Mythos, Kunst und Rheinromantik: Auf den Spuren der Loreley

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Lesedauer: 13 Minuten

Rheinromantik 2.0: Künstlerisch auf den Spuren der Loreley

Wer kennt sie nicht, die Loreley-Interpretationen aus dem deutschen Liedgut. Sei es „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ des Darstellers an Fäden „Seelefant“ aus „Urmel aus dem Eis“ der Augsburger Puppenkiste (Link unten) oder „Lore leih mir dein Herz und sei lieb zu mir“, einem Gassenhauer aus dem Karneval.

Nüchterner betrachtet könnte man auch auf Herrn Friedrich Silcher verweisen, der 1824, 13 Jahre nach dem Entstehen des Gedichts von Heinrich Heine, das „Lied von der Loreley“ sehr erfolgreich unter die Leute brachte. Angefangen hatte es mit Clemens Brentano, der die Kunstsage „Loreley“ der Welt schenkte, deren Thema wohl schon seit langen Zeiten in ähnlicher Form hier vor Ort von Generation zu Generation weiter gegeben worden war.

 

Rheinromantik 2.0: Seit 2002 hat das Mittelrheintal mit der sagenumwobenen Loreley von der UNESCO den Titel „Welterbe“ verliehen bekommen. Genau heißt das „Welterbe Oberes Mittelrheintal„. Grund sei die Fülle an Kulturgütern und die Konzentration auf die über 2.000 Jahre Geschichte in diesem Flussabschnitt. Die mythenbeladene Kultur- und Naturlandschaft hat Dichter, Maler und Komponisten aus allen Teilen Europas begeistert und inspiriert. Und die Loreley mittendrin.

Wir sind angereist, um Näheres zum Thema

Loreley entdecken für Kreative: Mit Künstlern Kulturlandschaft erleben

zu recherchieren. Geschichte aus neuen Perspektiven erfahren, selbst am Entdecken arbeiten, Kunst und Künstlerisches unter der Anleitung von Profis erschaffen und dabei die Mythen der Loreley hautnah spüren: Mit ihren fünf Workshops unter dem Rahmenthema „Rheinromantik 2.0“ wagt die Loreley Touristik e.V. selbst einen kreativen Annäherungsversuch an ihr touristisches Leitthema, das dem oder der ein oder anderen potenziellen Besucher:in über die Jahre vielleicht etwas zu stereotyp geworden ist.

„Von Dramatik bis Melancholie – das Rheintal hat ein Maximum an Inspiration zu bieten, die wir für unsere Besucher:innen unbedingt erlebbar machen wollen“,

erklärt Mareike Buchmann, Geschäftsführerin Loreley Touristik e.V. In den Workshops können sich die Protagonisten dieser Inspiration mit allen Sinnen und mit den eigenen Händen nähern – unter anderem beim Skizzieren und Malen, Porzellanmalen, beim Arbeiten mit Ton und mit Papier. „Die Dozenten und Workshop-Leiter sind allesamt renommierte Künstler:innen aus der Region“, so Buchmann.

Luftaufnahme vom Kultur- und Landschaftspark Loreley. ©Loreley Touristik e.V.

 

Mythos Loreley in die Gegenwart transferieren

„Kaum ein anderer Ort in Deutschland hat es geschafft, sich als eigenständiges Phänomen in der europäischen Kulturgeschichte zu etablieren und zudem einer ganzen Kunstepoche seinen Namen – nämlich die „Rheinromantik“ – zu geben.“

Mit dem Projekt „Auf den Spuren der Loreley“ will die Loreley Touristik e.V. den Mythos Loreley als kulturelle Besonderheit des Mittelrheintals durch die Zusammenarbeit von Künstlern und Kunsthandwerkern gemeinsam mit Besuchern in die Gegenwart und Zukunft transferieren. Dabei vermitteln die Workshop-Leiter ihr Können und ihre Inspirationsquelle den Teilnehmern auf ganz unterschiedliche Weise und schaffen so eine neue emotionale Erfahrungsebene, die das „normale“ Sightseeing so nicht bietet.

Wer wagt, gewinnt: Kulturreise unter erschwerten Bedingungen

Nach unserer Tour mit dem PKW durch ganz Deutschland haben wir erst einmal genug vom Autofahren. Autobahnen an Werktagen erscheinen uns als nervig, und wenn dazu noch diverse Ferien anfangen oder aufhören, hat man zusätzlich Verstopfungen der Arterien der Republik zu erwarten. Also setzen wir auf die Bahn.

