Reise-Fortbildung (1) in Oberstaufen: Zum Allgäuer in 3 Tagen

1.200 Jahre Allgäu

Essen und Trinken, Geschichte und Brauchtum

Wie ich versuchte, in 3 Tagen zum Allgäuer zu werden.

 

Viele verschiedene Schritte führen zum Verständnis des Allgäus und des Allgäuers. Hier sind einige davon aufgeführt, die ich auf einem Kurztrip ins Allgäu machen durfte:

Umschulung: Wie Du in 3 Tagen zum Allgäuer wirst ein wenig über das Allgäu lernst

  • Schritt 1: Trachten machen Allgäuer
  • Schritt 2: „An Guata“ – Gemeinsames Kässpatzen-Essen
  • Schritt 3: Wanderung zum Weiler Zell, Ursprungsort der Allgäuer
  • Schritt 4: Allgäuer Brotzeit im Weiler Zell
  • Schritt 5: Kleine Kräuterwanderung
  • Schritt 6: Allgäuer Bergwiesen-Wellness
  • Schritt 7: Schon wieder „Guten Appetit“: So schmeckt das Allgäu
  • Schritt 8: Heimatmuseum – eine Zeitreise durchs Allgäu

 

Panorama Oberstaufen: Klick zur Vergrößerung

 

Schritt 1: Trachten machen Allgäuer

Romana Strele zeigt uns die typischen Allgäuer Trachten und erläutert die Tradition von den Anfängen als Dienstkleidung bis heute zu verschiedensten Anlässen.

 

Untrennbar verbunden mit den vielen Traditionen sind die Allgäuer Trachten, vor allem an den hohen Festtagen werden sie auch heute noch voller Stolz getragen. Am Fasnatziestag, dem Faschingsdienstag und Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Oberstaufen, wird die Bürgertracht ausgeführt. Besonders auffällig sind die goldbestickten Radhauben der Damen. Der Brauch dieses hohen Festtags geht zurück auf das Jahr 1635 als die Pest in Oberstaufen wütete.

 

Edelweißstickereien an den Trägern einer Lederhose

Damals zogen die ledigen Burschen mit einer Fahne und Trommeln durch den Ort, um den Menschen ihren Lebensmut zurückzubringen. Noch heute wird der Fahnenumzug vom Butz begleitet. Die Narrengestalt Oberstaufens kehrt mit seinem Besen die Festteilnehmer und Häuser ab und reinigt sie so symbolisch von der Pest.

Ursprünglich diente die Tracht jungen Mägden und Knechten auf den Höfen als Gewand für die Arbeit in Wald und Wiese sowie Stall und Haus und musste vor allem strapazierfähig sein. Erst als in den 30er Jahren die Städterinnen zur Sommerfrische in die Berge reisten und nicht zuletzt durch die Operette „Im weißen Rößl“ wurden Dirndl auch in der Mode beliebt und fortan mit aufwändigeren Stickereien verziert.

Die charakteristischen Elemente und Materialien der Allgäuer Trachten findest Du übrigens auch in den Zimmern des Lindner Parkhotel & Spa wieder, wo ich logiere: Von Edelweißstickereien am Betthaupt, dekorativen Elementen aus Trachtenleder, über braunen Loden und schwarzen Filz als Plaid auf dem Bett bis hin zu Leinen bei den Zierkissen gibt es hier viele Details zu entdecken.

Tipp für Menschen mit Handicap: Den Laden von Trachten Strele kannst Du auch über eine (leider sehr steile) Rampe erreichen. Damit bist Du im Erdgeschoss. Das Obergeschoss kannst Du über eine (ebenfalls steile) Holztreppe erreichen (oder nicht, je nachdem wie Dein Handicap ausssieht).

Schritt 2: „An Guata“ – Gemeinsames Kässpatzen-Essen

Küchenchef Jürgen Wagenblast lässt seine Kässpatzen (in anderen Dialekten auch „Kässpätzle“ genannt) sowohl traditionell mit geschmälzten, aber auch an die Mode angepasst mit cross frittierten Zwiebeln in einer typischen Holzschüssel servieren. Dabei erzählt er, dass er seit über 30 Jahren im Parkhotel arbeitet und natürlich auch, was die Allgäuer Traditionsküche ausmacht und wie er sie gesund mit Kräutern kombiniert.

