Oberstaufen: Reise-Fortbildung (2) – Zum Allgäuer in 3 Tagen

1.200 Jahre Allgäu

Essen und Trinken, Geschichte und Brauchtum

 

Wie Du in 3 Tagen zum Allgäuer wirst ein wenig über das Allgäu lernst

  • Schritt 1: Trachten machen Allgäuer
  • Schritt 2: „An Guata“ – Gemeinsames Kässpatzen-Essen
  • Schritt 3: Wanderung zum Weiler Zell, Ursprungsort der Allgäuer
  • Schritt 4: Allgäuer Brotzeit im Weiler Zell
  • Schritt 5: Kleine Kräuterwanderung
  • Schritt 6: Allgäuer Bergwiesen-Wellness
  • Schritt 7: Schon wieder “Guten Appetit”: So schmeckt das Allgäu
  • Schritt 8: Heimatmuseum – eine Zeitreise durchs Allgäu

 

Die Schritte 1 bis 4 hast Du schon hier gelesen.

Reise-Fortbildung in Oberstaufen: Zum Allgäuer in 3 Tagen

 

Jetzt geht es weiter mit:

 

Schritt 5: Kleine Kräuterwanderung

Zusammen mit Ilse Schubert, die seit 30 Jahren im Parkhotel die Gäste bei Wanderungen und Ausflügen begleitet und die uns schon hierher über sanft ansteigende Wiesen nach Zell geführt hat, wandern wir durch Feld, Wald und Wiesen, an sanft plätschernden Bächlein entlang, zurück zum Hotel. Unterwegs zeigt Ilse uns besondere Allgäuer Heilkräuter und gibt Tipps zu Oberstaufen und zur Region.

 

 

 

Orchidee, entdeckt auf der Kräuterwanderung mit Ilse

 

 

Schritt 6: Allgäuer Bergwiesen-Wellness

Zurück im Lindner Parkhotel: Jetzt wird es Zeit für das Kennenlernen von Wellness-Anwendungen mit regionalen Produkten – wie ein Molkebad, ein Honig-Zirben-Peeling oder eine Bergblütenvitalmassage. Letztere (nämliche eine ölige Essenz aus Bergblüten) knetet eine kräftige Dame in meinen Rücken ein. Ich wundere mich, dass man es 8 Stunden am Tag als Wellness-Arbeiterin kräftemäßig machen kann, doch die Dame wehrt ab: Zu Hause gehe es mit der Hausarbeit weiter, und ihre Kräfte reichten bisher immer noch für alle aus, für zu Hause und für die Klienten.

 

Gold im Lindner Parkhotel? Mitnichten! Das ist der Inhalt einer Quarzsandliege, die ein ganz besonderes Wellness-Erlebnis verspricht. Warmer Quarzsand sorgt für Tiefenentspannung.

 

Für meine Leidensgenossen, die entweder gehbehindert sind oder anderweitig Probleme mit dem Gehapparat haben, ganz geschweige denn im Rollstuhl sitzen: Jetzt wird es schwierig:

Erst, wenn Du es hier runter geschafft hast (Du siehst die Treppe oben?), dann darfst Du wellnessen. Hier könnte man, wenn Bedarf ist (aus meiner Sicht “ja”), einen kleinen Behindertenaufzug einbauen. An der Seite (links von dem weißen Geländer) ist Platz genug. Nur so ein Idee für den Hotelier.

Die Lösung, von außerhalb des Gebäudes treppenlos in den Wellness-Bereich zu kommen, ist im Sommer allerdings auch denkbar. Im Winter, mit Schnee und anderen Widrigkeiten des Wetters, wäre dieser Weg allerdings noch zu überprüfen.

