Begleite Petra und Klaus 100.000 km entlang der Panamericana durch Lateinamerika

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ReiseBuch: Panamericana südwärts – Eine Abenteuertour durch Lateinamerika

Drei Jahre mit dem Wohnmobil unterwegs

 

Nach 25 Berufsjahren krempeln Petra und Klaus Vierkotten ihr Leben komplett um und starten mit ihrem Allrad-Wohnmobil zu einer dreijährigen Reise durch Lateinamerika. Diese Erlebnisse hat Klaus Vierkotten in dem Buch „Panamericana südwärts“ festgehalten. Ich fand die Idee einer solchen Reise so faszinierend, dass ich mit Klaus Vierkotten gesprochen habe.

Wolfgang Brugger: Hallo Klaus, wie kommt man bloß auf eine solch verrückte Idee, einfach alles hinzuschmeißen und auf eine solche Reise zu gehen?
Klaus Vierkotten: Einfach war das natürlich nicht. So spontan vieles aussieht, es steckt jahrelange Planung dahinter. Wir mussten unsere Wohnung aufgeben. Von den meisten Möbeln haben wir uns getrennt, weniges in einen Container eingelagert.

Wolfgang: Und dann seit Ihr losgefahren. Wann war das genau?
Klaus: Im Sommer 2010. Wir lebten und arbeiteten damals in den USA. Die Panamericana, also die Straßenverbindung zwischen Alaska im hohen Norden und Feuerland ganz tief im Süden, war daher eine logische Entscheidung.

 

Guatemala: Alte amerikanische Schulbusse werden kunstvoll umlackiert und dienen noch viele Jahre als Linienbusse

 

Wolfgang: Ihr wart damals 43. Das ist kein Alter, in dem man einfach aussteigt. Oder seit Ihr Millionäre?
Klaus (lacht): Millionäre leider nicht. Dann wäre vieles einfacher gewesen. Leider gab es auch keinen Lottogewinn, keine Erbschaft und keine Abfindung. Aus Gründen der Sicherheit sprach also alles gegen die Tour. Ich wollte aber im Alter nicht auf mein Leben zurück blicken und sagen „hätte ich doch nur“. Es gibt Dinge, da muss man spüren, wann die richtige Zeit ist.

Wolfgang: Woran hast Du gespürt, dass es der richtige Zeitpunkt war?
Klaus: Ich habe mir überlegt, wie alt ich wohl werde. 86 wäre schon toll! 43 Lebensjahre waren also genau die Hälfte. Ich habe ein gutes Leben geführt: tolle Frau, schöne Wohnung, interessanter Job. Aber schon seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl, dass aus Spaß Stress und aus Herausforderung Belastung wurde.

Sollte es wirklich bis zur Rente so weitergehen? An meinem 43. Geburtstag habe ich die Kündigung geschrieben, sechs Monate später war ich ohne Job und ohne Einkommen. Wir zogen in unser geländegängiges Wohnmobil „Expedi“, tauschten 100 m² Wohnfläche gegen 9 m² und brachen auf zum größten Abenteuer unseres Lebens: Die Panamericana!

Wolfgang: Diese Straße ist ein Mythos.
Klaus: Ja, sie durchquert den kompletten amerikanischen Kontinent von Nord nach Süd. 25.000 Straßenkilometer durch einsame Wüsten, tropischen Dschungel und gigantische Bergwelten. Sie führt mit Mexiko und Kolumbien durch zwei Länder, die von den Medien meist im Zusammenhang mit Drogenkriegen genannt werden.

 

Mexiko: Romantischer Übernachtungsplatz

 

Wolfgang: Wie lange wart Ihr unterwegs?
Klaus: Drei Jahre. Nicht nur auf, sondern oft auch abseits der Panamericana. So kamen wir auf fast 100.000 Fahrkilometer. Diese führten uns in einsame Bergdörfer oder tief hinein in den Dschungel. Wir fuhren mit dem Auto auf über 5.000 Höhenmeter. Wir beobachteten unvergessliche Sternenhimmel. Wir ertrugen monatelang Hitze von über 40 Grad.

