Otto hoch 2 in Magdeburg: Tipps für eine Städtereise

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Die Elbmetropole mit über 1.200-jähriger Geschichte stellt sich vor

Ottostadt Magdeburg: In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt wachsen die Bäume auf bunten Dächern. Idyllische Parkanlagen schlängeln sich entlang der Elbe. Und in Deutschlands erster gotischer Kathedrale liegt ein ganz besonderes Liebespaar begraben.

Die Meilensteine der beiden berühmten Magdeburger Ottos werden hier neu zum Leben erweckt. Der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen, Otto der Große, errichtete hier seine prächtige Lieblingspfalz. Im Jahr 968 machte er Magdeburg zum Erzbistum.

Ihm verdankt die Stadt den kolossalen Dom. Magdeburg war Mittelpunkt der politischen Herrschaft – und wurde in einem Atemzug mit Rom und Byzanz genannt.

Große Errungenschaften fanden von hieraus ihren Weg in die Welt. So wie die heute unentbehrliche Luftpumpe. Ihr Erfinder und Physiker Otto von Guericke war in Magdeburg zu Hause. Mit seinen bekannten Magdeburger Halbkugeln wird in der ganzen Welt die Kraft des Luftdrucks bewiesen.

Der rasante Ritt durch Vergangenheit und Gegenwart lässt hinter den einzelnen Jahreszahlen die Geschichte Magdeburgs schlaglichtartig aufflackern. Dreimal zerstört, dreimal wieder aufgebaut, Epochen des Verderbens und des Glanzes. Durch den steten Willen zur Veränderung konnte sich eine selbstbewusste und vielschichtige Metropole entfalten.

Noch heute wird in der Ottostadt nie Dagewesenes zur Realität: Entdecke also mit mir eine der ältesten Städte Deutschlands, die heute moderne Elb- und Kulturmetropole ist. Hier steht nicht nur der schlauste und höchste Holzturm der Welt, sondern es fließt auch der Mittellandkanal durch Europas größte Stahlkonstruktion.

Stadtrundgang durch Magdeburg

Auf dem Programm steht:

  • Alter Markt mit dem Magdeburger Reiter
  • Johanniskirche, in der einst Martin Luther predigte
  • Kunst­museum Kloster Unser Lieben Frauen
  • Hun­dert­wassers GRÜ­NE ZITADELLE VON MAGDEBURG
  • 800-jähriger Magdeburger Dom

Vor der Information kommt der Lärm: Wir haben unser Gepäck in einem Hotel nahe dem Magdeburger Bahnhof deponiert und uns mit einem Stadtführer verabredet. Der begleitet uns auf den Straßen Richtung Elbe. Doch mit dem farbenfrohen Umzug genau zu dieser Tageszeit am Christopher Street Day hat er (und wir) nicht gerechnet – Kommunikation unmöglich.

Die Schlange der fröhlich Marschierenden, gespickt von Wagen mit heftig dröhnenden Lautsprechern und bewacht von Polizeiwagen, hemmt unser Vorwärtskommen. Aber egal, zehn mal lieber das lustige Völkchen als die zur selben Zeit unter größten Sicherheitsvorkehrungen vor dem Dom stattfindende Querdenker-Demo, die inhaltlich so ganz aus der Zeit und vor allem aus der Realität gefallen zu sein scheint.

Wir lassen den Zug nun entfleuchen und sich auf dem Alten Markt sammeln – und gelangen vorbei an prunkvoll für die Arbeiterklasse der DDR erstellten Straßenzügen

zu restaurierten Plattenbauten, deren Fassade Eindruck macht.

Aus Gründen des durch Lärm behinderten akustischen Verständnisses am Alten Markt, wo zur Zeit der Bär tobt, lassen wir diesen Platz zunächst ausfallen. Das Alte Rathaus mit dem Sitz des Oberbürgermeisters ist eines der bedeutendsten Gebäude der Stadt. Seine Geschichte geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Zentrum vieler Veranstaltungen und Ort des täglichen Marktgeschehens ist der Alte Markt. In seiner Mitte steht der Magdeburger Reiter, eine vergoldete Bronzekopie des ersten freistehenden Reiterstandbildes nördlich der Alpen. Der Vollständigkeit halber hier ein Foto von Kaiser Otto, ganz in Gold:

Der Magdeburger Reiter

Auch auf dem Alten Markt: Der Magdeburger Roland

Nördlich des Rathauses: Otto von Guericke Denkmal

Aus Zeitgründen lassen wir die Johanniskirche, in der einst Martin Luther predigte und der in einem Denkmal davor steht, vorerst links liegen. Nur soviel für heute: Die Geschichte der ältesten Pfarrkirche der Stadt geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Martin Luther hielt hier seine Predigt über Gerechtigkeit, in deren Folge sich der Rat und die Stadt zum Protestantismus bekannten. Auch Otto von Guericke hinterließ seine Spuren. Der Erfinder der Luftpumpe und seine Familie wurden in der Gruft beigesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark zerstört. 1991 begann der Wiederaufbau zum Konzert- und Tagungsort. Max Uhlig hat mit der Gestaltung der Fenster ein herausragendes Kunstwerk geschaffen.

Telemann und die vier Temperamente

Vorbei an der Skulptur „Telemann und die vier Temperamente“ – von Eberhard Rossdeutscher erreichen wir das Kloster Unser Lieben Frauen, das das Kunstmuseum beherbergt. Apropos Telemann: Der Barockkomponist Georg Philipp Telemann erblickt 1681 in Magdeburg das Licht der Welt. Auch seine Kindheit verbringt er dort. Seine erste Oper „Sigismundis” entsteht gegen 1693. Telemann gilt heute als bedeutendster Komponist des 18. Jahrhunderts, ein Wunder an Produktivität. Nicht umsonst gilt Georg Philipp Telemann als der „Poptitan“ des Barock. Da muss sich Herr Bohlen, seines Zeichens Poptitan der Neuzeit, noch gewaltig ins Werk legen:  In 75 Jahren Telemanns Schaffens entstanden über 3.600 Werke. Es gibt kaum ein Instrument, das er nicht selbst spielte. Alle zwei Jahre finden zu Ehren des Komponisten die Magdeburger Telemann-Festtage statt.

Das Kloster Unser Lieben Frauen

ist das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs.  In der romanischen Klosteranlage trifft junge Kunst auf alte Architektur. Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen ist der wichtigste Ort für zeitgenössische Kunst und Skulptur in Sachsen-Anhalt.

Beachte die verspiegelten Fensterläden des Klosters, ein Kunstwerk für sich

Klosterpforte: Der Mann kriegt immer eines auf den Deckel

Zwischen den Gemäuern aus dem 11. und 12. Jahrhundert sind internationale Werke der Gegenwartskunst zu sehen. Das Kloster ist ein wichtiger Teil der „Straße der Romanik“. Ein Informationszentrum am Domplatz 1b gibt Einblicke in die romanische Baukunst und den Verlauf der Tourismusroute.

Bis auf die beiden Ausstellungsebenen im Keller, wo antike Kunstschätze ruhen, kannst Du den Aufzug nutzen, wenn Du nicht gut zu Fuß bist, um die Stockwerke zu wechseln. Frag bei der Kasse nach, bevor zu zu lange nach dem Aufzug suchst.

Im Foyer des Museums treffen wir zufällig (schon wieder) auf Telemann, den berühmten Musiker der Stadt. In persona! Er (dargestellt von Michael Schenk) lässt es sich nicht nehmen, im Kreuzgang des Klosters auf seinem historischen Instrument eine kurze Kostprobe zu geben.

Michael Schenk aka Barockkomponist Georg Philipp Telemann

Wenn Du zur Lichterwelt Magdeburg in der Stadt weilst, kannst Du Herrn Schenk, der auch hier den Telemann gibt, vor dem Telemannbrunnen spielen sehen.

Telemann (Michael Schenk) am Telemannbrunnen. Foto: Lukullus-Tours

Kreuzgang

Apropos Lichter und Weihnachten: Jeder kennt den rotblättrigen Weihnachtsstern. Was viele nicht wissen: Der Weihnachtsstern wurde von einem Magdeburger entdeckt. Der mit seiner Familie 1902 nach Amerika ausgewanderte Lehrer und Pflanzenkenner Albert Ecke († 1919) siedelte sich in einem Vorort von Los Angeles an. In der näheren Umgebung entdeckte er, zusammen mit seinem Sohn Paul, die meterhohe Wildpflanze. Eine Erfolgsgeschichte mit Anbau und Verkauf des Weihnachtssterns nahm ihren Anfang.

