25 Jahre MuseumsQuartier Wien: Ein Kulturareal feiert Geburtstag

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Ein dreitägiges Spektakel mit Lasershows, waghalsigen Tanzperformances, DJ-Beats und Pyrotechnik: So wurde das MuseumsQuartier Wien (MQ) Ende Juni 2001 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet – unter dem Motto „Barock Meets Cyberspace“. Was damals als kühnes Kulturprojekt begann, ist heute aus Wien nicht mehr wegzudenken. 2026 feiert das MQ seinen 25. Geburtstag.

Von den Hofstallungen zum Kulturzentrum

Die Geschichte des Areals reicht weit zurück. Im 18. Jahrhundert ließ Kaiser Karl VI. hier die kaiserlichen Hofstallungen errichten – nach Plänen des Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Gemeinsam mit der Hofburg und dem Kunst- und Naturhistorischen Museum sollte das Gelände einst Teil eines großen „Kaiserforums“ werden, das jedoch nie realisiert wurde.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 hatten die Stallungen ausgedient. Ab 1921 diente das weitläufige Areal als „Messepalast“ für kommerzielle Ausstellungen. Nachdem die Messe Wien in den 1980er-Jahren auszog, begann eine lange Diskussion über die Nachnutzung. Am Ende gewannen die Architekten Laurids und Manfred Ortner einen Wettbewerb für ein Kunst- und Kulturzentrum. Ihr Entwurf war ehrgeizig: ein Leseturm als kulturelles Wahrzeichen, moderne Museumsbauten und eine offene, urbane Struktur. Der geplante Bibliotheksturm scheiterte letztlich am Widerstand der Bevölkerung, doch das Gesamtprojekt wurde realisiert – und wurde ein Erfolg.

Eines der größten Kulturareale Europas

Mit 90.000 m² und über 50 kulturellen Institutionen zählt das MQ heute neben dem Centre Pompidou in Paris und der Berliner Museumsinsel zu den bedeutendsten Kunst- und Kulturarealen Europas. Bereits zur Eröffnung 2001 zog die Kunsthalle Wien in die ehemalige Winterreitschule ein. Im September desselben Jahres folgten das mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, das Leopold Museum, das Tanzquartier Wien sowie das ZOOM Kindermuseum.

Das Spektrum des MQ ist beeindruckend breit: Bildende Kunst, Architektur, Musik, Mode, Theater, Tanz, Literatur, Design und Fotografie finden hier ebenso ihren Platz wie Kinderkultur und niedrigschwellige Begegnungsräume. Die Innenhöfe mit Cafés, Schanigärten und Shops machen das MQ zu einer Oase mitten in der Stadt – einem Open-Air-Wohnzimmer, das jederzeit frei zugänglich ist.

Jubiläumsjahr unter dem Motto „Generation MQ“

Das Jubiläumsjahr 2026 feiert das MQ als lebendiges Kunstwerk und als Gemeinschaft von Menschen, die diesen Ort geprägt haben. Das Programm ist vielfältig:

  • Die Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ im MQ Freiraum läuft vom 30. Juni 2026 bis 25. Januar 2027 und blickt auf die Geschichte des Areals zurück.
  • Das Hof Kunst Fest am 2. Juli bietet Lesungen, Konzerte, Führungen und künstlerische Interventionen über das gesamte Areal – unter anderem mit den O-Tönen mit Dimitri Dinev & Band sowie einer Solo-Performance von Doris Uhlich.
  • Das Symposium „Museen gestalten Zukunft“ am 29. September bringt internationale und nationale Experten zusammen, um über die Rolle von Kunst und Wissenschaft, Zukunftsvisionen von Museen und gesellschaftliche Teilhabe zu diskutieren.
  • Von Ende Mai bis September bespielt die neue, begrünte Sommerbühne das Areal mit Konzerten und Events. Die Musikreihe MQ Tunes präsentiert ab 3. Juni junge österreichische Bands, das Literaturfestival O-Töne und das Filmfestival frame[o]ut ergänzen das Programm.

Sonderausstellungen in den Museen

Auch die großen Häuser im MQ beteiligen sich an den Feierlichkeiten. Im mumok eröffnet am 20. Juni die erste Ausstellung der neuen Direktorin Fatima Hellberg: Terminal Piece rückt eine gleichnamige Installation der US-Künstlerin, Aktivistin und Schriftstellerin Kate Millett aus dem Jahr 1972 in den Mittelpunkt. Die Schau erstreckt sich über fünf Stockwerke und stellt Sammlungswerke neu konzipierten Arbeiten gegenüber (bis 7. Februar 2027).

Das Leopold Museum widmet zum Jubiläum einer seiner Geburtshelferinnen eine Sonderschau: Die Ausstellung Premiere! zeigt eine Auswahl der Kunstsammlung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die 1994 einen entscheidenden finanziellen Beitrag zur Gründung der Leopold Museum Privatstiftung leistete. Zu sehen sind Werke österreichischer Malerei und Skulptur von 1918 bis heute (bis 11. Oktober).

Die Kunsthalle Wien präsentiert an ihren beiden Standorten MQ und Karlsplatz die Ausstellung Lebt und arbeitet in Wien. Contemporary Art from Vienna – die größte Überblicksschau zur Wiener Gegenwartskunst seit mehr als zehn Jahren. Über 130 Kunstwerke von 56 in Wien lebenden Künstlern aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, Performance, Ton und Film sind zu sehen (bis 26. Oktober 2026).

Die MQ Libelle – ein Gesamtkunstwerk auf dem Dach

Die erste große Erweiterung seit der Eröffnung erlebte das MQ im September 2020 mit der MQ Libelle. Die Kulturterrasse auf dem Dach des Leopold Museums bietet bei freiem Eintritt einen spektakulären Blick über das Kulturareal, die Innenstadt und bis zu den Wiener Hausbergen. Der geschwungene, vollverglaste Baukörper von Laurids Ortner wurde mit künstlerischen Interventionen von Brigitte Kowanz und Eva Schlegel als Gesamtkunstwerk gestaltet. Besonders stimmungsvoll: die ikonischen „Lichtkreise“ von Brigitte Kowanz im Terrassenbereich.

Work in Progress: Das MQ wächst weiter

Ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung ist das MQ fest in die Wiener Stadtlandschaft eingeschrieben – und längst nicht fertig. Künftig soll das Haus der Geschichte (hdgö) im MQ ein Zuhause finden. Der Neubau in nachhaltiger Holzbauweise ist für 2028 geplant. Bis 2030 will das MQ klimaneutral sein. Dazu trägt unter anderem die laufende Entsiegelung und Begrünung der Innenhöfe bei – was das Entspannen auf den berühmten MQ-Hofmöbeln, den sogenannten Enzis, noch angenehmer macht. Die ikonischen Sitzobjekte werden jedes Jahr in neuen Farben gestaltet; 2026 leuchten sie in Punschkrapferl-Rosa und Sodazitrongelb.

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