Sehnsuchtsorte Teil 4: Vulkane – schlummernde Katastrophen

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Vulkan Ätna - Bild copyright Alwin Pelzer Lesedauer: 16 Minuten

Glühender Feuerball

Unsere Erde ist ein Feuerball, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Unter uns brennt, lodert und glüht und es ganz gewaltig. Vulkane sind sichtbare Zeugen dieser Behauptung, sie sind faszinierende und beängstigende Beispiele zugleich, die uns die damit verbundenen Gefahren (Erdbeben, Tsunamis, Lava- und pyroklastische Ströme, Schlamm- und Schuttströme, Aschewolken…) immer wieder ins Gedächtnis rufen. Und noch immer steckt die Geo-Risiko-Forschung in den Kinderschuhen. Wir wissen um die Risiken, verdrängen macht den Alltag leichter und viel erträglicher. Folge mir in eine hoch explosive und gefährliche Welt, auch mit Überlegungen zu Zahlen und Fakten über die Geothermie der Erde.

fireball-5094314_960_720 geralt – pixabay

Bitte nicht falsch verstehen, es ist keine Sehnsucht nach (schlummernden) Katastrophen.

Vulkane sind auch sichtbare Zeugen des Veränderungsprozesses unserer Erde mit einer Vielzahl faszinierender geologischer und biologischer Erscheinungsformen. Sie helfen mit, die großen Zusammenhänge, das große Ganze unseres Planeten besser zu versehen und aus diesem Verstehen ein entsprechendes Risikomanagement abzuleiten. Ein Risikomanagement für die, die dort leben und für diejenigen die als Reisende zu Besuch kommen.

Das Bewusstsein von Gefahren schärft unser Bewusstsein von Vergänglichkeit.

Besondere Voraussetzungen für Fauna und Flora

Ein Schwerpunkt in meinen Berichten beschreibt die besonderen Voraussetzungen – Vegetationsstufen, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Nährstoffe – für Pflanzen Tiere mit der Folge von sehr vielen endemischen und erfinderischen “Spezialisten” (Beispiel: Reisebericht Teide).

 

Beispiel Fauna: Mittagsblume an der Punta del Sao Lourenco – Bild: Alwin Pelzer

Die Mittagsblume (Mesembryanthemum crystallinum) mit glasigen Papillen, sukkulent, kriechend, hat sich hervorragend an heiße, karge und widrige Umgebung angepasst.

Tiere als Wahrzeichen

die blaukehlige Kanareneidechse (Gallotia galloti) ist fast so etwas wie ein Wahrzeichen des Teide Nationalparks. Sie erreicht eine Gesamtlänge von 44 Zentimeter und ist ganz hervorragend an die extremen (Hitze-) Bedingungen angepasst.

Beispiel: Blaukehlige Kanareneidechse (Gallotia galloti) – Bild: Alwin Pelzer

Auf Madeira findest Du die endemische (nur hier vorkommende) Madeira Eidechse (Teira dugesii), bis zu 24 Zentimeter lang. Ebenfalls ein Überlebenskünstler in vulkanischer Umgebung.

Beispiel: Madeira Eidechse (Teira dugesii) – Bild: Alwin Pelzer

Und denke nur an all die: Galapagos Fregattvögel, Galapagos Meerechsen, Galapagos Schildkröten, Komodo Varane, Kanariengirlitze (Serinus canaria), die Zwergflamingos in Tansania…

Vulkane besetzen Attribute der Schönheit und Erhabenheit

Kirkjufell Island: 2148191_960_720 JimboChan pixabay

Vulkane gehören zu den schönsten Bergen der Welt. Stelle Dir in Gedanken nur einmal die berühmtesten Schichtvulkane mit ihren typischen Vulkankegeln vor Augen. Den Fuji San, den Ararat, den Kilimandscharo, den Stromboli, den Kirkjufell (Games of Thrones)… dazu die sekundären Erscheinungsformen mit den Tuffsteinlandschaften von Kappadokien…dazu später.

Teide, Teneriffa (Reisebericht) – Bild: Alwin Pelzer

 

Ätna, Sizilien – Bild Alwin Pelzer

 

Ätna mit dem Vale del Bove – Bild: Alwin Pelzer

 

“Unscheinbarer Nebenkrater” beim Krater Silvestri, Sizilien – Bild: Alwin Pelzer

 

Stromboli, Treppe des Feuers – Bild: Alwin Pelzer

 

Vesuv, Italien – Bild: Alwin Pelzer

 

Viele Vulkankegel  sind Berge von besonderer Ästhetik und Schönheit. Schönheit und Gefährlichkeit in einem Atemzuge.