Klosterkirche St. Marien

Wir verlassen das Kloster und kommen an der Klosterkirche St. Marien vorbei zum schwer bewachten 20.000 Quadratmeter großen Domplatz, auf dem sich heute in kleiner Zahl die Querdenker oder ähnliche Gruppierungen dem spärlichen Publikum zeigen.

Kanaldeckel: Ein Steckenpferd von mir. Da ich gehbehindert bin, muss ich genau sehen, wohin ich trete. Kanaldeckel und anderes mehr kommt mir so vor die Linse.

Schätzungsweise sind mehr Ordnungshüter an den Ecken des Domplatzes in Stellung gebracht worden als Zuhörer/Zuschauer und Menschen auf der Bühne zu zählen sind. Aber wer weiß das schon vorher, dass die Regenbogen-Community vor dem Rathaus am heutigen Christopher-Street-Day mehr Menschen anzieht als diese Veranstaltung hier. Ich frage mich, ob aus den Düsen des Wasserspiels auf dem Domplatz mehr Verschwurblung herauskommt als aus den Lautsprechern. Wenigstens bieten die kleinen Fontänen etwas fürs Auge.

Magdeburger Dom

104 Meter hoch ragen die Türme des Magdeburger Doms über die Stadt. Im Jahr 955 veranlasste Kaiser Otto der Große den Bau einer prachtvollen Kathedrale in seiner Lieblingspfalz Magdeburg. Otto stattete seinen Dom mit antiken Kostbarkeiten aus, die er von Oberitalien aus nach Deutschland herbeischaffen ließ. So zum Beispiel Säulen aus Marmor und Granit in den kaiserlichen Farben, die noch immer im Dom zu finden sind. 1207 zerstörte ein Stadtbrand den ottonischen Bau. Neu aufgebaut wurde der Dom als erste gotische Kathedrale Deutschlands.

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Schlank und sehr sehr hoch kommt der Innenraum des Doms daher

Ein kleiner Altar an einer Säule: Mit feinsten Details verziert

Was macht die alte Holzkiste mitten im Dom? Hier hat der umtriebige Ablasshändler Johann Tetzel die Barschaften gesammelt, die ihm von den Ablass-Käufern überantwortet worden sind. Daumen runter: Martin Luther gefällt das nicht. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ (zugeschrieben dem Herrn Tetzel, aber vermutlich von Martin Luther).

Hier soll Otto der Große beerdigt sein

 

Heute können die Grablegen des ersten deutschen Kaisers und seiner Gemahlin Editha besichtigt werden sowie Kunstwerke von Weltrang. Dazu gehören die frühgotischen Skulpturen der Klugen und Törichten Jungfrauen und des Heiligen Mauritius. Seit dem Jahr 1567 ist der Dom evangelisch.

Smile! Selten hat man grinsendere Jungfrauen gesehen. Auf der anderen Seite des Paradiesportals die „Törichten Jungfrauen“. Ein trauriger Anblick. Alle Figuren (Ursprung Mitte des 13. Jahrhunderts) mussten übrigens abgenommen, restauriert und wieder an den ursprünglichen Platz gestellt werden.

Rückseite des Doms

Dommuseum Ottonianum

Im Jahr 968 gründete Kaiser Otto der Große in Magdeburg ein neues Erzbistum. Im und am Dom entdeckten Archäologen spektakuläre Zeugnisse dieser Zeit. Im neu eröffneten Dommuseum Ottonianum werden drei große Themenkomplexe des europäischen Mittelalters präsentiert: Kaiser Otto der Große mit seiner Königin Editha, das Erzbistum Magdeburg und die einzigartigen Funde der archäologischen Grabungen. Dazu gehören ein Original-Bleisarkophag und kostbar bestickte Erzbischof-Schuhe. Das Museum hat leider am Montag zu – und wir suchen andere Sehenswürdigkeiten.