Wolfgang: Dann ist eine solche Tour wohl nur mit einem Allrad-Wohnmobil möglich.
Klaus: Nein, überhaupt nicht. Wir haben unterwegs viele Reisende getroffen, die in ganz normalen, „weißen“ Wohnmobilen unterwegs waren. So mancher Reisende macht sich im Vorfeld zu viele Gedanken über das richtige Fahrzeug und wie er es sich leisten kann.

Die Kosten des Fahrzeuges sprengen nicht selten das Reisebudget. Schon vor dreißig Jahren sind viele mit dem VW-Bus die Panamericana gefahren und die Straßensituation hat sich seitdem deutlich verbessert. Es ist kein Problem, die Panamericana mit einem Wohnmobil von der Stange zu bereisen. Doch für uns war das Allrad-Wohnmobil trotzdem die bessere Alternative.

Wolfgang: Warum?
Klaus: Weil wir in diesen Ländern unseren Geländewagen mal so richtig nutzen konnten. Möglichkeiten fürs Offroading gibt es in Lateinamerika zuhauf und häufig sind entlegene Orte nur über schlechte und ruppige Pisten zu erreichen.

Wolfgang: Was war für Euch das schönste Erlebnis auf der Reise?
Klaus: Neben der gigantischen Natur war es der Kontakt zu den Menschen. Die Gastfreundschaft ist einfach unglaublich. Gerade bei der Suche nach sicheren Übernachtungsplätzen mussten wir häufig die Einheimischen fragen. Da kam es häufig zu spontanen Gesprächen. Ein armer Fischer in Mexiko lud uns zum Abendessen ein.

Sie hatten weder Strom noch fließend Wasser. Das Essen wurde auf dem Holzfeuer zubereitet. In einem Dorf in Guatemala mussten erst der Bürgermeister und der Pastor beraten, ob wir dort übernachten dürfen. Als das ok kam, machten wir für das ganze Dorf eine Führung durch unser Auto. Das sind Erlebnisse, da läuft es mir heute noch kalt den Rücken runter, so emotional war das.

Wolfgang: Und all das habt Ihr in Eurem Buch „Panamericana südwärts“ beschrieben?
Klaus: All das und noch viel mehr! Ich möchte die Leute mit dem Buch dafür begeistern, ebenfalls über eine solche Reise nachzudenken.

 

Honduras: Omoa – ein kleines Fischerdorf am Karibikstrand

 

 

Wolfgang: Begeisterung kann man wirklich aus jeder Zeile Deines Buches herauslesen. Doch Du hast nicht nur „Panamericana südwärts“ geschrieben, oder?
Klaus: Ganz richtig. So eine Reise kann man nicht in ein Buch packen. Selbst 352 Seiten reichen dafür nicht aus. Daher habe ich noch einen fast zweihundert Seiten starken Panamericana-Ratgeber geschrieben.

Wolfgang: Der mit einer Besonderheit aufwartet. Denn er ist …
Klaus: … kostenlos. Jeder kann ihn sich von unserer Homepage www.abenteuertour.de herunterladen. Der Panamericana-Ratgeber gibt ganz konkrete Tipps für Reisende, die mit dem eigenen Fahrzeug die Panamericana fahren wollen: Hunderte Übernachtungsplätze mit Fotos und GPS-Koordinaten, die genaue Erklärung der Grenzprozesse, viele Länderfakten und Tipps.

Wolfgang: Erlaube mir zum Abschluss noch eine Frage: Was habt Ihr in den Jahren auf Reise am meisten vermisst?
Klaus: Mettbrötchen mit Zwiebeln, Marzipan-Schokolade, Sauerbraten und Knödel! Aber Spaß beiseite. Am meisten vermissten wir die Familie und die Freunde daheim. Das war auch für uns der Grund, dass wir nach drei Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind. In der Ferne lernt man die Heimat schätzen.

 

Panamericana südwärts: Eine Abenteuertour durch Lateinamerika (Edition Reise Know-How)

 

„Panamericana südwärts“ ist im Reise Know-How Verlag erschienen und ist für 19,50 Euro als Hardcover-Ausgabe in allen Buchgeschäften sowie Online-Buchhandlungen erhältlich. Es kann auch über www.abenteuertour.de mit persönlicher Signatur und Widmung des Autors bestellt werden.