 

Postvulkanische Erscheinungsformen

Es sind nicht alleine die weithin sichtbaren Vulkankegel, wer auf Reisen geht wird aber auch auf unzählige geologische sekundär- oder postvulkanische Formen stoßen. Pamukkale (Kalksinterterrassen in der Türkei), Old Faithful (Geysir in den USA), oft sogar um die Ecke: Thermalbäder wie die Limesthermen in Aalen…

Geysir Old Faithful, Yellowstone Nationalpark USA, 3799775_960_720 Mike Goad, pixabay

Fahr zur Hölle

Weltweit sind in diesem Moment ca. 500 bis 600 Vulkane aktiv. Eruptionen lassen den Boden unter Deinen Füssen erzittern, Aschewolken verdunkeln die Sonne…Für die einen ein Naturschauspiel, für die anderen lebensbedrohlichen Situationen.

Ausbruch Ätna, Sizilien – Bild: Alwin Pelzer

Für mich sind es Sehnsuchtsorte um mich mit den gewaltigen Kräften der Natur auseinander zu setzen und um die wahre Bedeutung unseres Menschseins besser einschätzen zu können. Die Vergänglichkeit und jederzeitige Auslöschung von Leben ist so nahe. Es sind schlummernde Katastrophen die nicht mit der Frage enden, ob sie geschehen, sondern nur die Ungewissheit lassen, wann sie geschehen.

Albert Einstein: Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.

Abstieg in die Tiefe

‘Journey_to_the_Center_of_the_Earth’_by_Édouard_Riou_01 Wikipedia gemeinfrei

Schon die Reise zum Mittelpunkt der Erde nach Jule Verne beginnt mit dem Einstieg über einen Vulkan auf Island. An manchen Stellen öffnet die Erde ihren Schlund und Du kannst einen sehr tiefgehenden Einblick in die Welt aus Feuer, Glut und Hitze erhaschen. Aber sei vorsichtig. Die Situation ist unberechenbar, im schlimmsten Fall tödlich.

Die grausame Seite

Vulkane sind schlafende Riesen. Kaum eine andere Naturerscheinung ist so machtvoll, so furchteinflößend – und so faszinierend. Wehe, wenn sie ausbrechen. Millionen Menschen leben in ihrem Schatten. Es wird wohl nicht zu einer Auslöschung der gesamten Menschheit kommen, allerdings hätte ein großer Vulkanausbruch schwerwiegende globale Auswirkungen auf das Klima und die Weltwirtschaft.

Sieben Mal haben sie in der Erdgeschichte Massensterben verursacht. Zu viel Kohlendioxid in der Atmosphäre führte zu tiefgreifendem Klimawandel, an den sich die allermeisten Arten nicht anpassen konnten. Heute ist es der Mensch, der durch zu viel CO2 das nächste Massensterben provozieren könnte.

Die größten (schlimmsten) Vulkanausbrüche findest Du hier.

 

Motivation und Grundinformationen

Kilauea Hawai, Blick in den “Schlund der Erde”, pixabay

Dieses Essay möchte Dir Grundinformationen liefern, damit meine Berichte über verschiedene „vulkanische Begegnungen“ mit mehr „Substanz“ gefüllt sind und Wiederholungen sich ausschließen. Meine Motivation für Vulkane wurde durch ein unerwartetes Schlüsselerlebnis ausgelöst, ein mehr oder weniger zufälliger Vortrag meines Hausarztes, einem Hobby Vulkanologen mit atemberaubenden Bildern in einem mitreisenden Vortrag. Viele Erkenntnisse wie zum Beispiel die außerordentliche Bedeutung der „Subduktionszonen“ fielen mir wie Schuppen von den Augen.

Die Gefahren lauern überall – schlummernde Katastrophen

Unser Augenmerk richtet sich immer wieder auf die besonderen Aktivitäten des Kilauea auf Hawaii, des Popocatepetl in Mexiko, des Montserrat in der Karibik. Ganz zu schweigen von den aktiven Schloten in Asien mit dem Tambora, Krakatau und Merapi. Der unruhigste Vulkan Europas liegt nicht weit von Vulcanos Schmiede (dazu später) entfernt. Der sizilianische Ätna kommt nie ganz zur Ruhe, der nicht weit entfernte Stromboli besticht durch seine regelmäßigen Eruptionen.

Strombolianische Eruption, Stromboli, pixabay

Die gefährlichsten Vulkane

Als der gefährlichste Vulkan der Welt gilt, auch wenn er derzeit nur kleine Gaswölkchen „aushustet“, der Vesuv, genauer die dicht dabei liegenden Phlegräischen Felder in Italien. Die Felder des Feuers sind ein „Supervulkan“ im Verborgenen, in der Tiefe, von unglaublichem Ausmaß. Magmakammern mit gewaltiger Sprengkraft in einem Einzugsbereich von mehreren Millionen Menschen. Neapel liegt nur einen Steinwurf entfernt. Die Erde hebt und senkt sich spürbar, in der Hafenstadt Pozzuoli fahren 3 Säulen Aufzug. Fast könnte man denken, die Campi Flegrei „atmen“.

