Fünf Seen, ein Revier: Lausitzer Seenland eröffnet historischen Gewässerverbund
Translation with GoogleZwischen Berlin und Dresden ist am 29. Juni 2026 ein einzigartiges Wasserwanderrevier entstanden: Fünf ehemalige Braunkohletagebauseen im Lausitzer Seenland sind jetzt durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden – ein Meilenstein, der jahrzehntelange Transformation einer ganzen Landschaft krönt.
Vom Tagebau zum Traumrevier
Was heute als glitzernde Seenlandschaft lockt, war einst eine der größten Industrieregionen Deutschlands. Mehr als 150 Jahre lang prägte der Braunkohleabbau die Lausitz: Über zwei Milliarden Tonnen Kohle wurden aus Tiefen von mehr als 60 Metern gefördert, rund 120 Brikettfabriken standen zeitweise in Betrieb, mehr als 100 Orte wurden teilweise oder vollständig abgebaggert, Tausende Menschen mussten umsiedeln. Mit dem Ende der DDR und dem Rückgang des Kohlebedarfs begann ein tiefgreifender Strukturbruch – und eine bemerkenswerte Neuerfindung der Region.
Den Wendepunkt markierte die Entscheidung, stillgelegte Tagebaue zu fluten. Der Senftenberger See wurde zum Symbol dieses Wandels: Nachdem der Tagebau Mitte der 1960er Jahre stillgelegt worden war, begann seine Flutung 1967 – bereits sechs Jahre später war er für den Tourismus freigegeben. Seit Mitte der 1990er Jahre verantwortet die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Sanierung der einstigen Tagebaue.
Der Fünf-Seen-Verbund ist da
Seit dem 29. Juni 2026 sind der Senftenberger See, der Großräschener See, der Geierswalder See, der Partwitzer See und der Sedlitzer See über schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Das zusammenhängende Wasserrevier umfasst damit bis zu 5.300 Hektar nutzbare Wasserfläche – ideal für Wasserwandern, Bootstourismus und alle, die auf dem Wasser unterwegs sein wollen. Das Revier erstreckt sich über die Bundesländer Brandenburg und Sachsen, liegt rund 140 Kilometer südlich von Berlin und 60 Kilometer nördlich von Dresden.
Insgesamt zählt das Lausitzer Seenland heute mehr als 23 Seen mit einer Gesamtfläche von 13.600 Hektar – alle aus ehemaligen Tagebauen entstanden. Künftig sollen weitere Seen durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden werden. Häfen und Marinas gibt es bereits am Senftenberger, Geierswalder, Bärwalder und Großräschener See; seit Mai 2026 hat auch der Sedlitzer See einen neuen Hafen.
Tourismus boomt – die Zahlen sprechen für sich
Der Wandel macht sich auch statistisch bemerkbar: Im brandenburgischen Teil des Lausitzer Seenlandes haben sich die Übernachtungszahlen innerhalb von nur zehn Jahren mehr als verdoppelt – von 338.000 im Jahr 2015 auf 700.000 im Jahr 2025.
„Der Fünf-Seenverbund im länderübergreifenden Wasserrevier mit Sachsen hat bereits jetzt überregionale Strahlkraft“, sagt Christian Woronka, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg. „Er stärkt die Position der Wassertourismus-Destination Brandenburg und trägt erheblich zur Lebensqualität bei.“
Fünf-Seen-Challenge: Tausende ins Wasser
Die Eröffnung wurde mit einem großen Bürgerfest gefeiert. Tausende Teilnehmer schwammen mit blauen Badekappen nacheinander in allen fünf Seen – die sogenannte Fünf-Seen-Challenge. Los ging es um 16 Uhr am Badestrand Großkoschen am Senftenberger See, danach folgten im Viertelstundentakt der Geierswalder See, der Partwitzer See, der Großräschener See und schließlich der Sedlitzer See. Ab 17:30 Uhr wurde bekannt gegeben, welcher See die meisten Badegäste verzeichnen konnte.
Mehr als nur Wassersport
Das Lausitzer Seenland ist weit mehr als ein Wassersportrevier. Rund 1.900 Kilometer ausgeschilderte Radwege durchziehen die Region, darunter Fernradwege wie die Seenland-Route (189 km), die Niederlausitzer Bergbautour (516 km) und der Oder-Neiße-Radweg. Wer Geschichte erleben möchte, findet eindrucksvolle Industriedenkmäler: das Besucherbergwerk F60, die Energiefabrik Knappenrode oder den aktiven Tagebau Welzow-Süd. Ende 2026 soll zudem das Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz eröffnen.
Auch für Reisende mit besonderen Bedürfnissen ist gesorgt: Das Lausitzer Seenland ist nach dem bundesweiten System „Reisen für Alle“ zertifiziert und bietet barrierefreie Strandzugänge, Handbike-Touren auf sechs Seerundwegen, schwimmende Ferienhäuser sowie die Vermietung von E-Bikes, Rollfiets und Tretmobilen.
Weitere Informationen unter: https://www.lausitzerseenland.de https://www.reiseland-brandenburg.de/lausitzer-seenland
