Herbst in Tschechiens Felsenstädten: wandern zwischen Sagen und Sandstein
Translation with GoogleWenn der Herbst die Wälder in Gold und Rot taucht und Nebelschwaden durch tiefe Schluchten ziehen, dann erwachen Tschechiens Felsenstädte zu neuem Leben. Das Böhmische Paradies, die Weckelsdorfer Felsenstadt und die Böhmische Schweiz laden dich ein, auf den Spuren von Sagen zu wandeln – und dabei die grandiose Kraft des urzeitlichen Meeres zu bestaunen, das diese Sandsteinriesen vor Millionen Jahren formte.
Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt – wo Götter zu Stein wurden
Im Nordosten Tschechiens erhebt sich eine der spektakulärsten Naturlandschaften Europas: die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Der Legende nach verwandelten zornige Götter hier ganze Städte in Stein. In Wahrheit formte das Wasser des einstigen Kreidemeeres über Jahrmillionen bis zu 200 Meter hohe Sandsteinformationen. Auf gut ausgeschilderten Rundwegen entdeckst du skurrile Naturmonumente wie den „Bürgermeister und seine Frau“, die „Teufelsbrücke“ oder das „Adlernest“.
Ein besonderes Highlight ist der Große Wasserfall. Wenn du laut „Krakonoš“ rufst – den tschechischen Namen des Berggeists Rübezahl –, öffnet ein Fährmeister die Schleusen und lässt aus 16 Metern Höhe Wasser tosen. Am Ende des Hauptwegs erwartet dich das Echo: Dein Ruf wird am gegenüberliegenden Kreuzberg siebenfach verstärkt. Weil die Natur hier besonders empfindlich ist, gilt ein Online-Reservierungssystem. Tickets sind in der Hauptsaison schnell vergriffen – buche also frühzeitig.
Böhmische Schweiz: Das Tor zu einer anderen Welt
Im Nationalpark Böhmische Schweiz, benannt nach der Sächsischen Schweiz, erlebst du eine der eindrucksvollsten Sandsteinlandschaften Mitteleuropas. Wanderwege führen dich durch enge Klamm, Labyrinthe und Tunnel – manche Abschnitte sind nur per Boot erreichbar. Das berühmte Prebischtor, das größte Sandsteintor Europas, ragt majestätisch in den Himmel und erinnert an die Felsbögen der USA.
Seit 2025 trägt der Kammweg der Böhmischen Schweiz das Gütesiegel „Leading Quality Trail – Best of Europe“. Nach dem großen Waldbrand 2022 hat sich die Natur erstaunlich schnell erholt. Besucher, die mindestens zwei Nächte in der Region bleiben, können zudem die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. So wird nachhaltiges Reisen hier ganz einfach.
Böhmische Paradies: UNESCO-Geopark mit Burgen und Schlössern
Das Böhmische Paradies war der erste UNESCO-Geopark Tschechiens. Hier wechseln sich schmale Felsspalten mit mittelalterlichen Burgen und romantischen Schlössern ab. Besonders die Hruboskalsko beeindruckt mit Aussichtsbalkonen hoch über den Wäldern. Wer Natur und Kultur verbinden möchte, entdeckt unterwegs historische Adelssitze wie Schloss Sychrov oder das Schloss Münchengrätz.
Ein eigens entwickelter Leitfaden unterstützt Besucher dabei, den Geopark zu schützen. Dazu gehören klare Empfehlungen: Bleibe auf markierten Wegen, nutze öffentliche Verkehrsmittel und gehe verantwortungsvoll mit sozialen Medien um.
Kleine Schwestern der großen Drei: Alternativen abseits der Hauptwege
Wer die bekannten Felsenstädte bereits kennt oder ruhiger wandern möchte, findet in den „kleinen Schwestern“ echte Geheimtipps. Die Braunauer Wände bieten wilde Felsformationen abseits der Touristenpfade. Das Kokořínsko lockt mit romantischen Felsenlabyrinthen und einer besonders reizvollen Felsklamm bei Hájovna. Die Tyssaer Wände im Elbsandsteingebirge dienten sogar als Drehort für den Märchenfilm „Rübezahls Schatz“.
Tschechien: Ein Land voller Kontraste
Tschechien verbindet Geschichte und Moderne auf einzigartige Weise. Städte wie Prag, Brünn oder Ostrava gelten als Zeitzeugen – damals wie heute. Entlang der 817 Kilometer langen deutsch-tschechischen Grenze verschmelzen Natur und Kultur. Vom Böhmerwald über die Sächsisch-Böhmische Schweiz bis hin zum Riesengebirge zeigt das Land viele Facetten. Auch das westböhmische Bäderdreieck mit Karlsbad, Marienbad und Franzensbad zählt seit 2021 zum UNESCO-Welterbe.
Doch Tschechiens Erbe lebt nicht nur in Mauern, sondern auch in Gläsern: in Pilsen, der Wiege des Bieres, oder in Brünn, dem Zentrum der mährischen Weintradition. Hier werden jahrhundertealte Bräuche bis heute gepflegt.
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