Blick in den Krater des Vesuvs – Bild: Alwin Pelzer

Neapels Untergrund ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Warum den in die Ferne schweifen… das Baumaterial für Häuser und Gebäude wurde einfach vor Ort aus dem Untergrund gebrochen, typische der gelbe Sandstein, wie er auch an der Eingangspforte zur Unterwelt verwendet wurde.

Wenn es eine Stadt gibt, die alles in sich trägt, Leben und Tod, Schönheit und Abgrund, Kulturgüter und Gefahren der Natur im Überfluss, dann ist das Neapel. Vedi Napoli e poi muori – Neapel sehen und sterben in der Interpretation: Wer einmal hier war, hat alles gesehen, der kann ruhig sterben.

phlegraean-fields-1133958_960_720 GiFri pixabay

Lies den wirklich außergewöhnlichen Artikel „Felder des Feuers“ von ULF VON RAUCHHAUPT, FAZ

Wer in einer Hochrisikoregion lebt, der kann nicht ständig ans Risiko denken, sonst könnte er ja nicht leben.“

Prof. Dr. Eleonora Rivalta GFZ Hemholtz-Zentrum Potsdam

 

Der zweitgefährlichste Vulkan der Welt ist der Yellowstone, ein „Supervulkan“ unter dem gleichnamigen Nationalpark in den USA. Du erkennst ihn nicht einmal, er hat keinen der typischen Vulkankegel. Unter der Erde liegt in etwa 16 Kilometer Tiefe eine riesige 60 Kilometer lange, 35 Kilometer breite und bis zu 10 Kilometer dicke Magmakammer. Wenn diese Kammer explodiert… Auch der Yellowstone hüstelt regelmäßig vor sich hin.

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Wir ändern unser Verhalten am liebsten, wenn wir einen Nutzen davon haben.

Risikobeurteilung

Lesetipp: Klaus Heilmann „Das Risikobarometer“: Um Risiken in dieser unübersichtlichen Welt einschätzen zu können, entwickeln Menschen unbewusst Strategien. Unser Gehirn sortiert bekannte Risiken nach ihrer vermeintlichen Größe.

Zu jedem Zeitpunkt stürmen Nachrichten von jedem Punkt der Erde auf uns ein, die mit unserem Leben nicht das Geringste zu tun haben und unsere Risikoeinschätzung dennoch verändern.“ Wer sowieso schon beunruhigt ist, sucht nach Nachrichten, die seine Ängste rechtfertigen. So entstehen Wellen der Aufmerksamkeit für wechselnde Themen wie Terroranschläge, Schweinegrippe, Klimawandel, Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche, Atommüll.

Teide, Teneriffa – Bild: Alwin Pelzer

Faszination Vulkane

Bericht: Lies meinen Beitrag über die nächtliche Tour zum Teide auf Teneriffa.

Der Teide ist mit 3.718 m der höchste kanarische und zugleich auch der höchste spanische Berg (aktiver Vulkan). Der Weg führt durch eine geologische und botanische Schatzkammer mit Kratern, erstarrten Lavaströmen, giftgelben Schwefelfumarolen (Dampfaustrittstellen), vorbei an den berühmten Teide-Eiern (Bomben) und leuchtenden, endemischen Pflanzen…

Leuchtende, endemische Pflanzen – Bild: Alwin Pelzer

In loser Folge werden hier bei Reisefreak weitere Berichte über meine Vulkanischen Begegnungen entstehen, schaue einfach regelmäßig vorbei:

Bericht: Fliegende Geschosse, kalkuliertes Risiko, Etna (= Ätna) auf Sizilien

Bericht: Einzigartiges Naturreservat, eine Tageswanderung zur Ponta del Sao Lourenco auf Madeira

Bericht: Lebendig begraben Vesuv und Pompeji mit Musik von David Gilmour

 

Besser Verstehen

Auf den ersten Blick sprechen wir zwar von unserem “Blauen Planeten” mit dem zentralen Element des Wassers. Nicht nur Astronauten sind verzückt von der Ansicht und Einzigartigkeit dieser blauen Kugel. Mit den Meeren wächst das Meerweh (Essay).

PIRO4D – Pixabay

Auf den zweiten Blick ist unsere Erde auch ein Element des Feuers und der Hitze.

Blick in einen Lavasee, 656827_960_720 Arcturian pixabay

Geothermie

Das Verständnis über Vulkanismus beginnt mit dem inneren Aufbau unseres Planeten. 5000 Grad Celsius, so heiß wie die Oberfläche der Sonne, misst der Erdkern. Im Mittelpunkt der Erde (in 6378 Kilometer Tiefe) herrschen  3,5 Millionen bar Druck und so bilden Nickel und Eisen dann eine feste, rotierende Metallkugel. In 1000 Kilometern Tiefe lassen sich 2000 Grad messen, und bereits in 100 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche herrschen Temperaturen zwischen 800 und 1200 Grad vor. Bei diesen Temperaturen schmilzt Gestein. Die äußerste feste Schale ist die Erdkruste, ca. 35 km im Schnitt dick. Weil sie eine geringe Dichte hat, liegt sie auf dem oberen Erdmantel auf. Beide zusammen bilden die Lithosphäre.

