Japan: Zwischen Nachhaltigkeit und Kultur – die Färbetechniken von Okinawa

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Die jahrhundertealten Traditionen und die Fortführung traditioneller Färbemethoden sind auch im Jahr 2023 noch zentraler Bestandteil der Kultur Okinawas und symbolisieren die Hingabe der Inselpräfektur an das kulturelle Erbe. Von der komplexen Kunst der Shuri-Textilien bis hin zu den fesselnden Bingata-Mustern und den faszinierenden Farbtönen der Indigofärberei ist Okinawa eine Schatztruhe der Textiltraditionen. Dabei sticht besonders eine dieser altehrwürdigen Techniken hervor: Multicolor-Färben mit Korallenfossilien. Diese einzigartige Kombination von Kunst und Natur zeigt die starke Verbundenheit Okinawas mit seiner Umwelt. In zahlreichen kulturellen Einrichtungen und Museen haben Besucher die Möglichkeit das kulturelle Erbe Okinawas hautnah mitzuerleben. 

 

Shuri-Textilmuseum Suikara   

Die Burgstadt Shuri liegt auf einem Hügel mit Blick auf das Ostchinesische Meer und den Pazifischen Ozean. Sie ist von üppiger Natur umgeben und verfügt außerdem über zahlreiche Färbereien und Webereien. Besucher können im Shuri-Textilmuseum Suikara zahlreiche Techniken kennenlernen.

Shuri-Textilien werden mithilfe traditioneller Web- und Färbetechniken aus Shuri hergestellt. Sie haben eine große kulturelle und historische Bedeutung. Erfahrene Kunsthandwerker weben Seidenfäden zu feinen Stoffen. Lebendige Farben wie Rot, Blau und Gelb werden aus natürlichen, pflanzlichen Farbstoffen wie Indigo und Kurkuma gewonnen. Traditionelle, von der Natur inspirierte Motive wie Blumen und Vögel werden aufwendig gewebt oder durch Stickereien angebracht. Shuri-Textilien waren in der Vergangenheit dem königlichen Hof des Ryukyu-Königreichs vorbehalten, der daraus formelle Gewänder und zeremonielle Kleidung herstellte. Heute sind sie ein geschätztes Symbol des okinawanischen Erbes, das von geschickten Kunsthandwerkern bewahrt wird, die Kleidung, Accessoires und Dekorationsartikel herstellen.

 

Bingata 

Bingata ist eine hochgeschätzte traditionelle Färbetechnik Die leuchtenden Farben und komplizierten Muster spiegeln den Namen wider, der im okinawanischen Dialekt „rotes Muster“ bedeutet. Beeinflusst von südostasiatischen und chinesischen Techniken, entwickelte sich Bingata zu einer eigenständigen Kunstform. Erfahrene Kunsthandwerker zeichnen oder schablonieren die Muster mithilfe von Resistpaste akribisch auf Seiden- oder Baumwollstoffe. Natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen, Mineralien und Muscheln gewonnen werden, sorgen dabei für die kräftigen Farben. Die Designs stellen oft Blumen, Tiere und geometrische Muster dar. Über Generationen hinweg haben sich Kunsthandwerker und Werkstätten auf die Herstellung von Bingata-Textilien spezialisiert. Kulturinteressierte können in diese Tradition eintauchen und in Museen, Galerien und Kunsthandwerkszentren unter Anleitung sogar ihr eigenes Kunstwerk schaffen.

Weitere Informationen über Shuri-Textilien sowie über Bingata-Workshops finden Sie unter: https://suikara.ryukyu/

 

Indigofärbung 

Die traditionelle okinawanische Kunst des Indigofärbens basiert auf dem gleichnamigen Farbstoff, der aus Indigopflanzen gewonnen wird. Durch die Fermentierung wird die unverwechselbare, leuchtend blaue Farbe erzeugt. Die Stoffe werden in den Farbstoff getaucht und vertiefen beim Trocknen an der Luft ihre Farbe allmählich. Diese Technik wird häufig für traditionelle Kleidungsstücke verwendet, aber auch für Dekoartikel und Accessoires. Die Erhaltung und Förderung der Indigofärbung werden von Okinawas Handwerkern und Werkstätten fortgesetzt. Besucher können sich in Okinawas Handwerkszentren und Museen darüber informieren und die Schönheit der mit Indigo gefärbten Textilien erleben. Eines dieser Zentren ist Aikaze, das werktags Programme für Teilnehmer anbietet, die sich für verschiedene Färbetechniken interessieren. Es werden drei Programme angeboten, bei denen Schals, Taschen oder Tücher selbst gefärbt werden können.