Sauna, Dampfbad und andere Wellness-Einrichtungen, die keiner persönlichen Zuwendung durch Personal bedürfen, sind durch Lift stufenlos erreichbar:

 

Edel eingerichtet: Wellnessoase mit Sauna, Dampfbad etc

 

Schritt 7:  Schon wieder “Guten Appetit”: So schmeckt das Allgäu

Wir lassen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Allgäuer Spezialitäten-Buffet ausklingen. Wobei meiner Meinung nach mehr als “nur” das Allgäu auf den Buffet-Platten vertreten ist. Ganz besonders gut schmeckt mir das Lammragout mit Tagliatelle.

 

Vorspeisen-Buffet: Lecker!

 

Zur Abrundung: Obstsalat und Eis – ein Gedicht!

 

Hinterm Kurpark geht es gleich nach oben: Panoramaaufnahme mit Blick über Oberstaufen und den Hochgrat in der Ferne, rechts vom mittig zu sehenden Hausberg “Staufen”. Um den Staufen führt ein schattenreicher Weg durch Fichten- und Buchenbestände. Klick zum Vergrößern des Bildes!

 

Schritt 8: Heimatmuseum – eine Zeitreise durchs Allgäu

Vom Lindner Parkhotel gehen wir zufuß zum Heimatmuseum und finden am Boden einen Maikäfer. Maikäfer flieg, möchten wir ihm zurufen, weil er etwas leblos herumhängt. Nach etwas Übung auf dem Finger spreizt er dann doch seine Flügel, erst den rechten, dann den linken, und er fliegt.

Maikäfer: Abflugbereit? Noch ein wenig “pumpen”, dann los!

 

 

 

Frau Weber, im Ort geboren, aber doch 40 Jahre abwesend im Landkreis Dillingen (wo ich wiederum herkomme), zog nach dem Tod ihres Ehegatten zurück in ihr Heimatdorf. Mit strammen 88 führt sie nun Besucher kompetent und sachkundig im Heimatmuseum von Oberstaufen, das sich in einem Bauernhaus aus dem Jahr 1877 befindet. Merke: Mit 88 Jahren, da ist noch lang nicht Schluss (frei nach dem bekannten Volkslied von U. Jürgens).

Es gibt so viel zu erzählen zu den Räumen und Exponaten, und Frau Weber schafft es, obwohl ein großes Fest auf dem Gelände des Heimatmuseums stattfindet und demzufolge zahlreiche Einheimische und Gäste erwartet werden. Das zeigt sich nicht nur dadurch, dass in fast jedem größeren Raum für Mittagstisch und Kaffee gedeckt ist, sondern auch beim Blick aus den Fenstern, wo sich schon jede Menge Menschen auf den Bierbänken und Stühlen im hellen Sonnenschein eingefunden haben. Sie trotzen dem recht kühlen Wind, weil sie die Darbietungen von Sängerinnen und Sängern aufmerksam verfolgen wollen.

Wir hingegen folgen den Schilderungen unserer Museumsführerin und sind begeistert über den Enthusiasmus und die Begeisterung von vielen Händen, denen keine Arbeit zu viel ist, die Schätze ihrer Ahnen hier zusammenzutragen.

 

 

 

 

 

 

Frau Weber lässt uns zurück blicken auf die Geschichte Oberstaufens, von der ersten urkundlichen Erwähnung bis heute. Original erhaltene Möbel, Hausrat und Arbeitsgeräte erinnern an längst vergangene Zeiten. Fehlen darf natürlich nicht ein Raum über den  Naturheiler Schroth, wegen dem Oberstaufen nun den Titel “Schroth-Kurort” führen kann.

 

Schritt 9 – 333: Bist Du nun Allgäuer? Nein?

Hinter Oberstaufen: Der Hochgrat

 

Dann liegt es wohl daran, dass Oberstaufen noch viel mehr zu zeigen hat. Zum Beispiel den Hochgrat. Wanderstiefel an und 1.000 Höhenmeter weiter oben siehst Du das Allgäu – und weit hinein ins österreichische Land. Wenn Du nicht besonderes mehr vor hast, kannst Du vom Hochgrat aus direktemang nach Immenstadt (natürlich nicht an einem Stück, Du bist ja kein ICE) wandern, und lernen, was Nagelfluh (Link unten) bedeutet. Von dort dann mit dem Zug zurück nach Oberstaufen.