Plattentektonik

Plattentektonik, Wikipedia, gemeinfrei

Nach den heute gängigen endogenen Theorien unterteilt sich die Lithosphäre in sieben große und 13 kleinere Platten, diese hängen wie Puzzleteile zusammen. Die Platten „schwimmen“ sozusagen auf dem inneren Erdmantel, sie sind ständig in Bewegung (2 bis 20 cm je Jahr).

Der Blick in einen brodelnden, aktiven Lavasee vermittelt uns ein anschauliches Bild wie die Plattentektonik optisch dargestellt werden könnte. Zu den bekanntesten Vulkanen mit Lavaseen zählen der Erta Ale in Äthiopien, der Nyiragongo im Kongo, der Kilauea auf Hawaii.

Für die Vorstellungskraft: Lavasee Bild: pixabay

Spielbälle geologischer Kräfte

Aufgrund des hohen Drucks im Inneren der Erde ist dieses jedoch bei Weitem nicht so flüssig wie das Magma, das aus einem Vulkan sprudelt. Vielmehr sind 99 Prozent des Erdmantels solides Gestein. Nichtsdestotrotz ist es nicht hart und spröde wie die Erdkruste, sondern flexibel. Es ist in ständiger Bewegung und strömt nach den Gesetzen der Thermodynamik von kalt nach warm. Neues Land entsteht, und immer wieder beginnt der Anpassungsprozess der Natur von vorne. In meinem Reisebericht über den Ätna beschäftige ich mich mit den ersten Pionierpflanzen die auf der erstarrten Lava ihr Auskommen suchen.

yellowstone-953835_960_720 cocoparisienne, pixabay

Hin und wieder muss unsere Erde „Druck ablassen“. Magma (flüssiges Gestein) und Dämpfe können jedoch nicht an jedem Punkt der Erdkruste an die Oberfläche treten. Sie suchen sich die Schwachstellen in der Lithosphäre. Wahrscheinlich sind die Vulkane als Überdruckventile die kontrollierte Entlüftung des Erdinneren und so die Voraussetzung, dass es überhaupt eine stabile Erdkruste gibt.

„Das Magma sucht sich die Achse der geringsten Kompression. Denn dort kann es am ehesten einen Spalt erzeugen.“ 

Prof. Dr. Eleonora Rivalta GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam

Plattentektonik, Hotspots, Subduktionszonen – Wikipedia gemeinfrei

Vulkane liegen in Bereichen, wo tektonische Platten aufeinanderstoßen oder auseinanderdriften, wie dem Pazifischen Feuerring und dem Ostafrikanischen Grabenbruch.

Hotspots und Subduktionszonen

An den Schwachstellen der Lithosphäre entstanden/entstehen unsere Vulkane, und letztlich auch jede andere Erscheinungsform (Fumarolen, Geysire, Thermalquellen…). Es sind die “Druckventile” unserer Erde mit einer unermesslichen Anzahl an Möglichkeiten und daraus resultierender Formen: Schichtvulkane, Schildvulkane, Deckenvulkane, Lockerstoffvulkane und Calderavulkane…

Hotspots Vulkane entstehen an Schachstellen innerhalb der tektonischen Platten, bekannte Beispiele sind Hawaii, Yellowstone, Madeira, die Azoren, die kanarischen Inseln, bei uns in Deutschland die Eifel.

Capo Girauo, Madeira – Foro: Alwin Pelzer

Viel häufiger (und auch verständlicher) entstehen Vulkane in den Randbereichen wo sich die Platten stauchen, unter/übereinander schieben, ständige Unruheherde.

https://www.mineralogie.geowissenschaften.uni-muenchen.de/studium_lehre/lehrveranst/geomaterialien/geomatteil-ii-4.pdf

An diesen Plattengrenzen entstehen ganze „Feuerringe“ – Vulkanketten wie der “Ring of fire” – die Vulkane entlang des Pazifischen Ozeans. Der Ätna, der Vesuv, die liparischen Inseln mit Stromboli, Volcano, Panarea…, befinden sich in der Subduktionszone wo die afrikanische Platte unter die europäischen Kontinentalplatten absinkt.

Lies meinen Reisebericht zu Panarea und Basiluzzo

Vulkanismus im Detail

Von Bomben und Stinkbomben

Ganz lapidar gesprochen, der Vulkanismus fördert so “einiges” aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Festes Tiefengestein, Bomben (Durchmesser von mehr als 64 mm) wie die Teide-Eier, Lapili, Magma (Geschmolzenes Gestein im Erdinneren) wird zu Lava (an der Erdoberfläche), Asche und Staub, Gase und Wasser in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Temperaturen, je nach örtlichen und geologischen Voraussetzungen:

Lapilli

Lapilli kennzeichnet nur die Größe des Auswurfs. Es können erbsen- bis nussgroße (2–64 mm große) Pyroklasten „Steinchen“ sein.

