Zöpfe, Höhlen & Kastanien: 12 herbstliche Wanderungen zwischen Bayern und Balearen

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man in brown t-shirt and blue denim shorts walking on pathway between green grass fieldLesedauer: 7 Minuten

Wenn sich in den Alpenregionen oder Mittelgebirgen die Wälder in bunten Farben präsentieren und das Laub bei jedem Schritt raschelt, machen ausgedehnte Wanderungen besonders viel Freude. In südlicheren Gefilden wie zum Beispiel den Balearen können Urlauber ihre Touren noch bis November mit einer Abkühlung in einer der wenig besuchten Buchten verbinden. Das Schweizer Tessin hält im Herbst mit seinen berühmten Edelkastanien weitere Schmankerl für Ausflügler bereit, sei es über offenem Feuer geröstet oder nur zum Bewundern am Wegesrand.

Schenna, Südtirol: Glückselig in der erwachenden Natur

Ein wenig Überwindung wird es die Teilnehmer schon kosten, wenn sie, umgeben von morgendlicher Finsternis, in aller Herrgottsfrühe von Schenna aufbrechen zu einem Alpinabenteuer der besonderen Art. Doch die Aussicht auf den Sonnenaufgang hoch oben auf dem Spieler im Südtiroler Wandergebiet Meran 2000 motiviert sicher nicht nur Early Birds. Immerhin begleitet Exkursionsführerin Elisabeth Unterthurner die Gruppe bei dem ambitionierten Vorhaben und sensibilisiert diese schon ab den ersten Metern für die erwachende Natur. Gemeinsam die klare Herbstluft atmen, das Kitzeln des nassen Grases spüren und den Tierstimmen lauschen – so sinnlich geht es über Wiesen und durch Wälder bis zur ersten Station Kreuzjöchl auf 1.984 Metern. Ein letzter Anstieg bis zum Gipfel kann von dort sogar barfuß absolviert werden, der weiche Almboden ist eine Wohltat für geschundene Knochen. Spätestens wenn dann die ersten Sonnenstrahlen die umliegenden Berge von Ifinger, Plattenspitze und Mittager in goldenes Licht tauchen und Fernsicht bis zu den Dolomiten erlauben, sind die 480 absolvierten Höhenmeter vergessen. Die zweite Belohnung wartet in der Meraner Hütte: Dort werden Gäste mit einem üppigen Frühstück aus Südtiroler Spezialitäten verwöhnt. Die mittelschwere Sonnenaufgangswanderung auf den Spieler  findet jeweils mittwochs am 8. und 22. September 2021 statt, startet um 3.30 Uhr am Tourismusbüro Schenna und kostet 25 €/Pers. inkl. Busfahrt, Guide und Frühstück. www.schenna.com

Palma/Mallorca: Von der City zum Schloss

Mallorcas Hauptstadt Palma verbinden wohl die wenigsten Urlauber mit dem Thema Wandern. Doch selbst mitten in der City starten kleinere Touren, die sich besonders in den Herbstmonaten bei nicht mehr ganz so heißen Temperaturen lohnen. Sven Rasch, Direktor des Vier-Sterne-Superior-Hotel Cort, empfiehlt etwa einen Rundweg zum historischen Schloss Bellver, das hoch über den Dächern der spanischen Metropole liegt. „Es gibt verschiedene Routen zum Castell de Bellver. Wer den Weg nach oben nicht scheut, der wird mit dem Blick auf die Bucht von Palma belohnt.“ Von der Plaça de Cort geht es zunächst etwa drei Kilometer westlich durch die Stadt direkt am Hafen vorbei bis zur grünen Parkanlage der Burg. Von dort aus führen mehrere Pfade hinauf zur kreisrunden gotischen Festung aus dem 14. Jahrhundert. Ein Ticket kostet 4 €/Pers., Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. www.castelldebellver.palma.cat, www.hotelcort.com