Auf der Rückseite des Doms kommen wir kurz vor der Elbe zur

Bastion Cleve

Diese restaurierten Gemäuer und Bauten sind Abschluss der ehemaligen Festung Magdeburg. Magdeburg galt einst als die stärkste Festung Preußens. Die Stadtbefestigung Fürstenwall erinnert an diese Zeit. Die Bastion Cleve mit ihren meterdicken Mauern bildete damals die südöstlichste Eckbastion eines kompletten Rings.

 

Danach ist es nicht mehr weit zum

Areal des Elbbahnhofs und Hubbrücke

2008 hat die Landeshauptstadt Magdeburg das Area des Elbbahnhofs erschlossen und ermöglichte damit eine Revitalisierung des Areals. In Verlängerung der Keplerstraße ist mit dem neuen Platz am Elbbahnhof ein attraktiver öffentlicher Platz an der Elbe geschaffen worden – mit Blickbeziehungen zum Dom, zur Hubbrücke, zum Landesfunkhaus, zur Stadthalle und zum Aussichtsturm. Auf dem Platz steht die Skulptur „Zeitzähler“ von Gloria Friedman, Ergebnis eines internationalen Kunstprojekts „DIE ELBE [in]between“ des Magdeburger Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen.

ZEITZÄHLER

GLORIA FRIEDMANN (geb. 1950 in Kronach, lebt in Paris): ZEITZÄHLER, 2007/2008

Man sagt „die Zeit ist im Fluss und es heißt „Flüsse verbinden“. Die Skulptur von Gloria Friedmann für die Elbe macht auf den Zusammenhang aufmerksam, der die Zeit für den Menschen, wie für den Fluss, mit allen Wassern überall auf der Welt verbindet, mit den Wassern aller Flüsse und Seen, aller Wolken und Ozeane. Hier am Strom der Elbe, wie überall auf der Welt, hat der moderne Mensch die Gegenwart und auch die Zukunft in seinen Händen.

Hubbrücke

Die 1846 für die Eisenbahnstrecke von Magdeburg nach Potsdam errichtete Brücke ist ein Denkmal der frühen Eisenbahnzeit. 1934 folgte ihr Umbau zu einer der größten Hubbrücken Europas. Das 400 t schwere Mittelteil der Stahl-Fachwerkträgerkonstruktion konnte innerhalb von 5 Minuten durch eine elektrische Welle um fast 3 Meter angehoben werden.

Das Bauwerk wurde im Juni 2001 im angehobenen Zustand arretiert. Die Streckenstilllegung erfolgte bereits 1998. Mit der Wiedererrichtung und Einweihung der benachbarten Sternbrücke im Mai 2005 wurde die Hubbrücke gesperrt. Das im Jahr 2009 von einem Investor erworbene technische Baudenkmal wurde am 31.08.2013 nach langer Sanierung, auch durch die Unterstützung der Bevölkerung, die u.a. Geld für Holzbohlen mit individueller Gravur spendete, wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Seit 2008 trägt die Brücke die leider nur bei wenig Licht sichtbare rot/blaue Neoninstallation des italienischen Künstlers Maurizio Nannucci ,,VON SO WEIT HER BIS HIER HIN – VON HIER AUS NOCH VIEL WEITER“, die im Rahmen des Kunstprojekts „DIE ELBE [in]between“ entstanden ist.

Blick von der Hubbrücke auf den Dom. Man braucht schon viel Geduld, um auf der Elbe ein Schiff fahren zu sehen (Ausflugsschiffe und Boote einmal ausgenommen).

 

Auf dem Weg zurück lassen wir uns von …

Hundertwassers GRÜNE ZITADELLE VON MAGDEBURG

 

… beeindrucken, durch die wir durchlaufen können. Das (für uns) überraschend umfangreiche Bauwerk ist das letzte des berühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Die Grüne Zitadelle zieht mit ihrer bunten Fassade, den bepflanzten Dächern und den großen, goldenen Kugeln die Blicke auf sich.

Lang haben die Magdeburger über den Bau dieses einzigartigen Hauses diskutiert. Heute ist das fantasievolle Bauwerk nicht mehr wegzudenken und fügt sich auf dem Breiten Weg in das Ensemble von barocken Fassaden und modernem Design ein.