Ausbeute eines Tages, Lapilli und kleine Bomben – Bild: Alwin Pelzer

Lapili, Faszinierende Gebilde, wie aufgeschäumtes Gestein – Bild: Alwin Pelzer

Unschuldig!

Eines gleich vorab: Wissenschaftlich ist es eindeutig bewiesen, Vulkane haben keine Mitschuld am Klimawandel (Treibhausgas). Der Mensch stößt 100 mal mehr CO2 aus, als alle Vulkane zusammen.

Stinkt wie die Pest: Gasaustrittstellen

Fumarolen sind vulkanische Gasaustrittstellen, Zeugen von vulkanischer Aktivität in der Tiefe. Ausgestoßen werden meist Wasserdampf und zum Teil vulkanische Gase. Fumarolen werden durch die Temperatur und Art der Gase, die aus ihnen austreten, klassifiziert. Die Temperaturen der Gase können zwischen 200 °C und 800 °C liegen.

geyser-1757529_960_720 Gidon Pico pixabay

Durch Oxidation und thermophile (wärmeliebende) Bakterien entstehen so, die für Fumarolen charakteristischen bunten Färbungen. Exhalationen, die reich an Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff sind, werden Solfataren genannt.
Kaufe Dir den Scherzartikel „Stinkbombe“ für wenige Cent und Du holst Dir den Atem der Vulkane ins Haus.

Die Faszination im Detail für Schwefel/Verbindungen:

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Kohlendioxid-Exhalationen heißen Mofetten. Kohlenstoffdioxid ist ein unbrennbares, saures und farbloses Gas; bei niedrigen Konzentrationen ist es geruchlos, bei hohen Konzentrationen nimmt man einen scharfen bis sauren Geruch wahr. In Bodensenken kann sich Kohlendioxid anreichern, da es schwerer ist als Luft, und kann bei Tieren und Menschen zum Tod durch Erstickung führen.

Veränderungen in der Zusammensetzung der Gase und die Intensität der Ausstöße werden von Vulkanologen erforscht um die Vorhersage von Vulkanausbrüchen sicherer zu machen.

Ascheausstoß -die 2 Seiten einer Medaille

Beginnend mit dem 20. März 2010 kam es beim isländischen Vulkan Eyjafjallajökull zu mehreren Eruptionen mit einem großen Ausstoß an Asche. Weil keine Vergleichswerte existierten, wurde der Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa in weiten Teilen und für mehrere Tage eingestellt. Infolge der Erfahrungen mit dem Ausbruch wurden noch 2010 Grenzwerte festgelegt, die nur in der unmittelbaren Umgebung des Vulkans überschritten worden waren. Die Flugverbote stellten sich also im Nachhinein als unbegründet heraus.

Vulkane und Safari in der Serengeti?
Der Zusammenhang erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Die Serengeti ist eine riesige Savanne, die sich vom Norden Tansanias bis in den Süden Kenias erstreckt. Die mineralreiche Asche des Ol Doinyo Lengai, dem aktivsten Vulkan Tansanias, trägt dazu bei, die Serengeti zu einem der produktivsten und dynamischsten Ökosysteme der Welt zu machen.

Mara_River_Massai_Mara, Teil der Serengeti – Wikipedia gemeinfrei

Nur warum kann dieses Grasland die riesigen Gnu- und Zebraherden ernähren? Dies liegt ganz allein an Vulkanen, die das Gras mit Mineralien wie Phosphor und Calcium düngen – genau das, was werdende Gnumütter am meisten benötigen. Nur deshalb können innerhalb von drei Wochen in einem relativ kleinen Areal der Serengeti eine halbe Million Gnukälber geboren werden – das sind 24.000 pro Tag und 1.000 in der Stunde.

Zebra_in_the_Serengeti_Wildebeest_Migration wikipedia, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0

Eine einzige Aschewolke kann Millionen Tonnen Mineralien “fördern”. Vulkane erschaffen die fruchtbarsten Böden der Erde.

Feenkamine im Tal der Liebe

Staub- und Ascheablagerungen von Vulkanen verdichteten sich im Laufe von Jahrmillionen zu dicken Schichten aus sehr weichem Gestein: Tuffstein. Bei den Tuffen handelt es sich also um vulkanisches Eruptivgestein, das sich verfestigte. Tuff lässt sich sehr leicht bearbeiten und unterliegt zugleich auch starken Erosionsprozessen. In Kappadokien /Türkei sind diese vulkanischen Formationen besonders eindrucksvoll zu beobachten. Wohnungen, Stallungen, Kirchen, ja ganze Städte wurden in den weichen Tuffstein geschlagen. (UNESCO Welterbe)

Tuffstein, Kappadokien, Türkei – Bild: Alwin Pelzer

In Tuffstein gehauene Kirchen – Bild: Alwin Pelzer

Wurde nun über dem Tuffstein härteres, erosionsbeständigereres Gestein abgelagert (praktisch ein „Deckstein“), blieb der darunterliegende Tuffstein von der Wind- oder Wassererosion verschont, die turmähnlichen, bis zu 30 m hohen Feenkamine blieben stehen.

