Dubrovnik: Overtourism statt Postkartenidylle
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Dubrovnik: Zwischen Postkartenidylle und Touristen-Kollaps
Wenn du durch Dubrovnik läufst, verstehst du sofort, warum diese historische Stadt auf so vielen Wunschlisten steht. Die massiven Mauern, das glitzernde Mittelmeer, die verwinkelten Gassen und die beeindruckenden Fassaden – das alles ist von einer Schönheit, die fast schon unverschämt wirkt. Genau deshalb ist Dubrovnik aber auch zum Musterbeispiel dafür geworden, was passiert, wenn ein Ort zu gut verkauft wird.
Damals mit dem Wohnmobil, heute mit teurem Ticket
1985 war ich auf einer Wohnmobilreise durch das damalige Jugoslawien und habe Dubrovnik zum ersten Mal kennengelernt. Die Stadt war schon damals extrem beeindruckend, keine Frage. Aber es war eben noch eine normale, gewachsene Stadt und kein global vermarktetes Freilichtmuseum. Soweit ich mich erinnere, war der Gang auf der monumentalen Stadtmauer damals sogar völlig kostenlos. Heute zahlst du dafür ein kleines Vermögen* – zu den Kosten für die Stadtmauertour kommen noch 40€ für den Eintritt auf die Stadtmauer dazu. Allein diese rasante Preisentwicklung erzählt eigentlich schon die ganze Geschichte über den Wandel des Reisens an der Adria.
Overtourism und die Kreuzfahrt als Taktgeber
Dubrovnik ist längst nicht mehr nur ein einfaches Reiseziel, sondern das absolute Paradebeispiel für Overtourism geworden. Vor allem an Tagen, an denen die riesigen Kreuzfahrtschiffe ihre Passagiere ausspucken, kippt die Stimmung schnell vom gemütlichen Altstadtbummel zur ungemütlichen Völkerwanderung. Die schiere Masse an täglichen Besuchern ist wirtschaftlich für die Region natürlich lukrativ, atmosphärisch für dich als individuellen Reisenden aber oft grenzwertig.
Wenn die eigene Stadt unbezahlbar wird
Das eigentliche Problem ist nicht, dass viele Menschen diese Traumkulisse sehen wollen.
Die wahre Tragik liegt darin, dass die Stadt unter der Last ihres eigenen Erfolgs ächzt und die Einheimischen schrittweise verdrängt werden.
Wo früher ganz normaler Alltag herrschte, ist heute oft nur noch Kulisse für Urlaubsfotos. In der Altstadt lebt nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Bevölkerung. Das verwundert kaum, wenn die Immobilienpreise mittlerweile astronomische Höhen erreicht haben. Das authentische Leben, das eine historische Stadt eigentlich ausmacht, verschwindet Stück für Stück und macht Souvenirshops und teuren Restaurants Platz.
Schön bis zum Kollaps?
Natürlich profitiert Dubrovnik finanziell enorm vom Tourismus, und die Einnahmen fließen auch in die aufwendige Instandhaltung der jahrhundertealten Verteidigungsanlagen. Aber zwischen notwendiger Finanzierung und touristischer Überdrehung liegt ein schmaler Grat. Dubrovnik bleibt großartig, daran ändert auch der enorme Besucheransturm nichts. Wenn du heute dorthin fährst, erlebst du noch immer eine unvergleichliche Traumstadt. Du bist aber gleichzeitig Zeuge davon, was passiert, wenn Renditedruck und Overtourism stärker werden als das Leben der Menschen, die dort eigentlich zu Hause sind.
Foto von Ivan Ivankovic auf Unsplash
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