Wir verlassen die Wohnung in einer Kleinstadt an der Donau um 8 Uhr und erreichen nach über 7 Stunden den Eingang des Hotels Christian, unserer Bleibe für die nächsten Tage.

 

Der IC von Günzburg nach Frankfurt hat Verspätung. Der Anschlusszug bis St. Goarshausen fährt uns vor der Nase davon. Der nächste (mit von außen verdreckten Scheiben) kommt dankenswerterweise schon in rund einer Stunde. Fährt an, fährt 10 Minuten, hält mitten auf der Strecke an (irgendwo sei die Strecke gesperrt, wie der Lautsprecher vermeldet) und rollt zurück in den HBF von Frankfurt. Dort steht er 5 Minuten und fängt noch einmal an.

Unser Bus von St. Goarshausen zum Ortsteil Heide ist nun auch weg. Zudem ist die Straße zum Hotel gesperrt, so dass die Strecke von einer weit ab gelegenen Haltestelle für uns mit Gepäck sehr aufwändig würde. Also holt uns Frau Klein vom Hotel Christian dankenswerterweise in der nächstgelegenen Ortschaft Kaub ab. Merci nochmals!

Wir haben also die Reise angetreten und testen unseren Abenteuergeist:

  1. Hotel ist nicht per Öffis erreichbar. Ausnahme: Nur per ALT (Anruf-Linien-Taxi) – Rufbus, den man 90 Minuten vorher telefonisch informieren muss. Er fährt einige Male pro Tag – aber nicht am Wochenende
  2. Bahnanreise/Abreise mit Zugverspätungen und Verpassen des Anschlusszuges erfordert viel Puffer. Aus etwas mehr als 5einhalb Stunden Fahrzeit (ohne Zubringer zum Bahnhof)  können da durchaus 10 Stunden werden, wie die Heimreise zeigen wird.
  3. Baustelle zwischen St. Goarshausen und Hotel erschwert die Logistik
  4. Durch meine Gehbehinderung kann ich die Streckenführung abseits der Teerstraßen über Stock und Stein kaum oder nur mit Hilfe bewerkstelligen.

Also genügend Stoff für einen unterhaltsamen Abend.

Abenteuer meets Rheinromantik

Wir beziehen unser Zimmer im 1. Stock des Hotel Christian. Ich bewerte Hotels gerne nach der Hilfestellung für Menschen mit Behinderung. In den ersten Stock kommst Du nur per Treppe, aber die Dusche ist gut zugänglich und, was ich besonders schätze und gerne in allen Hotels hätte, ist eine Anti-Rutsch-Matte für die Dusche.

Der Biergarten vom Hotel Christian

Gleich mal die ersten Highlights erkundet: Wenige Meter vom Hotel entfernt können wir ohne Aufwand und Stolperstellen die Aussichtsstelle „Hühnertempel“ finden, wo sich uns ein beeindruckender Ausblick auftut. Ähnliches dann am Aussichtspunkt, wo der insgesamt 320 km lange Fernwanderweg „Rheinsteig“ (Link unten) von St. Goarshausen herauskommt. Folge einfach der Wegweisung „Fußweg Burg Katz St. Goarshausen“ an Schule und Sportplatz entlang und Du siehst schon bald die Burg Katz, den Rhein und die beiden Orte St. Goar und St. Goarshausen unter Dir liegen.

Ein erster Blick auf den Felsen der Loreley und den Rhein

 

Abends erfreut uns die Küche des Hotels mit einem kräftigen Mahl. Habe ich schon erwähnt, dass das Ambiente des Hotels für ein Wanderhotel, wie ich es mir so vorstelle, erstaunlich gediegen wirkt. Panoramafenster, Tisch- und Fensterschmuck, gestärkte und hübsch gefaltete Stoffservietten machen schon was her. Aber muss es denn gleich so freundlich sein, wie durchwegs alle Mitarbeiter mit den Gästen umgehen? Wer ein Griesgram war, wenn er hier aufschlägt, geht am nächsten Tag als lächelnder Optimist seine nächste Wegstrecke an.

Tags darauf ist eine Besichtigung von St. Goarshausen und St. Goar angesagt. Das ALT 530 (Anruf-Linien-Taxi) wurde rechtzeitig bestellt und steht pünktlich an der Haltestelle um die Ecke, nur wenige Schritte vom Hotel, bereit. Von der 3-seitigen Liste der Direktvermarkter im Bereich der Loreley können wir zu Fuß nur wenige aufsuchen.