Feenkamine im Tal der Liebe – rocks-2124479_960_720 hiltonfrey pixabay

Natronsee in Tansania

An der nördlichen Flanke des Vulkans Ol Doinyo Lengai fließt die dünnflüssigste Lava aller Vulkane in ein Becken, ein 1000 km² großer ätzender Sodasee. Diese Lava besteht im wesentlichen aus Natiumcarbonat, ätzendes (Soda-) Wasser. Eine lebensfeindliche Welt? Nicht ganz, es gibt sodafeste Vögel: 2 Millionen Zwergflamingos sind auf diesen einzigartigen See angewiesen. Rätselhafte Weise treffen sie sich in der Mitte des Sees auf ausgetrockneten Inseln zu brüten. Hier ist das Wasser verdunstet, auf Erhebungen aus Salz legen sie ihre Eier ab, geschützt vor vielen Raubtieren.

Flam.lesser.600pix_(Pingstone) Wikipedia gemeinfrei

Baumwollschloss – Pamukkale

Geysire und heiße Quellen: Wenn in der „Nachbarschaft“ aktiver Vulkane, oberflächennahes zirkulierendes Wasser aufgeheizt wird kommt es zu diesen vulkanischen Sekundärerscheinungen.

Pamukkale, Türkei – Bild: Alwin Pelzer

Ein weltbekanntes Beispiel ist Pamukkale: Austretendes, kalkhaltiges Wasser – Thermalwasser – schenkt uns dieses wunderschöne Naturdenkmal in der Türkei. Nur barfuß darfst Du diese Kalksinter Terrassen betreten. Und wie Du nun richtig vermutest: es sind die vulkanischen Kräfte, die das Wasser erwärmen und an die Oberfläche befördern.

Pamukkale, Türkei – Bild Alwin Pelzer

Auf dem Weg durch die dortigen Gesteinsschichten sättigt sich das Wasser mit Calciumhydrogencarbonat, beim Austritt entweicht durch den Druckabfall das Kohlendioxid und das weiße Traventin bleibt übrig. Auch Pamukkale gehört zum UNESCO Welterbe. Diesen Vorgang kannst Du aber auch an vielen anderen Stellen beobachten z.B. im Yellowstone Nationalpark in den USA.

yellowstone-national-park-1760412_960_720 kasabubu pixabay

Während die Seele träumt,

schöpft der Körper neue Kraft Thermen z.B.: Limes Thermen Aalen.

https://www.limes-thermen.de/

Die Limesthermen haben zwei staatlich anerkannte Heilquellen (36,4°C):Fluoridhaltige Calcium-Natrium-Sulfat-Thermen aus 650 Metern Tiefe. Das Wasser stammt aus der letzten Eiszeit, ist etwa 12.000 bis 14.000 Jahre alt und unbeeinflusst von Umwelteinflüssen.

  • Unterstützung für Muskeln, Rücken und Gelenke
  • Belebend für Herz und Kreislauf
  • Fördert Bewegung

Trachytgänge

In einer Tiefe ab 100 km, in der Temperaturen zwischen 1000 und 1300 °C herrschen, schmelzen Gesteine zu zähplastischem Magma, das sich in großen, tropfenförmigen Magmakammern in 2 bis 50 km Tiefe sammelt. Wenn der Druck zu groß wird, steigt das Magma über Spalten und Klüfte der Lithosphäre auf. Magma, das auf diese Weise an die Erdoberfläche gelangt, wird als Lava bezeichnet.

Punta del Sao Lourenco, Madeira – Bild: Alwin Pelzer

Die Insel Madeira besteht aus einem dunklen Tiefengestein, dem Trachyt und hellem oder rötlichem Tuffstein. An einigen Stellen führen Trachytgänge fast senkrecht nach oben; hier haben sich Risse im Gestein von unten mit Magma gefüllt. An der Nordküste der Halbinsel sind durch Erosion steile Klippen entstanden und haben die Trachytgänge freigelegt.

Bild: Alwin Pelzer

Magma (Trachyt) quetscht sich durch die Spalten und Risse, zur Not auch mal quer und ist erstarrt.

 

Namensgeber

Die Liparische Insel Vulcano ist der Namensgeber für die „Vulkane“. Die Römer übernahmen den Glauben an einen Gott des Feuers von den Griechen und nannten ihn Vulcanus. Sie hielten eine kleinen Insel im Tyrrhenischen Meer, zwischen Sizilien und Neapel für seine Heimat. Schließlich wurde zunächst die Insel, dann alle Vulkane nach dem römischen Gott des Feuers benannt.