Tiroler Lechtal, Österreich: Den Lechzopf genießen

Auf rund 125 Kilometern verläuft der Lechweg grenzüberschreitend von seiner Quelle in Lech am Arlberg bis hin zum Lechfall in Füssen im Allgäu. Europas letzten Wildfluss als Begleiter haben Wanderer auch bei einem Tagesausflug entlang der Lechschleifen im Tiroler Lechtal – Panoramablicke inklusive. Markanter Ausgangspunkt der etwa siebenstündigen Tour ist die Ortschaft Elmen. Am Hotel Lechzeit beginnt die Runde mit einem Anstieg durch den Wald, ein weißes „L“ am Baum weist den Weg, auf dem sich immer wieder weite Ausblicke bieten – mal über das Tal, mal auf wilde Wasserfälle. Ab Vorderhornbach nähern sich Aktive dem Gipfel des Hausbergs Baichlstein (1.164 Meter), wo sie dann freie Sicht auf den „Lechzopf“ haben. Wieder im Tal, geht es durch Waldwege entlang des Flusses bis kurz vor Elmen, dort präsentiert sich zum Abschluss der Edelbacher Wasserfall in seiner ganzen Wildheit. Weitere Herbstwander-Tipps gibt es auf der komoot-Collection Wo der Fluss noch wild sein darf – wanderbares Lechtal. www.lechtal.at

Tessin, Schweiz: Schmackhaftes im Stachelmantel

Sie sind mindestens so aromatisch wie ihre tropischen Verwandten und nicht halb so gefährlich, wenn sie einem auf den Kopf fallen – die Kastanien, die das Tessin besonders im Herbst gastronomisch prägen. Eis, Tagliatelle, Honig, Bier und sogar Kosmetik werden aus der charakteristischen Baumfrucht hergestellt, Puristen bevorzugen die Delikatesse über offenem Feuer geröstet. Zu erleben ist die Maronizeit in den urigen Grotti (lokaltypische, rustikale Gaststätten), aber auch auf verschiedenen Wanderungen durch die Tessiner Wälder, wenn die Kastanienbäume in allen Gold- und Rotnuancen leuchten. Zu den schönsten Wegen im Schweizer Süden zählt der 15 Kilometer lange, mittelschwere Sentiero del Castagno in der Region Malcantone, bekannt für ihre sanften Hügellandschaften. Von Lugano aus erreichen Urlauber den Startpunkt des viereinhalbstündigen Rundwanderwegs in Airolo in einer halben Stunde. Impressionen im Video. ticino.ch/hike25

Hotel Schwarzer Adler Innsbruck und aDLERS Lifestyle-Hotel Innsbruck, Tirol/Österreich:

Innsbruck: Hochwandern auf der Nordkette

Auf über 2.000 Metern Höhe schlängelt sich der rund zehn Kilometer lange Goetheweg bei Innsbruck durch das ebenso raue wie sanft begrünte Karwendelgebirge (Dauer etwa vier Stunden). Von der Stadt geht’s mit der Nordkettenbahn zunächst auf das Hafelekar, wo der mittelschwere Höhenweg beginnt und dann im ständigen Wechsel zwischen Nord- und Südseite des Berges verläuft. Ziel der Tour ist die Pfeishütte (1.922 Meter), wo ursprüngliche Gaststuben und die große Sonnenterrasse warten. Nach der Einkehr wandern Urlauber die gleiche Route zurück zum Hafelekar, um dann mit der Seilbahn wieder in die Stadt zu gelangen. Umgeben von der beeindruckenden Alpenkulisse mitten im Zentrum der Tiroler Landeshauptstadt befinden sich das Hotel Schwarzer Adler Innsbruck und das aDLERS Lifestyle-Hotel Innsbruck, beide mit idealer Ausgangslage für Ausflüge in die Gipfelwelt. www.innsbruck.info, www.schwarzeradler-innsbruck.com, www.adlers-innsbruck.com

Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg, Oberbayern:

Vom Starnberger See zur mystischen Maisinger Schlucht

Kann eine Wanderung eindrucksvoller beginnen als mit dem Blick auf den Starnberger See? Kaum, daher startet die etwa zwölf Kilometer und drei Stunden lange Runde zur Maisinger Schlucht und dem gleichnamigen See im Starnberger Schlossgarten oberhalb der Kreisstadt. Nach einem kurzen Stück auf der Ortsstraße Richtung Söcking im Westen, mündet der ausgeschilderte Fußgängerweg ins „Tal der sieben Quellen“. Immer am Bachlauf entlang erreichen Wanderer nach etwa einer Stunde die Schlucht, einen natürlichen Kraftplatz, in dem sie zwischen hohen Buchen weiter entlang des Maisinger Bachs laufen. Der gut befestigte Pfad wird stetig steiler, bis schließlich kurz vor Maising die ersten Sonnenstrahlen wieder helles Licht verbreiten. In Maising angekommen, haben Besucher die Qual der Wahl zwischen dem Dorfgasthof Ludwig direkt am Maibaum und dem Maisinger Seehof, am See und damit an einem der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns gelegen. Retour geht es auf dem gleichen Weg nach Starnberg. Tipps zu vielen Ausflügen in der oberbayerischen Region Starnberg-Ammersee geben die Mitarbeiter des Vier Sterne Superior Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg, wo Gäste nach ihren Wanderungen entspannt logieren können. www.vier-jahreszeiten-starnberg.de