Der Künstler selbst erlebte die Fertigstellung im Jahr 2005 nicht mehr. 900 verschiedene Fenster hat Hundertwasser für das Haus entworfen. Die Innenhöfe sind für jeden zugänglich, Geschäfte laden zur Entdeckungsreise ein. In Cafés, Restaurants und einem Hotel können sich die Besucher zwischen bunten und schrägen Wänden verwöhnen lassen.

In den oberen Etagen befinden sich Wohnungen und Büros. Die Mieter haben hier das Fensterrecht, sie dürfen die Fassade selbst gestalten. Auch die Bäume in und vor ihren Räumen befinden sich in ihrer Obhut. Eine Musterwohnung und aussichtsreiche Führungen über die Terrassen machen die Idee des österreichischen Künstlers erlebbar.

Stadtrundfahrt zu Land und Wasser

Auf einer einstündige Bustour im offenen ersten Stock eines Doppeldeckerbusses fahren wir zu sehenswerten Orten der Innenstadt: Magdeburger Dom, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Hundertwassers GRÜNE ZITADELLE VON MAGDEBURG, vorbei an Straßenzügen im Gründerzeitviertel und vieles mehr.

Plättbolzen (1886), Hasselbachplatz, quasi das Pendant zum “Flat Iron Building” von New York City

Schiffsmuseum „Württemberg“

Dann hält der Bus vor der Anlegestelle der Schiffe und wir lassen uns auf der Elbe vorbei an der historischen Stadtsilhouette und den herrschaftlichen Parkanlagen tragen.

Da, wo die zahlreichen Wohnmobile stehen, legt auch das Ausflugschiff ab


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Aussichtsplattform hinter dem Dom

Baudenkmal „Schöpfwerk „Wasserschlösschen“ von 1856 bis 1859.

 

Schade finde ich es, dass die gut verständlichen Lautsprecherdurchsagen nicht immer mit dem Auftauchen der Sehenswürdigkeiten synchronisiert sind. Ich fühle mich ein wenig im Stich gelassen, weil das eben besprochene Ziel nicht auftaucht (oder vielleicht schon dem Blick entschwunden ist).

2013: Die größte Hochwasserkatastrophe schlägt buchstäblich über Magdeburg zusammen. Der Höchstpegelstand liegt am 9. Juni bei 7,48 Metern. Normalerweise liegt der Wasserstand der Elbe bei knapp 2 Metern.

Insgesamt hat die Tour rund 2 Stunden 15 Minuten gedauert. Wir werden an der Landestelle „Petriförder“ aus der Führung quasi „entlassen“ und dürfen/müssen den weiteren Weg selbst erkunden, was zugegebenermaßen recht einfach ist. Noch eine Info für Schwerbehinderte (GdB ab 50%): 2021 zahlst Du statt 22,50€ nur 12€ für die Stadtrundfahrt mit Bus und Schiff. Wenn Deine Begleitperson eingetragen ist, kommt sie kostenlos mit.

Spaziergang rund 850 Meter: Elbaufwärts zu Fuß und dann liegt schon die Johanniskirche zur rechten Hand, wo wir im davor sich ausbreitenden Biergarten „Ratsgarten“ das heimische Bier vom Fass genießen.

„Stolpersteine“ lassen an die Menschen in einem der düstersten Zeitalter unserer neueren Geschichte denken. Bleibt wachsam!

Biergarten „Ratsgarten“

Elbauenpark

Im Elbauenpark gibt es auf rund 100 Hektar Grünfläche Freizeitspaß für jeden. Alle mutigen Besucher erwartet auf dem Jahrtausendturm die Riesenseilrutsche ElbauenZip mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern. Nervenkitzel ist auch auf den abenteuerlichen Spielplätzen zwischen den Wällen, im Kletterpark, auf der Sommerrodelbahn und im Irrgarten garantiert. Tierfreunde kommen im tropischen Schmetterlingshaus mit exotischen Faltern und Pflanzen sowie am Damwild- und Streichelgehege auf ihre Kosten.

 

Ein Genuss ist der Elbauenpark vor allem für alle Blumenliebhaber. Hunderte Narzissen, Rosen und Dahlien erblühen jedes Jahr auf dem ehemaligen Bundesgartenschaugelände. Von April bis Oktober verkehrt auf dem großen Freizeitareal der Elektroparkbus Elbauen-Express.

