Frieren auf Lanzarote: Warum eine Wärmeflasche hilfreich gewesen wäre

Los Hervideros, bei El Golfo, Lanzarote

Inseln des “ewigen Frühlings”? Wer dem europäischen Winter entfliehen will, geht woanders hin

Wie bitte, Eberhard? Du empfiehlst tatsächlich, eine Wärmeflasche auf die “glückselige Insel” Lanzarote mitzunehmen? (*)

Eine Insel, die zu den Kanaren zählt, die wiederum “Inseln des ewigen Frühlings” genannt werden? 

Zunächst zur Begriffsdefinition: Lanzarote und die restlichen Kanaren, dann Madeira, die Azoren und die Kapverden gehören zu “Makaronesien” (fälschlicherweise oft als “Makronesien” bezeichnet), oder auch “gesegnete, glückliche Inseln”. Damit wäre das schon mal geklärt.

Während der Zeit des sonnenarmen und reichlichen chilligen europäischen Winters zieht es Briten, Franzosen, Skandinavier, Deutsche und Franzosen gerne auf die – laut Prospekt – frühlingshaften Kanaren. Auch wir lassen uns von den Sprüchen von Sonne und Strand überreden und sitzen schon 2 Wochen nach der Buchung im Flieger nach Arrecife, der Hauptstadt der kleinen Vulkaninsel. Wir schreiben Anfang Februar 2015.

Lanzarote, Nordteil, mit Insel Graciosa

Warum 2 Wochen Vorlauf? Da wir klimatechnisch schon öfter mal im Timing daneben gelegen waren, hatten wir diesmal ganz genau die Wetterprognose der einschlägigen Dienste verfolgt und dann erst gebucht, weil es wettermäßig recht gut aussah. Sonne und so. Ein Fehler, wie es sich herausstellte. 1 (“eine“) Woche  vorher ist im Januar/Februar angesagt, nicht zwei. Wer glaubt, ein Wetterdienst könne um diese Jahreszeit 2 Wochen Wetter voraussagen, liegt im Jahr 2015 noch falsch. 2025 vielleicht, aber 2015 geht das noch nicht. Leider.

Eberhard, Du hattest Recht. Mit einer Wärmeflasche hätten wir nicht so gefroren: Im Hotelzimmer des “Costa Calero” gibt es eine Klimaanlage, aber keine mit Wärme-Funktion. Also: Kalt ja, sogar mit 3 Stufen, doch warm – nein. Und draußen, nach den täglichen Besichtigungstouren auf der Insel, ist es grau und frisch. Wer sich ins Hotelzimmer verzieht, friert schnell. Von wegen “Fenster auflassen”. Da kommt die Kälte herein – und es bleibt nur noch die Flucht unter die Bettdecke. Morgentemperaturen um die 8 Grad, und Tageshöchstemperaturen zwischen 17 und 19 Grad, das alles wäre noch zu ertragen, aber ohne Sonne geht das ja gar nicht.

Halt, nicht dass ich etwas Unwahres erzähle: Einige Minuten kurz vor der Frühstück tauchte an einigen wenigen Tagen der Sonnenaufgang die gegenüber liegende Bergkette in warmes Sonnenlicht, das dann aber schon bald verschwand.

 

Tags überwog dann die Farbe Grau am Himmel, teils durch leichten Niesel verbösert und im Norden der Insel durch kräftigen Wind nicht gerade optimiert.


Ausblick vom Castillo Santa Barbara oberhalb Teguise, Lanzarote

Aber am Tag der Abreise zeigte das Gestirn etwas mehr Präsenz und zeigte, dass wohl diese Woche der Kälte und der Dunkelheit nur eine Episode war im “ewigen Frühling”. Eine Episode, die wir “in vollen Zügen genossen” haben. Womöglich die kälteste Zeit des ganzen Jahres auf Lanzarote.

Einfach untertauchen

Was tut man, wenn der Himmel grau ist und es leicht nieselt? Der ein oder andere geht ins Spa und lässt sich durch die Schwalldusche den Nacken massieren, der andere taucht unter. So wie ich. Wie das genau geht, erzählte ich im Beitrag

Lanzarote und die Yellow Submarine: Wie ich der Sache in einem U-Boot auf den Grund ging.

 

Vorhang auf zur Fütterung: Vom Bullauge des gelben Unterseebootes kann ich den Taucher beobachten, der einen Rochen füttert, während er ihn rund ums Uboot führt.

 

Natürlich haben wir ziemlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Vulkaninsel abgeklappert, das geht auch ohne Sonne. Und sind dabei immer wieder und immer öfter auf den Namen “César Manrique” gestoßen. Ohne den Künstler und Gestalter geht offenbar nur recht wenig auf der Insel. Obwohl er schon gestorben ist, prägt er Kunst, Architektur und vor allem den Fremdenverkehr. Doch davon in einem anderen Beitrag:

3 x tief unter der Erde:
Mit Manrique ins Innere des Vulkans [Lanzarote].

 


 

*) Eberhard Fohrer, Lanzarote – Reiseführer, 7. Auflage 2014, Seite 107 (“Klima/Reisezeit”)

 

Lanzarote: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.

 

 

Eberhard hat nicht nur die Sache mit der Wärmeflasche richtig empfohlen, sondern ist ausgewiesener Kenner der Insel, der lange Zeit auf ihr gelebt hat. Sein Reiseführer hat mich auf meinen täglichen Touren begleitet. Wer nicht wie wir in einem Hotel mit Halbpension übernachtet hat, wird in Eberhards Führer dezidierte Empfehlungen von Hotels, Aparthotels und Apartements finden. Auch kulinarische und unterhaltungstechnische Tipps fehlen nicht. Nie zuvor haben wir uns mit einem Reisebegleiter wohler und informierter gefühlt. Und nicht nur wegen dem Tipp mit der Wärmeflasche, die wir – leider – aus Leichtsinn nicht mitgenommen hatten.


Was man auf Lanzarote unternehmen – und gleich von zu Hause oder vom Hotel per Internet buchen – kann (Angebot):





 

Beitrags-Titelbild: Los Hervideros, bei El Golfo, Lanzarote

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Wolfgang Brugger

Wolfgang Brugger

CEO, Founder
Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet. Lädt auch gerne Gäste zu Beiträgen in diesem Blog ein. Magst Du auch? Einfach Kontakt aufnehmen! http://reisefreak.de/zusammenarbeit/ - - -   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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