 

Ein Aperitif darf nicht fehlen

 

Chefkoch Jürgen Wagenblast weiß, die Käsespätzle schmecken nur echt mit Allgäuer Bergkäse und erklärt auch, wie das kommt:

„Die Allgäuer Bergkühe fressen reichhaltiges Gras mit vielen Kräutern. Das merkt man am Geschmack der Bergmilch, die direkt vor Ort zu Käse verarbeitet wird.“

 

 

 

Apropos „An Guata“: Das Lindner Parkhotel hat (hoffentlich auch) Dir ein Büchlein ins Zimmer gelegt. Dort kannst Du die gängigen Begriffe aus dem Allgäuerischen mit dem Hochdeutschen abgleichen. Für mich als Einwohner von bayrisch Schwaben nichts so sehr Neues, aber es könnte sein, dass Du bei der Aussprache, die sich stark von der Schriftform unterscheidet, schon Hilfe in Anspruch nehmen musst.

Ich denke, dass es genügend freundliche Menschen im Hotel gibt, die Dir da zur Hand gehen! Wenn Hotelchef Eberhard Müller gerade in der Nähe ist, hast Du große Chancen, in die Sprache und alles, was mit dem Hotel, Oberstaufen und dem Allgäu zu tun hat, eingeweiht zu werden.

 

Ausblick von meinem Balkon zur frühen Morgenstund Richtung Alpen und Kurpark. Ohne Zaun zum Lindner-Gründstück meint man, der Kurpark gehöre noch zum Hotel. Clever!

 

Schritt 3: Wanderung zum Weiler Zell,  Ursprungsort der Allgäuer

Im Weiler Zell tauchte vor 1.200 Jahren zum allerersten Mal das Wort „Albgau“, also Allgäu, auf. Der Name leitet sich vom althochdeutschen alb (Berg oder Bergwiese) und dem mittelhochdeutschen göu (Gebiet) ab und so bedeutet „Allgäu“ Berglandschaft.

 

„Was guckst Du?“

 

 

In Zell treffen wir Hanskarl Burger, mit 84 Jahren der älteste Bürger Zells, der alles über die Geschichte der Ur-Allgäuer weiß. Er zeigt uns den 54-Einwohner zählenden Ort und geschichtlich wichtige Punkte wie die Kapelle St. Bartholomäus.  Hanskarl Burger kümmert sich hier gemeinsam mit seiner Frau ehrenamtlich um das gotische Gotteshaus, in dem neben Andachten und Gottesdiensten auch viele Hochzeiten stattfinden.

 

Drastische Szenen sind in der Kapelle verewigt. Manche davon waren unter verschiedenen Schichten verdeckt und mussten durch langwierige Restauration erst behutsam ans Licht der Geschichte gebracht werden.

 

Die Wanderung von Oberstaufen nach Zell sieht bei Google Maps total flach auf. Aber das täuscht. Es sind einige wenige stärker ansteigende Abschnitte, alle auf geteerten Wegen, zu überwinden. Auch für Gehbehinderte, wenn auch langsam, zu machen.

 

Schritt 4: Allgäuer Brotzeit im Weiler Zell

Weißwurst gibt es im Ferienhof „Geissler“. Ich hätte eigentlich nicht das typische bayrische Nationalgericht erwartet, aber bitte: Ich bin noch lernfähig.

Während und nach dem Essen stellt uns Gerlinde Hagelmüller ihr liebevoll gestaltetes und mit Insiderwissen gespicktes Buch „Ursprüngliches Allgäu“ vor:

Ursprüngliches Allgäu – Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmen von Lala Aufsberg: Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmenn von Lala Aufsberg*

Ursprüngliches Allgäu - Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmen von Lala Aufsberg: Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmenn von Lala Aufsberg

Ursprüngliches Allgäu – Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmen von Lala Aufsberg: Kultur und Kulinarik mit historischen Aufnahmenn von Lala Aufsberg*

 

Weiter auf dem Weg zum Allgäuer geht es im nächsten Beitrag:

Oberstaufen: Reise-Fortbildung (2) – Zum Allgäuer in 3 Tagen

 

Mehr Info zum „Allgäuer in 3 Tagen“

Im Lindner Parkhotel & Spa  kannst Du eine Fortbildung zum Allgäuer machen.

