Quedlinburgs Stiftsberg: Sanierung bringt Schätze ans Licht
Translation with GoogleSachsen-Anhalt ist eine der dichtesten UNESCO-Welterbe-Regionen Deutschlands – und eine seiner faszinierendsten Stätten, der Stiftsberg Quedlinburg, erlebt gerade eine Renaissance. Während umfangreiche Sanierungsarbeiten dem historischen Ensemble neues Leben einhauchen, kommen dabei Funde zutage, die Historiker staunen lassen.
Ein Ort kehrt zu neuem Leben zurück
Auf dem Welterbe Stiftsberg Quedlinburg begann am 28. März 2026 ein neues Kapitel: Als erster Baustein des sanierten Ensembles öffnete die neu gestaltete Ausstellung in der Stiftskirche St. Servatii ihre Türen – samt Krypta, Schatzkammern, restaurierten Fassaden der Stiftsgebäude, dem rekonstruierten Gartenhaus und der wiederhergestellten Schwarzen Küche. Der vollständige museale Rundgang im Schlossmuseum ist für Sommer 2026 geplant. Dann wird auf über 2.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Geschichte des Damenstifts erlebbar sein, das hier 866 Jahre lang bestand und die Region maßgeblich prägte – barrierarm und auf internationalem Niveau.
„Sachsen-Anhalt verfügt über eine einzigartige Konzentration an UNESCO-Welterbestätten. Mit der etappenweisen Wiedereröffnung des Stiftsbergs verbinden wir den Erhalt kultureller Substanz mit einer zeitgemäßen Präsentation“, erklärte Dr. Robert Franke, Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin.
Was die Sanierung verbarg
Bei den Arbeiten am Schloss auf dem Stiftsberg kamen spektakuläre Überraschungen ans Licht. Hinter hölzernen Paneelen des 18. Jahrhunderts entdeckten Arbeiter an der Außenwand der Dechanei handgemalte Illustrationen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts – die originale Wandgestaltung aus der Bauzeit. Beim Abbruch einer Treppe aus dem Jahr 1936 wurde die bis dahin verborgene, intakte Außenwand des romanischen Torhauses freigelegt; ab Sommer 2026 können Besucher mit dem Fahrstuhl daran vorbeifahren.
Bei der Auskofferung des Jägergartens kamen zudem hochqualitative Mauerzüge aus der Romanik zum Vorschein, die mit dem Vorgängerbau der heutigen Residenz in Verbindung stehen. Und bei der Restaurierung der Wandbespannungen fanden sich Zeitungen mit handschriftlichen Notizen – einst als Unterfütterung bei früheren Restaurierungen verwendet. Die Forscher versprechen, dass das noch längst nicht alle Geheimnisse des Stiftsbergs sind.
Musik und Moderne: Kurt Weill trifft Bauhaus
Während Quedlinburg in die Vergangenheit blickt, bringt das benachbarte Dessau Gegenwart und Geschichte zusammen. Beim 34. Kurt Weill Fest 2026 unter dem Motto „In Bewegung“ wurde auch das Bauhaus Dessau zur Bühne. Im Café-Bistro des Bauhauses nahm der Jazz-Sänger und Performer Atrin Madani das Publikum mit auf eine musikalische Erkundungstour voller Anekdoten und Humor. Der junge Berliner mit iranischen Wurzeln – Solist der Big Band der Deutschen Oper Berlin und Mitglied des Bundesjazzorchesters – interpretierte Songs von Milva bis Hildegard Knef, von Charles Aznavour bis David Bowie auf seine ganz eigene Art. Am Klavier begleitete ihn Harry Ermer, bekannt für seine mitreißende Energie auf Deutschlands Theater- und Konzertbühnen.
Sachsen-Anhalts 6 UNESCO-Welterbe auf einen Blick
Sachsen-Anhalt vereint gleich sechs UNESCO-Welterbestätten auf vergleichsweise engem Raum – eine Dichte, die weltweit ihresgleichen sucht:
- Bauhaus und seine Stätten in Dessau – Wiege der modernen Gestaltung
- Gartenreich Dessau-Wörlitz – Englische Landschaftsgartenkunst des 18. Jahrhunderts
- Himmelsscheibe von Nebra – Im Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes eingetragen
- Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg – Geburtsorte der Reformation
- Naumburger Dom – Meisterwerk der mittelalterlichen Skulptur und Architektur
- Welterbestadt Quedlinburg – Stiftskirche, Schloss und Altstadt mit über 2.000 Fachwerkhäusern
Dazu kommen das Biosphärenreservat Mittelelbe, der Drömling (seit 2023 als 17. UNESCO-Biosphärenreservat Deutschlands anerkannt) sowie der Naturpark Harz als Teil des Global UNESCO Network of Geoparks. Sachsen-Anhalt ist damit ein Reiseziel, das Geschichte nicht nur bewahrt, sondern aktiv neu erlebbar macht.
Welterbe Stiftsberg Quedlinburg