 

Die Loreley-Kellerei, ein Familienbetrieb, der seit mehr als 100 Jahren die Steillagen des „Oberen Mittelrheintals“ bewirtschaftet, bietet sich an, weil sie wenige Fußminuten vom Bahnhof entfernt liegt.

Wir sehen uns den Verkaufsraum, die Flaschenabfüllanlage und andere Geräte sowie den Weinkeller an. Da wir füßlings unterwegs sind, verzichten wir auf den Kauf von schweren Weinflaschen. Das kannst Du gerne auch online nachholen (Link unten).

Am Rhein stehen wir St. Goar gegenüber, überragt von der Burg Rheinfels. Mit der Autofähre überqueren wir in Nullkommanix den hier durch die vielen Regenfälle stark fließenden Rhein und schlendern durch den Ort.

Burg Rheinfels

Es wird vermutet, dass hier unterhalb der gefährlichen Engstelle des Rheins schon in vorrömischer Zeit Fischer und Schiffer gewohnt haben. Erst ab 530 tritt der Ort gesichert ins Licht der Geschichte, als der Mönch Goar ein Hospiz gründete und für Reisende und Bewohner viel Gutes tat. Was ihm später dann die Heiligsprechung eintrug. Na gut, er hatte nichts mehr davon, aber dann die Anwohner:

Kloster und Stiftskirche entstanden – und eine Wallfahrtstätte. 1190 wird St. Goar unter den Grafen von Katzenelnbogen Residenzstadt. Im 19. Jahrhundert profitierte die Stadt durch die „Rheinromantik„: Der Fremdenverkehr hielt Einzug, unterstützt durch die Einführung des Dampfschiffverkehrs 1826 und des Baus der Eisenbahn 1859.

Heute, nach der 3. Welle Covid-19, fällt uns in der Haupt-Tourismusstraße auf, dass nur wenige Menschen die Angebote der Gastronomie und der Verkaufsläden annehmen. Ein Wirt sitzt mittags vor seinem ansonsten leeren Lokal und spielt auf seinem Smartphone herum. In einigen Läden werden – wie in alten Zeiten – Kuckucksuhren (Schild: „Black Forest cuckoo clocks“) und anderer Krimskrams, auch auf englisch, den nicht heranströmenden Touristen feilgeboten. Irgendwie scheint der Ort aus der Zeit gefallen zu sein. Leer stehende Läden bestätigen diese Theorie. Oder wir sind – Ende Juli 2021 – nur zur falschen Zeit am richtigen Ort.

 

Immerhin hat man von hier auf St. Goarshausen gegenüber, auf die Burg Katz und Maus und auf einen breiten Streifen neben dem Rhein, wo an Wochenende Konzerte angeboten werden.

Burg Maus in der Ferne

 

Fähre „Loreley“ mit Burg Katz am Hang gegenüber

Mini-Kreuzfahrt von St. Goarshausen nach Kaub

Mit einem Schiff der Köln-Düsseldorfer gehen wir auf eine Mini-Kreuzfahrt bis nach Kaub. Infos kommen über das kostenlose WLAN und eine Web-Anwendung, die die Schiffslinie anbietet. Sehenswürdigkeiten werden in Bild, Text und Ton auf Deinem Smartphone präsentiert (Link unten).

Vorbei zieht das Schiff, gegen die Wassermassen des Rheins ankämpfend, an der Loreley-Statue an der Spitze einer schlanken Halbinsel, …

… dem Loreley-Felsen, …

… der Stadt Oberwesel mit seinen zahlreichen Türmen …

Durchlöchert wie ein Schweizer Käse: Die Streckenführung der Bahn auf beiden Seiten des Flusses durch das Rheinische Schiefergebirge

 

… bis nach Kaub mit seinen beiden Burgen, der Burg Gutenfels hoch über dem Ort und der Burg Pfalzgrafenstein, die mitten im Fluss steht.

Herr Blücher und die Burg Gutenfels

Gerade ist der Hochwasserpegel so weit gesunken, dass der Fährmann es wagen kann, sein Schifflein mitten im Rhein zu befestigen, so dass wir leidlich trockenen Fußes die Treppe zur Burg Pfalzgrafenstein erklimmen und die Burg besichtigen können. Seine Frau schippt derweil den vom Rhein hinterlassenen Schlamm vom etwas erhaben liegenden Gehweg.