Schon einmal etwas von der Schroth-Kur (Link unten)  gehört? Nein, das hat nichts mit Schrott zu tun, und auch nichts mit Schrot-Kugeln. Ganz zu schweigen von Gerstenschrot, Weizenschrot und ähnlichem Zeugs. So eine Schroth-Kur machen viele, die Oberstaufen besuchen. Das Lindner Parkhotel ist schon seit langem auf diese Art von Kur eingestellt. Mehr liest Du auf deren Homepage und auch auf der Homepage von Oberstaufen (siehe Links unten).

Wandern kannst Du allerdings auch auf mittlerer Höhe. Strecke machen und fit bleiben, dass kannst Du rund um Oberstaufen trefflich.

Teil des Frühstücksbuffets im Lindner Parkhotel. Besonders gefallen haben mir die frischen Croissants und Brezeln. Einmal gab es sogar Weißwurst zum Frühstück.

 

Epilog: Loslassen ist nicht

Sonntag Nachmittag, Abreise: So ist es geplant.

Doch Oberstaufen will mich nicht gehen / fahren lassen. Kurz vor dem Ortsschild höre ich es rhythmisch klacken. Ich fahre zur Seite, und sehe eine Schraube im Reifen, mit der Tendenz zum “Platten”.

 

 

Die Schraube ziehe ich heraus, doch sie ist wohl gerade lang genug, um ein sanftes Entweichen der Luft zu ermöglichen. Das kann ich jetzt nicht brauchen, denn 170 km Strecke müssen bewältigt werden, und auf der Autobahn macht ein platter Reifen keine Freude.

Zurück an der Rezeption werde ich auch nicht froher, denn für einen Reifenwechsel kann ich weder Hilfe noch Tipps bekommen. Außer dem Hinweis auf 2 Tankstellen haben die Rezeptionistinnen nichts Hilfreiches für mich. Einen kräftigen Hausmeister, meinetwegen auch einen facility manager, hätte ich jetzt brauchen können.

Ich versuche es also der AVIA-Tankstelle in der Argenstraße. Wie erwartet sind Tankstellen heutzutage nur mit einem Kassierer besetzt. Der will mir dann auch bei Schichtwechsel zur Hand gehen.

Nebenan reinigt gerade eine Altenpflegerin ihren roten Kleinwagen. Sie sieht, wie ich mich (ich bin schwerbehindert, wer es noch nicht weiß) damit abmühe, den Wagen hochzukurbeln und den schweren Reifen aus dem Wagen zu heben. Ganz schön aufwendig, wenn nur 1 Bein funktioniert, das kann ich Dir sagen…

Mit Hilfe dieser aufmerksamen und hilfsbereiten Altenpflegerin kann ich den Reifen demontieren (natürlich klemmt die letzte Schraube fürchterlich und will nicht loslassen) und den neuen Reifen anbringen. Den kaputten Reifen wuchten wir beide zurück in den Kofferraum.

An dieser Stelle ein kräftiges DANKE!

Dann kommt der Schichtleiter der AVIA-Tankstelle (ein wenig spät, aber immerhin) hinzu, der freundlicherweise noch die Schrauben fest anzieht und den Reifen auf den richtigen Druck bringt.

So gewappnet kann ich die 160 km nach Dillingen antreten. Oberstaufen hat mich also los 😉

Fazit des Epilogs: Ich empfehle auf jeden Fall, Altenpflegerinnen generell, aber besonders in und um Oberstaufen mit viel Respekt zu begegnen. Wer tanken muss, dem empfehle ich die AVIA-Tankstelle, die sich in derselben Straße wie das Lindner Hotel befindet, nur ein paar hundert Meter ortsauswärts. Ausgeschildert.

Ich komme wieder. Definitiv! Schon alleine wegen (Teilen) der hilfsbereiten Bevölkerung!