Insel als Namensgeber: Vulcano – Bild: Alwin Pelzer

Feuer der Götter

Mythen und Sagen

In vielen Kulturen weltweit spielen vulkanische Erscheinungen in Erzählungen, Mythen und Sagen eine große Rolle, oft sind Vulkane auch der Sitz der Götter.

Im Buch Exodus, (altes Testament) erzählt Moses: “Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen und der ganze Berg bebte sehr. (Ex. 19,18) […] Und alles Volk wurde Zeuge von dem Donner und Blitz und dem Ton der Posaune und dem Rauchen des Berges.” (Ex. 20,18)

Brennender Dornbusch, links unten, Katharinenkloster, Sinai – Bild: Alwin Pelzer

Für die Griechen war der Vulkan Ätna der Wohnsitz und „Arbeitsplatz“ des Feuergottes Hephaistos. Sie glaubten seine Ausbrüche entstammten seiner Schmiede, in der er, in Rauch und Funken gehüllt, Waffen für die Götter schmiedete. Seine Gehilfen waren einäugige, gottgleiche Kreaturen, die Zyklopen. Einer der bekanntesten ist Polyphem, dem der Homerische Held Odysseus auf seinen Irrfahrten begegnet. Der Gott des Feuers war oft zornig und leicht zu reizen. Dann schickte er Feuer und Donner, Tod und Verderben zu den Menschen. Um ihn zu besänftigen opferte man ihm Kunsthandwerke und Lebensmittel.

Zyklop Polyphem, Sizilien – Bild: Alwin Pelzer

Hephaistos war klein und hässlich und mit Aphrodite, der Göttin der Liebe und der Schönheit, verheiratet. Allerdings nahm es die Gattin mit der ehelichen Treue nicht ganz so genau. Immer wenn sie Hephaistos untreu soll er die Feuer des Ätna derart geschürt haben, dass es zu einem Ausbruch führte.

Pforten ins Reich der Unterwelt – christlich gedeutet: in die Hölle

In Erzählungen des Mittelalters sind Vulkane Orte der Verdammnis. Lies nach im “Inferno” (Teil der Divina Commedia) des florentinischen Dichters Dante Alighieri, der Ätna, ein Ort der Strafen, des Grauens und der Pein. Jähzornige Göttinnen (Pele), gefährliche Winde (Typhos Taifun), Monster, Drachen mit Schlangenköpfen…

 

Neapel, Eingang zu Unterwelt, gelber Vesuv Sandstein – Bild: Alwin Pelzer

 

Die unheimlichen Schöpfer

Alles auf der Erde hängt von den Vulkanen ab. Vulkane sind die unheimlichen Schöpfer unserer Erde. Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. Jeder Tropfen Wasser, jeder Bach, jeder See wurde von Vulkanen ermöglicht. Sie brachten den Wasserdampf an die Oberfläche des Erdmantels, sie sind verantwortlich für den Sauerstoff und die Bildung unserer Atmosphäre.

Wasserdampfaustritte am Vesuv, Italien – Bild: Alwin Pelzer

Erstes Leben bildete sich in Form von Archäobakterien im Bereich von Schwarzen Schornsteinen (Black Smokern) in der Tiefsee. An diesen hydrothermalen Quellen ernährten sich diese Bakterien an den Schwefelverbindungen. Die Archäobakterien entwickelten sich zu Cyanobakterien (Blaualgen) die mit Hilfe der Photosynthese Sauerstoff produzierten und so nahm das Leben seinen Lauf. Siehe mein Essay:

Sehnsuchtsorte 3: am Meer – das Leben geht an Land

Vulkanasche bildet Bodenschichten (Pflanzen können tiefer wurzeln), wirkt wie Dünger, liefert Nährstoffe für Pflanzen, Tiere und Menschen. Sie sind die eigentlichen Lieferanten für Kalium, Calcium, Phosphor und sind somit ein Segen für die Böden. In diesen Bodenschichten können sich viel leichter Wasserdepots bilden, während in Ablagerungsgestein, im Kalkgestein über Risse und Höhlen das Wasser viel schneller „verschwindet“.

Weingut Agri Tenuta San Michele vor dem Ätna, Sizilien – Bild: Alwin Pelzer

Lies meinen Reisebericht vom Ätna (in Bearbeitung)

Die Hänge von Vulkanen sind aufgrund ihrer Fruchtbarkeit ganz ausgezeichnete Anbaugebiete für landwirtschaftliche Erzeugnisse, Vulkanweine genießen Weltruf. Vulkane prägen das Landschaftsbild auf unnachahmliche Weise.

“Lavazunge” Teneriffa – Bild: Alwin Pelzer

Der Vulkanismus prägt das Gesicht der Erde und das Leben der Menschen. Kein Vulkan gleicht dem anderen. Jeder hat sozusagen seine eigene Persönlichkeit. Vulkane sind verantwortlich für den Aufstieg und Fall großer Zivilisationen. War die Angst vor den feuerspeienden Bergen in Mittelamerika der Grund zahlloser Menschenopfer?