Die Seebühne und weitläufigen Grünflächen sind seit der BUGA 1999 beliebte Veranstaltungsorte. Einst standen an diesem Ort Kasernen und Schießwälle. Seit preußischer Zeit wurde das Gelände militärisch genutzt. Nach der verheerenden Bombardierung im 2. Weltkrieg lagerte hier der Trümmerschutt. Um an das zerstörte Magdeburg zu erinnern, wurden alte Ziegelsteine im Park neu verbaut.

Jahrtausendturm

 

In nur 6 Monaten wurde der weltweit höchste Holzturm seiner Art für die Bundesgartenschau 1999 gebaut. Auf 9 Ebenen können wir die Entwicklungsgeschichte unserer Zivilisation erleben. Der Rundgang ist auf allen Ebenen im Uhrzeigersinn angelegt. Das Anliegen der Veranstalter besteht darin, dem Besucher Gesamtzusammenhänge und die Wechselbeziehung von Ursache und Wirkung nahe zu bringen. Du brauchst schon ein paar Stunden Zeit, um durch das historische Panorama im Jahrtausendturm zu spazieren.

Apropos „spazieren“: Da ich gehbehindert bin, frage ich gerne, wie ich ohne Treppen von Ebene zu Ebene komme. Das ist hier gut möglich: Rund um die Außenhaut des Turm windet sich eine breite Rampe, die Zutritt zu den Ausstellungsebenen gewährt. Siehe auch Kapitel „Barrierefreiheit“.

 

Dominierend ist das „Foucaultsche Pendel“, dass von der rund 20 m hohen Decke des Turm hängt. Dieses Experiment liefert den anschaulichen Beweis für die Drehung der Erde um die eigene Achse.

Das „Foucaultsche Pendel“ pendelt als Kugel mit Spitze über einer blauen Scheibe mit Stiften, von denen es regelmäßig (mit Pausen) einen Stift nach dem anderen umwirft.

Links  befindet sich die Grube der Ur- und Frühgeschichte. Dahinter ein Modell von Babylon mit dem berühmten Turmbau. Rechts kannst Du in die ägyptische, dann die griechische Kultur eintauchen und dann gelangst so zur großen Wasserschöpfanlage von Archimedes und zur Römerstraße. 

Beispiel: Der automatische Türöffner – von Heron von Alexandria, der ein griechischer Mathematiker und Ingenieur war. Wir warten, bis eine Aufsichtsperson das Experiment in Gang setzt und uns erklärt: Ein Opferfeuer erwärmt die Luft. Worauf sich diese ausdehnt und Wasser aus einer Kugel in einen Eimer treibt, der an einem Seil hängt. Dieses Seil dreht die Achsen der Türen. Beim Erlöschen des Feuers folgt der umgekehrte Vorgang. Endlich kapiert!

Auf Ebene 6, in 42 Metern Höhe, sind wir auf der Spitze des Turms angekommen. Der Elbauenpark mit seinen Attraktionen liegt zu unseren Füßen und die Landeshauptstadt Magdeburg zeigt sich als Panorama.

Wenn Du unten ein Ticket gelöst hast, kannst Du per Seil vom Turm aus in den Park gleiten.

Herrenkrugpark

Nicht weit weg vom Elbauenpark bietet der Herrenkrugpark fabelhafte Aussichten auf die Elbauen. Unter anderem hat hier der General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten Peter Joseph Lenné beeindruckende Spuren in Magdeburg hinterlassen. Hotel, Galopprennbahn und Golfplatz machen den historischen Herrenkrug zu einem beliebten Ausflugsziel.

Herrenkrugbrücke

Den Tag ausklingen lassen

Noch ein paar Schritte in dieser wunderbaren Stadt, die zu einem Wiederholungsbesuch einlädt, weil wir noch lange nicht alles gesehen haben, …

Magdeburg Sports Walk of Fame: Olympia-Gewinner, mit und ohne Handicap

… und dann lassen wir am Springbrunnen am Ulrichplatz den Tag italienisch ausklingen.