 

Mehr Info zum Allgäuer in 3 Tagen

Im Lindner Parkhotel & Spa  kannst auch Du eine Fortbildung zum Allgäuer machen.

„In drei Tagen ein Allgäuer“ – das Arrangement im Überblick

  • Drei Übernachtungen inklusive Frühstück
  • 2 x Feinschmecker-Abendessen (5-Gang-Menü bzw. Themenbuffet)
  • 1 x deftige Allgäuer Käsespätzle aus der Holzschüssel
  • 1 x Auszeit auf der Quarzsandliege (ca. 20 Minuten)
  • 1 x Eintritt in das Heimatmuseum
  • 10 Prozent bei Trachten Strele
  • Allgäuer Mineralwasser und kleines Dialekt-Wörterbuch auf dem Zimmer
  • Begrüßungsgetränk bei Anreise
  • Kostenfreie Nutzung des Wellnessbereichs
  • Teilnahme am Fitness-, Sport- & Aktivprogramm
    Das Arrangement ist pro Person im Doppelzimmer ab 349 Euro oder im Einzelzimmer ab 379 Euro buchbar bis zum 22.03.2018. Info unter “weiterführende Links”.

 

 

Lobby im Lindner-Parkhotel & Spa

 

Viel mit Holz: Mein Zimmer im Lindner Parkhotel in Oberstaufen

 

Mein Zimmer mit Balkon nach Süden

 

Oberstaufen in den Unterhaltungsmedien

  • Herzblut. Ein Kluftingerkrimi*
    Die Ermittlungen führen das Original Kluftinger in die Klinik nach Oberstaufen, in der sein Vater nach einer Herz-OP liegt.
    Erhältlich als Buch, Ebook, Hörbuch und als Spielfilm (2016) in der Mediathek oder als Wiederholung in allen Kanälen
  • Kriminalroman “Hüttengaudi” von Nicola Förg*
    Der Begriff “Oberstaufen” kommt 30 Mal im oben genannten Kriminalroman vor. Ich zitiere:“Irmi hatte erst einige Sekunden überlegt
    Oberstaufen?
    Lag das nicht irgendwo kurz vor Vorarlberg, wo die Menschen so einen drolligen Dialekt hatten?Und was sollten sie dort?
    Wir machen eine Schrothkur, hatte Lissy erklärt” 

 

Weiterführende Links

Den ersten Teil, also die Schritte 1 bis 4, kannst Du hier noch einmal nachlesen.

Schroth-Kur – Naturheilverfahren mit Trink- und Trockentagen

Oberstaufen

Lindner Parkhotel & Spa

Hochgrat: Ein 1834 Meter hoher Berg in den Allgäuer Alpen

Nagelfluh-Kette: Wandern am Nordrand der Alpen

 

 

Ausflug ins Lindner Parkhotel & Spa Oberstaufen im Allgäu

 

Käsespätzle fast wie im Allgäu & Leckereien aus der Coolbox

 

Zeitreise durch das ursprüngliche Leben im Allgäu im Heimatmuseum Oberstaufen

 

1200 Jahre Allgäu, dies ist das älteste Dorf (nahe Oberstaufen)

 

https://lovely-places.de/2017/05/27/allgaeuer-kaesespaetzle

https://lovely-places.de/2017/05/27/lindner-parkhotel-spa-im-allgaeu/

 

 


Die Fortbildung zum Allgäuer in 3 Tagen hat die Lindner Hotels AG bezahlt. Meine hier ausgedrückte Meinung wird davon  jedoch nicht beeinflusst.

 

 
  (*) Das Produkt oder die Dienstleistung, mit einem Sternchen bezeichnet, hat werblichen Charakter, kann also als "Anzeige" oder "Werbung" bezeichnet werden. Mehr zum Thema Angebote auf ReiseFreaks ReiseBlog
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Wolfgang Brugger

Wolfgang Brugger

CEO, Founder
Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz schwerem Unfall und Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet.   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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