Die hier zusammengeführten Erkenntnisse haben mich schaudern lassen, über mein nur rudimentäres Wissen aus der Schule und bilden die Basis für Neugier und Wissensdurst.

Vulkane geben Leben, nehmen aber auch Leben.

Vulkane sind weit mehr als ein Naturphänomen: Sie sind Zeitzeugen des ständigen Veränderungsprozesses, des unaufhörlichen Wandels unseres blauen Planeten. Unserer Erde. Ein ganz besonderer Planet.

Ararat, Türkei – Bild Alwin Pelzer

Wenn man die Erde verstehen will, ist der Vulkanismus ein bedeutender Baustein dafür.

Ist das Fieber für eine Vulkan-Leidenschaft erst einmal bei Dir ausgebrochen, kann daraus bald glühende Faszination werden.

Der besondere Tipp: Santorini

Dicht am Kraterrand eines Vulkans, Santorini, Griechenland – 1755319_960_720 kasabubu pixabay

Ganz in unserer Nähe findest Du ein faszinierendes Beispiel für Vulkanismus. Nimm diese Insel als Ausgangspunkt für Deine Vulkanleidenschaft.

Die griechische Insel im Ägäischen Meer ist eine geflutete Caldera (kesselförmige Oberflächenform) die durch den Einbruch einer Magmakammer entstanden ist. Hier hast Du ein Beispiel wie unzählige Inselgruppen, Atole und Archipele in der Südsee entstanden sind.

Wikipedia gemeinfrei

Die ringförmig angeordneten Inseln Thira, Thirasia und Aspronisi bilden den Rand in deren Zentrum die Inseln Palea Kameni und Nea Kameni liegen. Der gesamte Archipel hat einen Durchmesser von etwa 16 km.

Schwarmbeben

Seit dem 9. Januar 2011 begann mit Schwarmbeben und einer Aufwölbung der Insel eine neue Phase des Vulkanismus auf Santorin. Ob und wann tatsächlich ein neuer Vulkanausbruch stattfinden wird, ist unklar; jedoch halten Wissenschaftler eine Eruption in den nächsten Jahren für wahrscheinlich. Beobachtungen an ähnlichen Kalderen weltweit zeigen allerdings, dass solche Phasen von Hebungen und Senkungen und selbst das Eindringen eines Magmakörpers nicht automatisch zeitnahe Vulkanausbrüche zur Folge haben müssen. Der nächste Ausbruch kann in Jahren oder Jahrzehnten stattfinden.

In den Kraterrand gemeißelt, santorini-1755348_960_720 kasabubu pixabay

Gesteine und Mineralien

Durch seinen vielfältigen geologischen Aufbau ist Santorin reich an unterschiedlichen Gesteinen, die jeweils interessante Mineralien enthalten können.

In den vulkanischen Gesteinen Basalt, Dazit, Bims und Tuff gibt es Gasblasen, die Hohlräume zur Bildung von Mineralien anboten. Darin findet man unter anderem Quarzkristalle.

Bild: Alwin Pelzer

In Vulkangesteinen, die hydrothermal verändert wurden und silikatreich sind, findet man Chalcedon, Quarz, Achat und Opal (meist als Hyalit).

In den Ascheschichten der Vulkanausbrüche haben sich manchmal Pflanzenreste erhalten, die bis vor kurzem im ehemaligen Bimssteinbruch bei Thira zu finden waren. Dazu gehörten Palmblätter, Terebinthenblätter und Olivenblätter. Diese Funde sind etwa 30.000 bis 60.000 Jahre alt. Derzeit wird die Fundstelle, die eigentlich ein schützenswertes Naturdenkmal von höchster Bedeutung ist, mit Müll zugeschüttet.

Olea_europa.jpg – Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

Sagenhaft

Die These, dass der Ausbruch des Vulkans der Ursprung von Platons Erzählung über den Untergang von Atlantis sei, gehört zu den vielfältigen Lokalisierungshypothesen zu Atlantis.

Ausgrabungsstätte Akrotiri, Santorin – Bild: Alwin Pelzer

Viel konkreter ist da schon die vielbesuchte archäologische Ausgrabungsstelle Akrotiri. Ähnlich wie Pompeji wurde diese Stadt von einem Vulkanausbruch verschüttet. Sie beherbergt exzellent erhaltene Gebäude und herausragende Fresken mit minoischem Einfluss (Kretische Kultur).

Der Fischer von Akrotiri – Bild: Alwin Pelzer

Und hierzu der besondere Tipp: Es gibt keinen beschilderten Weg. Wir sind einfach dem menschenleeren Strand entlang gelaufen. Dieses kleine Abenteuer bringt Dir vulkanische Erscheinungsformen so nachhaltig nahe, bizarr geformter Tuff, textilloses erfrischen in der „Badewanne“ (Caldera) eines Vulkans…

menschenleer – ein Traum zum Baden – Bild: Alwin Pelzer

Und ganz in der Nähe: a historic setting for sunset watching…