Die Burg Pfalzgrafenstein und der Zoll: Das hängt zusammen. Schon 1257 erheben die Herren von Falkenstein-Münzenberg Zölle in Kaub. 1326 wird dann das erste Gebäude auf der Rheininsel errichtet: Ludwig IV. der Bayer lässt den Bergfried erbauen. Etliche Bauphasen später hat man einen Kanonenstand und eine Wehrmauer. Es wird kräftig verdient an den Schiffen, die hier durch müssen und zum Reichtum des jeweiligen Herrn beitragen. 1866 machen die Preußen Schluss mit der Schifffahrtsteuer.

Hochwasser hat gerade erst den Weg von der Anlegestelle zur Burg freigegeben. Schlamm wird gerade auf die Seite geschwämmt

Schnell noch mit der Fähre auf die andere Seite des Rheins – hier brilliert die weiße Fassade der Burg besonders – vor dem dunkelgrün bewachsenen Rheinischen Schiefergebirge

 

Nicht zu vergessen, weil hier in Kaub auch das Denkmal und ein ihm gewidmetes Museum steht: Herr Blücher. Seines Zeichens Generalfeldmarschall, führte er hier 1813/14 mehr als 50.000 preußische und russische Soldaten über den Rhein – gegen napoleonische Truppen. Alles im Museum in allen Einzelheiten nachzuvollziehen.

 

Zurück soll es mit dem Schaufelraddampfer „Goethe“ der Schifffahrtlinien Köln-Düsseldorfer (KD) gehen. Am Landesteg steht, dass hier Schiffe nur bei Bedarf halten. Wer keinen Fahrschein im Schalter gegenüber gekauft habe, also zum Beispiel wir, weil wir ein online-Ticket vorweisen können, solle sich an eben diesem Schalter der KD-Agentur melden, wenn er mitgenommen werden möchte.

Also nichts wie zum Schalter – wer will schon in Kaub hängen bleiben? Am Schalter dann die Überraschung:

 

Der Schalter, so ein Pappschild, sei nicht durchgehend geöffnet. Nicht einmal eine Viertelstunde vor Abfahrt. Auch nicht 10 Minuten vorher. Bis zur Abfahrt gar nicht. Wir (ein paar Fahrgäste haben sich zu uns gesellt) telefonieren uns die Finger wund, doch niemand hebt an der angegebenen Nummer ab.

Wir halten Krisenrat. Wer hat den leuchtendsten Rucksack, die am besten sichtbare Jacke? Da hinten biegt das Schiff schon um die Kurve. Schnell kommt es mit der Strömung näher. Wir stellen uns auf die Landungsbrücke und winken heftig mit unseren roten und grünen Jacken/Rucksäcken – und werden von einem Passanten mit Hund angeschnauzt, dass wir gefälligst von der Landungsbrücke heruntergehen sollen. Kein Warnschild zu sehen, aber ein unfreundlicher Warn-Passant.

Wir gehorchen ihm, weil er das kontrolliert. Und winken vom Uferweg her. Das Schiff steuert auf uns zu. Hat der Kapitän uns gesehen? Vermutlich ja, denn bald schon drehen sich die Schaufeln des Dampfers rückwärts und das Schiff legt an.

 

Zu unserem Glück wollen 4 Radler an Land gebracht werden. Wohl deshalb – und nicht wegen unserer Leuchtzeichen – hat der Dampfer gehalten. Wir alle haben keine Tickets aus dem kleinen KD-Laden und es ist bis heute nicht bekannt, ob der Dampfer in voller Fahrt stromabwärts angehalten hätte, wenn die Radler nicht gewesen wären.

 

Zurück in St. Goarshausen: Das Anruf-Linien-Taxi kommt auf die Minute genau an der Haltestelle beim Bahnhof an. Wir lassen den Tag bei einem leckeren Menü im Hotel Christian, begleitet von einem „Bornicher Rotenack“ Grauburgunder aus der direkten Umgebung ausklingen, und natürlich von einem letzten Blick vom Aussichtspunkt Hühnertempel über den Rhein.

