Genf, Destination Kultur – Internationale Perspektiven, einzigartige Museen sowie neue, besondere Kulturräume
Translation with GoogleGenf überrascht mit weit mehr als internationalem Flair und Seepromenade: Die Stadt am Genfersee positioniert sich zunehmend als Kulturdestination mit immersiven Erlebnissen, bedeutenden Sammlungen, zeitgenössischer Kunst, Musik, Tanz und ganz eigenen Filmbühnen. Zehn Genfer Kulturinstitutionen stellten bei einem Medienlunch im Zürcher Löwenbräu-Kunstareal vor, wie vielfältig das Angebot zwischen Altstadt, Seeufer und internationalem Viertel inzwischen ist.
Kultur und Tourismus im Dialog
Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, welche Rolle Kultur im Tourismus spielt – und welchen Beitrag der Tourismus für die Kultur leistet. Adrien Genier, Direktor der Stiftung Genf Tourismus & Kongresse, und Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, betonten, dass Kulturinstitutionen Reisende zunehmend als wichtige Zielgruppe entdecken. Gleichzeitig integrieren Tourismusorganisationen kulturelle Angebote stärker in ihre Destinationsstrategie.
Wichtig sei dabei, die unterschiedlichen Aufträge und Rahmenbedingungen der Kulturinstitutionen zu respektieren. Entscheidend ist der laufende Dialog zwischen beiden Seiten. Auch wenn Kulturtourismus weiterhin ein Nischensegment bleibt, bietet er Städten die Chance, ihr Angebot zu erweitern und neue Reiseanlässe zu schaffen.
Wüthrich verwies auf ein Modell aus dem Skitourismus: Gäste übernachten eine Woche in einer Stadt und entdecken täglich ein anderes Skigebiet. Ähnlich könnte eine Kulturreise durch die Schweiz funktionieren – mit verschiedenen Museen, Bühnen und Kulturstätten als Stationen. Die Schweiz werde international und national oft auf Berge und Heidi reduziert, obwohl ihre Städte eine reiche Kulturlandschaft bieten.
Together: Einblick in die Welt der Diplomatie
Eine der spannendsten neuen Adressen ist das Portail des Nations, das im Juni 2026 am Eingang zum Palais der Nationen eröffnet hat. Der Rundgang «Together» führt durch drei Pavillons und verbindet szenografische, visuelle, akustische und interaktive Elemente zu einer Reise durch die internationale Zusammenarbeit. [1]
Du erlebst, wie Staaten und Organisationen angesichts globaler Herausforderungen eine gemeinsame Sprache finden, Wissen aufbauen und Lösungen entwickeln. Das Besucherzentrum widmet sich der Rolle Genfs als Zentrum der multilateralen Diplomatie und macht die Arbeit der Vereinten Nationen auf anschauliche Weise erlebbar. [1][2]
Fünf Jahrtausende Schriftgeschichte
Nach drei Jahren Renovation lädt die Martin-Bodmer-Stiftung seit Mitte September zu einer neuen Dauerausstellung ein. Rund 250 außergewöhnliche Exponate erzählen fünf Jahrtausende Schriftgeschichte – darunter Papyri, mittelalterliche Manuskripte und die Gutenberg-Bibel. Fast 80 Prozent der Objekte waren zuvor noch nie öffentlich zu sehen.
Neue Bühnen für Tanz und Musik
Mit dem Concorde Espace Culturel ist im September 2026 ein großer Kulturort an den Start gegangen. Nach zehnjähriger Bauzeit vereint das Haus Veranstaltungsräume, Tanz- und Musikstudios, ein Hotel, ein Restaurant sowie Studierendenwohnungen. Für die Eröffnungssaison sind 47 Produktionen und fast 100 Veranstaltungen geplant, unter anderem mit Germaine Acogny, Christos Papadopoulos, Tiago Rodrigues und Sharon Eyal.
Ein weiteres Projekt verspricht besondere Atmosphäre: Das historische Kino Le Plaza soll 2027 als Kultur- und Begegnungsort wiedereröffnen. Das Gebäude stammt vom Architekten Marc J. Saugey und gilt als Juwel der modernistischen Architektur der 1950er-Jahre. Geplant sind ein historischer Kinosaal, ein Cinéma-Hotel mit 17 Zimmern im Stil privater Mini-Kinos sowie ein exklusiv kuratiertes Filmprogramm.
Museen mit internationalem Anspruch
Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum erneuert seine Dauerausstellung bis zum 8. Mai 2028 vollständig. Der Umbau fällt mit dem 40-jährigen Bestehen des Museums und dem 200. Geburtstag von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, zusammen. Während der Arbeiten bleibt das Museum geöffnet.
In der Genfer Altstadt zeigt das Internationale Museum der Reformation einen internationalen, säkularen und pluralistischen Zugang zum Thema. Bis zum 24. Januar 2027 widmet sich eine neue Ausstellung dem Schweizer Künstler Ferdinand Hodler und seiner Beziehung zum Religiösen – von biblischen Motiven bis zu seinen großen symbolistischen Kompositionen.
Kultur entdecken – ganz ohne Auto
Genf eignet sich besonders gut für einen inspirierenden Kulturaufenthalt: Museen, Bühnen und Kulturstätten liegen nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß oder mit dem Velo erreichen. Ergänzt wird das Angebot durch internationale Film- und Theaterproduktionen, Genfer Musikfestivals sowie kostenlose Sommerkonzerte am Genfersee.
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