Das Zentrum ist von 12 bis 16 Uhr geöffnet, dienstags und mittwochs geschlossen. Reservierungen müssen mindestens einen Tag im Voraus telefonisch oder über Instagram oder Facebook bei Aikaze vorgenommen werden.

Mehr erfahren: https://www.aikaze.okinawa/

Multicolor-Färbung mit Korallenfossilien 

Die lebenden Korallenriffe spielen eine wichtige Rolle beim Küstenschutz und bieten einen blühenden Lebensraum für eine Vielzahl von Meereslebewesen, was sie zu einem Highlight für Schnorchler und Taucher macht. Darüber hinaus dient der einzigartige Ryukyu-Kalkstein, der aus versteinerten Korallenriffen entstanden ist, seit Generationen als vielseitiges Baumaterial, das Treppen, Gehwege und Steinmauern ziert.

Versteinerte Korallen spielen in der okinawanischen Kultur eine wichtige Rolle und werden seit jeher als traditionelle Glücksbringer geschätzt. Daher ist die Koralle nach wie vor ein fester Bestandteil der Identität der Insel und bietet besondere Färbeerfahrungen für Besucher.

Die 1973 gegründete Färberei Shuri Ryusen ermöglicht ein außergewöhnliches und authentisches Eintauchen in die okinawanische Kultur. Es werden praktische Färbeworkshops und Werksbesichtigungen angeboten, während kontinuierlich innovative Produkte mit der einzigartigen Korallenfärbetechnik entwickelt werden.

Im Rahmen ihres Engagements für ökologische Nachhaltigkeit verwendet Shuri Ryusen spezielle Inhaltsstoffe in ihren Färbemitteln, die den Ölgehalt effektiv abbauen und verhindern, dass giftige Abwässer die Umwelt belasten. Darüber hinaus erfahren Besucher von den sachkundigen Mitarbeitern von Shuri Ryusen mehr über die ökologische Bedeutung und die Zerbrechlichkeit der Unterwasser-Ökosysteme Okinawas.

Mehr erfahren: https://visitokinawajapan.com/travel-inspiration/multicolor-dyeing-coral-fossils/

 

Über die Destination Okinawa 

Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans. Verteilt auf rund 160 Inseln leben 1,4 Millionen Einwohner. Das subtropische Okinawa liegt nahezu auf demselben Breitengrad wie Hawaii, Miami und Cancun. Mit diesen weltberühmten Destinationen teilt sich die Präfektur daher das Klima, das selbst im Winter angenehm warm ist. Die Luft-Durchschnittstemperatur beträgt rund 23 °C und die mittlere Meerestemperatur sogar 25 °C. Dank drei internationaler Flughäfen kann Okinawa bspw. von Frankfurt über Tokio direkt erreicht werden. Zwischen der Hauptinsel Okinawa und den umliegenden kleineren Inseln sind zusätzlich zahlreiche Fähr- und Flugverbindungen für das Inselhopping eingerichtet.

Okinawa entwickelte eine eigenständige Kultur, die besonders durch handwerkliche Erzeugnisse (z. B. Töpferwaren, Lackarbeiten), einer vielfältigen Regionalküche und von dort stammenden Kampfkunstsportarten, wie etwa Karate oder Kobudo, geprägt ist. Seit dem Jahr 2000 zählen zudem neun historische Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Als Insel des Gesangs und des Tanzes bekannt, wird in Okinawa bis heute auch das immaterielle Kulturerbe gepflegt. Als Beispiel dient der Ryukyu-Tanz, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.

Okinawa liegt in den Subtropen und ist geprägt von unberührter, ursprünglicher Natur- und Artenvielfalt bei ganzjährig mildem Klima. Die Unterwasserwelt der Präfektur zählt zu den farbenprächtigsten der ganzen Welt. Über 250 verschiedene Korallenarten lassen sich an den tausenden Korallenbänken und -riffen vor den verschiedenen Inseln Okinawas ausmachen. Der Anblick bunter Korallen, unterschiedlichster Tropenfische und Schildkrötenarten ist ein unvergessliches Highlight für jeden Tauch- oder Schnorchelbegeisterten. Nicht ohne Grund zählt die Inselgruppe zu den beliebtesten Reisezielen für Taucher aus aller Welt.

Weitere Informationen unter: https://www.visitokinawa.jp/?lang=de und https://www.ocvb.or.jp/foreign/en

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