Kunst und Kultur treffen auf Boot, Burg und Bob

In ihren fünf Workshops mit fünf renommierten Leiter:innen aus der Region lädt die Loreley Touristik e.V. Künstler – und solche, die es werden möchten – dazu ein, sich in fünf verschiedenen Sujets zu versuchen und die „Rheinromantik 2.0“ anno 2021 durch schaffende Kunst mit neuem Leben zu erfüllen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, auch gibt es Workshops für Kinder und Familien. Los geht es vom 21. bis 24. Juli mit dem Thema „Die Loreley nach Goethes Farbenlehre“, bis in den Herbst folgen Töpfer-, Bastel-, Porzellanmal- und ein Skizzier-/Mal-Workshop.

„Klar, dass es nicht nur während der Kurse einiges zu sehen und erleben gibt, denn auch das Rahmenprogramm kann sich mehr als sehen lassen“,

kündigt Buchmann an. Im Preis (404 Euro bis 654 Euro pro Person im Doppelzimmer) sind immer drei Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen, ein Picknick, eine Schifffahrt, Besuche bei Direktvermarktern in der Region, Museums- und oft auch Burgenbesuche eingeschlossen. Obligatorisch ist zudem natürlich eine Führung auf der Loreley – bei Familien-Angeboten inklusive einer Fahrt auf der dortigen Bob-Bahn.

Was wir also heute, nach dem vorgezogenen Rahmenprogramm, noch machen, ist ein ganztägiger Aufenthalt auf dem Loreley-Plateau:

  • Unter einem Pavillon üben wir uns unter Anleitung der freien Künstlerin Ursula Näther vom Keramikatelier „Freiraum im Sponheimer Hof“ in der Kreation von Loreleylandschaften auf Tonplatten mit Relief und farblicher Gestaltung. Vorgaben sind so wenig wie möglich. Ziel ist es, durch Reliefabbildung eine Landschaft zu schaffen, die der Loreley nachempfunden ist.
  • Ein mehr als reichhaltiges Picknick einschl. zum Bersten gefüllter Picknick-Koffer, der es an nichts fehlen lässt.
  • Führung auf der Loreley
  • Eine Fahrt mit dem Loreley-Bob (Sommerrodelbahn)
  • Besuch der Ausstellung im Loreley-Besucherzentrum

 

Doch wie vom Hotel dahin kommen? Bus fährt ja keiner, PKW haben wir nicht dabei. Google Maps sagt, auf der Fahrstraße sind das ca. 2 km bis zum Besucherzentrum. Das wäre zu machen, vor allem auf dem Hinweg, wo es großenteils bergab geht.

Oder auf einem Teil des schon mehrfach erwähnten Rheinsteigs, einem Wanderweg (Link unten). Da sei, so Google Maps, mit 1 km zu rechnen. Aber eben Wanderweg. Für einen Gehbehinderten wie mich eigentlich ein no-go. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und es stellt sich heraus, dass der in Teilen steile Weg durch den Wald (ansonsten über Feldwege) mit Hilfe meiner Stöcke und meiner Begleiterin langsam, aber sicher zu bewältigen ist. Nur eine Stelle, da wo die Schieferplatten senkrecht den Waldboden durchdringen, ist es bergab für mich schwerer.

Auf dieser Aufnahme schwer zu erkennen, wird es über den schief stehenden Schieferplatten etwas „unwegsam“, wenn man nicht gut zu Fuß ist

Alleine hätte ich diese Teilstrecke nicht bewältigen können. Der Rückweg ist zwar beschwerlicher, aber für mich persönlich einfacher zu bewerkstelligen, da die Angst vor dem Fallen bergauf nicht so stark ist wie beim „Bergab“.

Ein- und Ausblicke vom Rheinsteig

 

Kreation von Loreleylandschaften auf Tonplatten

Einen Versuch ist’s wert. Unter geduldiger Anleitung von Frau Ursula Näther „klopfen“ wir den Ton, damit wir ein Gefühl für das Material bekommen. Dann setzen wir (selbst) gefärbte Tonbrocken auf die Tonunterlage. Am Ende ist dann etwas entstanden, das nachfolgende Generationen vielleicht als Kunst bezeichnen mögen. Wir warten erst einmal ab, dass unsere Mach- oder Kunstwerke getrocknet und gebrannt sind. Vielleicht sehen sie dann besser aus.

Ein Zwischenergebnis

Die Stunden bis zum Eintreffen des Picknickkorbes vergehen wie im Flug und machen enorm Spaß. Diesen Workshop mit Ursula kann ich nur empfehlen!