Barrierefreiheit

Ein großes Thema, nicht nur hier im ReiseMagazin & ReiseBlog. Magdeburg macht Ernst mit der Barrierefreiheit. „Otto für alle“ ist eine Broschüre mit großer Schrift, mit innenliegendem Stadtplan und Liniennetzplan und allen touristischen Highlights, die sich die Macher der Schrift besonders in Hinblick auf Zugänglichkeit für Menschen mit Handicap betrachtet haben.

Der Doppeldeckerbus hat seit Sommer 2019 einen extra Platz für Rollstuhlfahrer. Stadtführungen für mobilitätseinschränke, blinde und sehbehinderte Gäste sowie Hörbehinderte, Gehörlose und Gäste mit Lernschwierigkeiten werden angeboten. Arg viel mehr kann man/frau nicht erwarten.

Im Jahrtausendturm ist für Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen nur die Ebene 1 / Kuppelsaal vorgesehen. Je nach Grad Deiner Geh-Behinderung kannst Du aber die außenliegende Rampe, die von der Steigung/Gefälle her leider nicht für Rollstühle zugelassen ist, zum Wechsel der Stockwerke nutzen.

Weiterführende Links

Tourist Information Magdeburg

Stadtführungen in Magdeburg: Zu Fuß, zu Wasser, mit dem Bus

Magdeburger Dom

Erste gotische Kathedrale auf deutschem Boden
www.magdeburgerdom.de

Dommuseum Ottonianum Magdeburg

Kaiser Otto der Große neu inszeniert
www.dommuseum-ottonianum.de

DIE GRÜNE ZITADELLE VON MAGDEBURG

Faszinierendes Meisterwerk von Friedensreich Hundertwasser
www.gruene-zitadelle.de

Kunstmuseum

Kloster Unser Lieben Frauen
Monumentale Romanik trifft auf moderne Kunst
www.kunstmuseum-magdeburg.de

Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Herzstück ist die längste Trogbrücke Europas, die den Mittellandkanal über die Elbe führt.
www.visitmagdeburg.de

Elbauenpark mit Jahrtausendturm

Spielspaß, Wissen und Gartenträume
www.elbauenpark.de

Lichterwelt Magdeburg

Lass Dich von einem einzigartigen glitzernden Wunderland verzaubern! Mehr als eine Million Lichter, Hunderte Kilometer lange Lichterketten und 500 glänzende Christbaumkugeln verwandeln Magdeburg jeden Winter über in eine einzigartige Lichterwelt. Inmitten von 320 geschmückten Laternen und glänzend dekorierten Hausfassaden entstehen rund 60 überlebensgroße Leuchtskulpturen, die die Geschichte der Stadt zeigen.
www.lichterwelt-magdeburg.de

Weiter geht es mit Sachsen-Anhalt in diesem Beitrag:

Gartenträume: Historische Parks in Sachsen-Anhalt – ein Reisebericht in ReiseFreak’s ReiseMagazin und ReiseBlog

Gartenträume: Historische Parks in Sachsen-Anhalt

Übernachten

Maritim Hotel Magdeburg*
(Antirutschmatten hat man dort leider nicht im Haus. „Die Fliesen sind in der Dusche rutschhemmend“, steht in der Mail. Ich könne aber eine eigene Matte mitbringen. Sehr liebenswürdig. Bevor ich das tue, nehme ich lieber ein kleines Handtuch mit in die Duschtasse. Das hilft, wenn es zu rutschig werden sollte, gegen diverse potentielle Knochenbrüche)

IntercityHotel in Magdeburg*

Hotels in Magdeburg – Direktlink zu Hotel.de*

Hotels in Dessau – Direktlink zu Hotel.de*

Die 10 besten Hotels in Magdeburg (Ab € 43) – Direktlink zu booking.com*

Offenlegung

Danke an Franziska Ellrich, Thomas Schwenke und Herman Mensink vom Magdeburg Marketing für die Unterstützung bei Stadtrundgang, Bus- und Schiffsfahrt und Tipps zu den Sehenswürdigkeiten sowie für die Bildrechte. In diesem Zusammenhang auch danke an Michael Schenk für die Erlaubnis zur Abbildung der beiden Fotos. Danke an Matthias Ulrich vom Projektmanagement Gartenträume für Organisation der Führung im Elbauenpark. Die Aufwendungen für Übernachtung und Verpflegung während des hier beschriebenen Programms in Magdeburg haben wir selbst übernommen.


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