Hotel Jungbrunn, Tirol/Österreich:

Herbstromantik im Tannheimer Tal

Der fjordartige Vilsalpsee im gleichnamigen Naturschutzgebiet umringt von den Tannheimer Bergen überrascht Besucher von September bis November mit einem Farbspektakel, das man sonst nur in Kanada oder Neuengland findet. Doch wenn der Indian Summer im Tiroler Hochtal Einzug hält, erstrahlen auch dort die Bäume in satten Gold- und Rottönen. Entsprechend zählt die Wanderung zum Vilsalpsee zu den schönsten Herbstausflügen, die man vom Jungbrunn aus unternehmen kann. Dank wenig Steigungen und breiten Wegen ist die Tour auch für Ungeübte und Familien machbar. Jungbrunn-Gäste starten direkt ab Hotel auf asphaltierter Straße zunächst in Richtung Süden. Nach zweieinhalb Kilometern geht‘s in den Wald, über eine Brücke und weiter entlang der Vils bis zum Ufer des Sees. Insgesamt benötigt man für die vier Kilometer etwa eine Stunde. Wer von der Faszination des tiefblauen Gewässers nicht genug bekommt, steigt in den neuen, 65 Quadratmeter großen Panoramasuiten Vilsalpsee des Tiroler Gutzeitorts ab. Liebevoll designt im frischen Jungbrunn-Style, bilden sie feinsinnige und dank bodentiefer Fenster aussichtsreiche Wohlfühlrefugien. Nach dem Spaziergang entspannen Urlauber im 7.900-Quadratmeter-Spa. www.jungbrunn.at

„Roter Hahn“:

Südtirol: Wandern mit der Bäuerin

Die Leitners bieten authentischen Urlaub auf dem Bauernhof mitten in einem der beliebtesten Wandergebiete Südtirols, dem UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten. Entsprechend vielfältig ist auch das Aktivangebot auf ihrem Proderhof in Villnöss, Mitglied der Südtiroler Qualitätsmarke „Roter Hahn“. Wanderbücher und -karten für Urlauber zählen zur Grundausstattung des 1.200 Meter hoch gelegenen Viehbetriebs, die „praktische Umsetzung“ hingegen fällt in den Zuständigkeitsbereich von Bäuerin Veronika Leitner. Sie wandert für ihr Leben gern und ganz besonders gemeinsam mit ihren Gästen. Mit dem Picknickkorb im Gepäck startet die Gruppe in Zans und legt die erste Etappe über den Adolf-Munkel-Weg bis zum Klettergarten zurück. Dort kann gemütlich unter den berühmten Geislerspitzen gerastet werden. Frisch gestärkt spazieren Urlauber weiter zur Genossenschaftsalm Dusler, wo noch heute der traditionelle Graukäse hergestellt wird. Eine Einkehr mit Verkostung lohnt sich, denn der würzige Sauermilchkäse ist eine Südtiroler Spezialität. Auf dem gleichen Weg geht es zurück nach Zans. Die etwa sechsstündige Tour ist auch für Familien geeignet. www.roterhahn.it

Grupotel Molins:

Mallorca: Höhen und Höhlen

Es fällt schwer, den Ausgangspunkt der Wanderung, die Cala San Vicente mit ihrem türkisblauen Wasser zu verlassen: Doch die anspruchsvolle, etwa dreistündige Tour zu den „Coves Blanques“, den weißen Höhlen nahe Pollença, lohnt nicht nur wegen ihrer Ausblicke. Wanderer entdecken dort vom spanischen Militär künstlich geschaffene Höhlen, vor allem für Kinder ein Abenteuer. Los geht’s an der „Punta de la Torre“, einer ehemaligen Festung am Ortsrand von San Vicente. Von dort nehmen Aktive den steilen Pfad zum „Punta des Coves Blanques“, wo in den Felsen immer wieder Höhleneingänge zu entdecken sind. Nach weiteren knapp sechs Kilometern folgt die Anhöhe „La Mola“, mit 480 Metern höchster Punkt der Wanderung mit Blick bis zum berühmten Cap Formentor. Bergab führt ein breiter Weg zurück zur Kirche von Cala San Vicente. Als Startpunkt für diese und viele weitere Ausflüge im Norden Mallorcas eignet sich das neu designte Grupotel „Molins“, in erster Reihe an der benachbarten Molins-Bucht gelegen und ab Herbst mit fünf Sternen bewertet. www.grupotel.com

Naturhotel Leitlhof:

Südtirol: Auf leichtem Weg zum Gipfel

Inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten gelegen, zeigt sich das Innerfeldtal mit seinen Lärchenwiesen im Herbst von seiner schönsten Seite. Die fünf Kilometer lange Strecke zur Dreischusterhütte mit 335 Höhenmetern und durchwegs nur leichter Steigung eignet sich vor allem für Familien und Best Ager. Gäste des Südtiroler Naturhotel Leitlhof lassen sich in nur wenigen Minuten mit dem Shuttle zum Startpunkt „Alte Säge“ fahren und von dort natürlich auch wieder abholen. Weitere Wandertipps finden Hotelgäste auf der Leitlhof-Karte, welche die persönlichen Lieblingsrouten der Mitarbeiter preisgibt. Die Rucksäcke stehen in den Zimmern des klimapositiven Wanderhotels schon bereit, fünfmal pro Woche führt Guide Hermann Kiebacher zu den schönsten Plätzen des Pustertals. www.leitlhof.com

Bad Reichenhall, Oberbayern: Grenzüberschreitende Fernsicht bis nach Salzburg

Auf den niedrigsten Tausender-Gipfel der Berchtesgadener Alpen ist es zwar ein relativ gemütlicher Aufstieg. Doch nicht nur deswegen gilt der Dötzenkopf als eines der beliebtesten Wanderziele von Bad Reichenhall. Vielmehr bietet der von den Einheimischen liebevoll „Dötzi“ genannte Vorgipfel des Predigtstuhls im Lattengebirge einzigartige Panoramablicke über die Alpenstadt und ihre Sonnenterrasse Bayerisch Gmain. Bei gutem Wetter reicht die Sicht sogar bis zur Mozartstadt Salzburg. Wer wie Bad Reichenhalls Markenbotschafter Philipp Reiter als Trailrunner unterwegs ist, der kommt im Gegensatz zu „normalen“ Ausflüglern sogar richtig ins Schwitzen. Für Genusswanderer bietet sich der Dötzenkopf-Rundweg ab Wegezentrum fünf in Bad Reichenhall an. Dabei werden gut acht Kilometer und 650 Höhenmeter in gemütlichen drei Stunden bewältigt. www.bad-reichenhall.de

Bad Reichenhall: Sole, Kunst und Wellness in der Alpenstadt

Bad Reichenhall: Sole, Kunst und Wellness in der Alpenstadt

Hotel Bodenmaiser Hof:

Bayerischer Wald: Aktiv-Herbst für Best Ager

Ob beim Walken oder Wandern – im Bayerischen Wald finden auch Ausflügler im fortgeschrittenen Alter den Weg zum Gipfel. Auf endlosen Waldwegen und einsamen Pfaden geht es je nach Kondition gemächlich oder sportlich durch bizarre Felsformationen mit Schwammerl am Wegesrand und Blick auf die vom Indian Summer gefärbten Mischwälder. Mit 301 Höhenmetern auf gut acht Kilometern ist beispielsweise der Silberberg (995 Meter) ein lohnenswertes Ziel, besonders abends. Im letzten Licht der untergehenden Sonne haben Wanderer einen Panoramablick auf Bodenmais und das angrenzende Zellertal. Start und Endpunkt ist das Wellness- und Aktivhotel Bodenmaiser Hof (mit seinem Silver-Ager-Paket Indian Summer im Woid). www.bodenmaiser-hof.de

 

 

 

Titelbild: Foto von Jennifer Latuperisa-Andresen auf Unsplash