Nachtrag: Ursula hat unsere „Kunstwerke“ gebrannt. Die Farben kommen dadurch viel besser zum Tragen. Ich habe etwas rötliches Pulver in den Ton gemischt, dies kommt aber leider nach dem Brennen gar nicht heraus. Wahrscheinlich habe ich zu wenig Farbe verwendet. Egal: In der Wirklichkeit ist „rot“ auch keine dominante Farbe in den Städten und Dörfern der Gegend, weil die Dächer nicht mit roten Ziegeln, sondern mit Schieferplatten gedeckt sind, die von oben her dunkel erscheinen.

Hier also mein Ergebnis als Nachtrag:

Danke an das Team von Loreley-Touristik für das Zusenden!

Zur Erläuterung: Eigentlich wollte ich nur den Fortgang der Entstehung eines Kunstwerkes dokumentieren, aber dann wurde ich überredet, ebenfalls teilzunehmen. Thema war das Rhein-Tal bei der Loreley. Also stellte ich mir die Google Maps Sicht auf die Gegend vor und interpretierte recht frei, wie man unschwer sehen kann. Ist ja „Kunst“.

Als Hauptakteur setzte ich nicht die Loreley auf den Schieferfelsen, sondern den Seelefant aus der Kinder-Saga „Urmel aus dem Eis“ (Die Älteren werden sich noch an die Augsburger Puppenkiste erinnern). Der Seelefant singt eine frei zitierte Form des Loreley-Liedes – mit seinem Sprachfehler. Siehe Link unten. Und Ursula hat dem Seelefant in meinem Werk noch einen Gold-Touch verpasst.

 

Zum Abschluss ein mehr als reichhaltiges Picknick (enthalten in der Workshop-Pauschale)

Der Kultur- und Landschaftspark

präsentiert sich ein seiner halbfertigen Form. Mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 wird die Gestaltung des Parks weiterentwickelt. Zur Zeit scheinen die Bauarbeiten eher zu ruhen. Am großen Gebäude, links an Anfang des „Strahlenwegs“, scheint man zu werkeln.

Güterverkehr: Rhein und die beiden Bahnlinien links und rechts des Rheines: Viele Tonnen Güter finden den Weg über den Rhein in alle Welt und zurück

Schön, dass sechs Aussichtspunkte barrierefrei wunderschöne Ausblicke auf das Tal der Loreley, einem canyonartigen Durchbruch des Rheins durch das Schiefergebirge, präsentieren. Der spitz zulaufende „Strahlenweg“ wird von einem mäandrierenden „Mythenpfad“ quasi umwickelt.

Zahlreiche noch leere Plätze an diesem Mythenpfad freuen sich darauf, mit den „Mythen“ bestückt zu werden. Magerrasen, der manchen Menschen hüfthoch steht, wächst zwischen Stauden, die zur Blütezeit sicherlich wunderschön sind. Wo Mythenpfad und Strahlenweg, kurz vor der Loreley-Spitze, ein letztes Mal zusammentreffen, führt ein schmaler Durchgang zu den zahlreichen barrierefreien und wenigen nicht so barrierefreien Aussichtspunkten.

Magerrasen – wohin man auch blickt. Und das soll so sein, wie man uns erklärt. Wie das dann mit der Bundesgartenschau 2029 zusammen geht, würde mich sehr interessieren.

 

 

Im Loreley-Besucherzentrum wartet auf Dich ein Restaurant mit Außenterrasse, die Ausstellung zum Thema Mythos Loreley mit Film und Infos zum Umbau des Parks.

Ausstellung zum Thema Mythos Loreley

Gleich daneben startet und endet die Sommerrodelbahn „Loreley-Bob“. Die Freilichtbühne ist schon geraume Zeit geschlossen und wartet, dass die Rechtstreitigkeiten einem Ende zu gehen und der Betrieb wieder aufgenommen wird.

 

Altstadt von St. Goarshausen

Weil wir noch unendlich viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges haben (siehe oben: Extra großen Puffer eingebaut, weil noch viele Fragen beim Kauf der Fahrkarte offen waren), wagen wir einen Spaziergang samt Rollkoffer (keine Möglichkeit der Verwahrung des Koffers am Bahnhof) in die „Altstadt“, also flussaufwärts. Diese entpuppt sich als eine hübsche Straße, eine schöne Zufalls-Überraschung, oder, wie der Engländer sagen würde „serendipidy“.

