährt die Vintage-Straßenbahn vorm Fenster des Zimmers vorbei, gut hörbar wegen mangelnder Lärmdämmung meines Zimmers. Auf dieser Linie fahren auch neuere Straßenbahnen, die wesentlich weniger Lärm machen.

 

Ein paar Meter vom Hotel entfernt befindet sich das Restaurant „Epigenia“, das einen großzügigen Gastgarten vorweisen kann. Dafür kommt es in der Belieferung mit Speisen beim Ein – oder Anderen zu Misstimmungen, die zu einer Empfehlung gerade dieses Restaurants erst nach einem erneuten Besuch (vielleicht) geraten erscheinen.

Fazit: Lage gut, Bedienung (zur Zeit des Besuchs) verbesserungswürdig.

Und schon geht’s wieder nach Hause. Flug nach München, S-Bahn, Bahn, Donautalbahn.

Luftbild Belgrad mit Sava und Donau

Luftbild Belgrad mit Sava und Donau

Donau-Überquerung bei Begeč, 20 km westlich Novi Sad, Google plus code 6JF3+8F Begeč, Serbien

 

Wichtige und weiterführende Links

Kabinet Brewery
11., Despota Stefana Lazarevića, Nemenikuće, Sopot 11450, Serbien

Festung Golubac

Revitalisierung der Festung Golubac | FCP

Römerstadt Viminacium

Viminacium, homepage

Serbien-Landkarte (PDF-Datei)

Restaurant Mali Vrabac | Info & Reservierung +381 69 187 22 52

Hotel Metropol Palace (bei hotels.com*)

MARK Hotel, Belgrad (bei hotels.com*)

DanubiaPark Garni Hotel (bei tripadvisor*)

Hotel Novi Sad (bei hotels.com*)

Fruška Gora – Wikipedia

Mehr ReiseBerichte aus Serbien hier:

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Serbien: Aphrodisierender Käse statt Bootsfahrt auf der Donau

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Serbien: Unterwegs im wilden Süden. Ursprüngliche Natur

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Danke an die Berliner Agentur mascontour (Reisebegleitung Emilie Bitz) und die Nationale Tourismusorganisation Serbien“ NTOS, die die Kosten für die Reise übernommen haben.

 

 
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