„In drei Tagen ein Allgäuer“ – das Arrangement im Überblick

  • Drei Übernachtungen inklusive Frühstück
  • 2 x Feinschmecker-Abendessen (5-Gang-Menü bzw. Themenbuffet)
  • 1 x deftige Allgäuer Käsespätzle aus der Holzschüssel
  • 1 x Auszeit auf der Quarzsandliege (ca. 20 Minuten)
  • 1 x Eintritt in das Heimatmuseum
  • 10 Prozent bei Trachten Strele
  • Allgäuer Mineralwasser und kleines Dialekt-Wörterbuch auf dem Zimmer
  • Begrüßungsgetränk bei Anreise
  • Kostenfreie Nutzung des Wellnessbereichs
  • Teilnahme am Fitness-, Sport- & Aktivprogramm
    Das Arrangement ist pro Person im Doppelzimmer ab 349 Euro oder im Einzelzimmer ab 379 Euro buchbar bis zum 22.03.2018. Info unter „weiterführende Links“.

 

 

Lobby im Lindner-Parkhotel & Spa

 

Viel mit Holz: Mein Zimmer im Lindner Parkhotel in Oberstaufen

 

Mein Zimmer mit Balkon nach Süden

 

Bemerkenswert: Die Toiletten-Abdeckung, so noch nirgends gesehen. Praktisch für Menschen mit Handicap: Nahezu bodengleiche Dusche. Noch praktischer wäre es für Menschen mit Handicap, die Dusche von links betreten zu können.
Nicht so praktisch: Die Griffe der Armatur sind mit eingeseiften Händen nicht zu bedienen. Das Abrutschen der Hände am makellos runden Griff konnte ich erst beenden, als ich die Duschkabine öffnete und mit dem Handtuch die Hände abwischte. Verbesserungspotential!

 

Licht am Ende des Tunnels Ganges. Von der Lobby in wenigen Schritten im Garten und im Kurpark.

Hinterm Hotel geht es gleich den Hügel hinan, wo Wanderwege beginnen und ein Wildbach zu einer Kneipp-Anlage umgestaltet wurde: Blick über beweidete Wiesen über Oberstaufen zum Hochgrat, der über eine Bergbahn (oder zu Fuß in 1.000 Höhenmetern) zu „bewältigen“ ist.

 

Weiterführende Links

Schroth-Kur – Naturheilverfahren mit Trink- und Trockentagen

Oberstaufen

Lindner Parkhotel & Spa

Hochgrat: Ein 1834 Meter hoher Berg in den Allgäuer Alpen

Nagelfluh-Kette: Wandern am Nordrand der Alpen

 

Herbstwanderung auf den Hochgrat

 

Ausflug ins Lindner Parkhotel & Spa Oberstaufen im Allgäu

 

Käsespätzle fast wie im Allgäu & Leckereien aus der Coolbox

 

Zeitreise durch das ursprüngliche Leben im Allgäu im Heimatmuseum Oberstaufen

 

1200 Jahre Allgäu, dies ist das älteste Dorf (nahe Oberstaufen)

 

https://lovely-places.de/2017/05/27/allgaeuer-kaesespaetzle

https://lovely-places.de/2017/05/27/lindner-parkhotel-spa-im-allgaeu/

 

 


Die „Fortbildung zum Allgäuer in 3 Tagen“ hat die Lindner Hotels AG bezahlt. Meine hier ausgedrückte Meinung wird davon  jedoch nicht beeinflusst.

 

 
  (*) Das Produkt oder die Dienstleistung, mit einem Sternchen bezeichnet, hat werblichen Charakter, kann also als "Anzeige" oder "Werbung" bezeichnet werden. Mehr zum Thema Angebote auf ReiseFreaks ReiseBlog
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Wolfgang Brugger

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Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz schwerem Unfall und Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet.   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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