Zahlreiche restaurierte Häuser mit interessanten Sprüchen und wenig Möglichkeiten zum Einkehren. Vielleicht, nach der Corona-Seuche, wird das anders werden. Ehrlich gesagt gefällt mir dies hier besser als das Gedränge der Drosselgasse in Rüdesheim. Da wäre ich mit meinen Stöcken und dem Rollkoffer wohl nur durch Rempeleien durchgekommen.

 

Denkmal für die Salmfischer (Link unten): Jedes Haus in dieser Altstadtgasse trägt den Namen eine Fischers, der hier früher wohnte.

Die Ziege wird in hiesiger Mundart „Gäs“ genannt. Daher auch Symbolfigur der „Gäsgass“, der Ziegengasse.

 

 

Loreley Touristik

Der Loreley Touristik e.V. der Verbandsgemeinde Loreley ist das touristische Sprachrohr und offizieller Repräsentant einer der populärsten Regionen in Deutschland: nämlich der Loreley-Region mit dem sagenumwobenen Loreley-Felsen, gelegen inmitten des Oberen Mittelrheintals, das 2002 in Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Der eingetragene Verein mit Sitz in Bornich betreut, vertritt, koordiniert und vermarktet die Interessen seiner rund 160 Mitglieder – Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Kulturschaffende – aus dem Raum zwischen Kaub im Süden bis Braubach im Norden. Der rund 30 Kilometer lange Abschnitt des Rheins gilt als der mit Abstand schönste und romantischste. Thematische Schwerpunkte sind natürlich auch der berühmte Mittelrhein-Wein, die zahllosen Erholungsmöglichkeiten, Wander- und Radwege sowie die vielen Veranstaltungen – beispielsweise „Rhein in Flammen“. Die Loreley Touristik e.V. organisiert aber auch eigene Events, bietet Workshops mit regionalen Künstlern an oder initiiert alljährlich die Wahl einer echten „Loreley“.

Weitere Informationen über die Loreley Touristik*:
Adresse: Loreley Touristik e.V., Loreley 7 (Loreley Besucherzentrum), D-56348 Bornich, Telefon: 0 67 71-90 10, Internet: loreley-touristik.de

Links zum Thema

Die Lore-Ley – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Lore-Ley

Die Lorelei – Richard Tauber – 1939 – YouTube

Peter Schreier: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten – YouTube

Loreleylied – mit visuellen Eindrücken (Film) der Gegend

Seeelefant – Was soll es bedeuten.. – YouTube

Augsburger Puppenkiste und der Seeelefant: „Deutsches Kulturgut kann Kindern auf sehr unterschiedlichen Wegen vermittelt werden“
https://ga.de/news/kultur-und-medien/ueberregional/augsburger-puppenkiste_iid-44179373

Jupp Küster – Lore leih mir Dein Herz

Achim Reichel – Die Ballade von der Loreley (Live in Hamburg, 2003) – YouTube

TourGuide – KD Deutsche Rheinschiffahrt GmbH
https://tourguide.k-d.com

Rheinsteig zwischen Bonn, Koblenz und Wiesbaden (YouTube)

Rheinsteig – Wandern auf hohem Niveau
https://www.rheinsteig.de/rheinsteig

Burg Katz – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Katz

Hotel Christian: Wanderhotel direkt am Rheinsteig
http://www.hotelchristian.de/

Hotels St. Goarshausen • Die besten St. Goarshausen Hotels bei HolidayCheck* 

Loreley-Kellerei Leonhard
https://loreley-kellerei.de/

Gebhard Leberecht von Blücher, Generalfeldmarschall, bekannt durch den Sieg über Napoleon in der Schlacht bei Waterloo – Wikipedia

Jutta Reiss – Ernst der Salmfischer
https://www.juttareiss.de/gal/bronze_salmfischer.php?slpos=5

 

Offenlegung: Danke für die Einladung zu diesem Workshop an den Loreley Touristik e.V. Wir haben im Rahmen der Workshop-Pauschale keine Zahlung geleistet. Alles außerhalb der Pauschale (Zusatz-Verpflegung, Getränke, Rheinquerungen, An- und Abreise) haben wir selbst finanziert. Wie immer ist uns wichtig, dass wir unvoreingenommen und konstruktiv kritisch über unsere Erlebnisse berichten, um für unsere Leser glaubwürdig zu bleiben.

 

 
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