Reise international: 7 Sachen, die Du besser nicht machen solltest. Kleiner Reise-Knigge

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Aktuelle Informationen aus dem Arbeitskreis Umgangsformen International

Hamburg (ots) –

1: Anders bedeutet keinesfalls schlechter

Urlaubsstimmung ist kein Grund, sich schlecht zu benehmen. Auch in Feriengebieten sind Rücksichtnahme und Wertschätzung gefragt – und zwar sowohl anderen Gästen als auch den dort Ansässigen sowie Tätigen gegenüber!

So sollte es selbstverständlich sein, sich bei Fernreisen über Gepflogenheiten und Sitten des Gastlandes zu informieren und auf sie Rücksicht zu nehmen.

Bedenk dabei, bitte, stets: Anders bedeutet keinesfalls schlechter, sondern einfach nur unterschiedlich zu den Ihnen vertrauten Formen. Jede in einem Land gepflegte Umgangsform hat dort dieselbe Berechtigung wie deutsche Gewohnheiten in Deutschland. Respektiere deshalb Dir fremde Gebräuche und Riten und pass Dich so weit wie möglich an. Wer das nicht will, wählt besser ein anderes Reiseziel.

Einige Worte in der Landessprache zu lernen, beweist die Wertschätzung den Einheimischen gegenüber. “Guten Tag”, “Auf Wiedersehen”, “Bitte” und “Danke” sowie “Entschuldigung” bilden die Basis für einen “touristischen Schnellkursus”, der bei besonders komplizierten Sprachen gern auch auf einem Zettel parat gehalten werden kann.

2: Bikini, Unterhemd und Co.

Unabhängig davon, ob in einem Hotel explizit um bestimmte Kleidung zu den Mahlzeiten gebeten wird, ist es respektlos, sich in Strand- oder in Bade-Outfits in einen Speisesaal zu begeben. Mögen beispielsweise Bikinis, Badehosen oder Unterhemden zwar an einem Imbiss am Strand oder an einer Poolbar toleriert sein, sind sie in einer geschlossenen Restauration fehl am Platz. Das gilt ebenso für etwa kurze Hosen zum Dinner.

Sehr wichtig ist die richtige Kleidungswahl auf Reisen auch bei der Besichtigung von Gotteshäusern – ganz gleich, welcher Religion.

Achte dabei, bitte, stets auf angemessene, bedeckende Garderobe und darüber hinaus auf eventuell bestehende Glaubensvorschriften, zum Beispiel das Ausziehen der Schuhe und das Tragen einer Kopfbedeckung.

3: Hüllenlos an Urlaubs-Stränden?

Nacktheit am falschen Ort ist rücksichtslos und lässt die notwendige Wertschätzung anderen Menschen gegenüber vermissen. Deshalb sollten die Hüllen nur an ausgewiesenen FKK-Stränden fallen. “Oben ohne” für Frauen ist nur dort angebracht, wo es die Landes- oder Hotel-Sitten zulassen.

Höflichkeit bedeutet in diesem Fall: Auf das Schamgefühl, die Moralvorstellungen und besonders auf glaubensbedingte Gepflogenheiten anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. Und zwar unabhängig davon, ob Nacktheit mit Strafen belegt ist oder nicht. Die individuelle Freiheit endet dort, wo die Grenzen und Gefühle anderer verletzt werden.

4: “Meine Liege!”

Hotelgäste, die im Urlaub früh morgens die vermeintlich beste Liege am Pool mit einem Handtuch oder anderem für sich reservieren, und dann Stunden später ihren Anspruch auf den Platz geltend machen, sind bei vielen Reisenden unbeliebt.

Auch die Hotelleitungen sehen diese Praxis meist äußerst ungern. Teilweise wird sie sogar verboten oder eigens dafür Angestellte sammeln ausgelegte Tücher wieder ein. Du kannst Konflikte vermeiden und zu einem respektvollen Umgang miteinander beitragen, wenn Du auf solche frühzeitige Reservierung einer Sonnenliege verzichtest.

5: Der “Sturm aufs Büfett”

Erfahrungsgemäß stürzen sich viele Gäste zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf ein Büfett, als seien sie kurz vor dem Verhungern oder hätten Angst, leer auszugehen. Diesem “Sturm aufs Büfett” bietest Du am besten die Stirn, indem Du einfach etwas abwartest, ehe Du Dich vom Tisch erhebest. Praktisch und entgegenkommend ist es, sich innerhalb einer Tischrunde über den Zeitpunkt abzusprechen, und dann relativ gemeinsam zum Büfett zu gehen.

Darüber hinaus kannst Du den reibungslosen Ablauf erleichtern, indem Du die Gehrichtung beachtest, die in der Regel von Vorspeisen über Suppe, Hauptgang bis Dessert reicht.

Das gilt auch, wenn Du einen Gang auslassen möchtest. Handelt es sich dabei beispielsweise um die Vorspeise, weil Du lieber nur ein Hauptgericht essen willst, ist es keine Unhöflichkeit, sich direkt an der entsprechenden Stelle zu bedienen. Lediglich ein “gegen den Strom” gehen ist mit Rücksicht auf die anderen Gäste fehl am Platz.

Sehr häufig passiert es in Urlaubshotels, besonders bei “All-inclusive-Arrangements”, dass sich Gäste ihren Teller mehr als voll häufen und zudem auch direkt Vorspeisen, Hauptgerichte oder gar zusätzlich noch Desserts darauf laden.

Ganz abgesehen davon, welche geschmacklichen Einbußen dies nach sich zieht, ist es auch den Mitmenschen gegenüber unfreundlich, weil es unappetitlich aussieht.

Geh deshalb besser öfter zum Büfett und hol Dir kleinere Portionen. Es ist Usus und erwünscht, dass Gäste sich mehrere Male von den jeweiligen Gängen etwas nehmen. Die Praxis, sich bei einem Büfett von dem gesamten Angebot lieber jeweils mehrere kleine Portionen zu holen, die wirklich aufgegessen werden, unterstützt zum einen den Gedanken, respektvoll mit Lebensmittel umzugehen. Zum anderen ist es appetitlicher.

6: Trinkgeld geben

Gerade zu diesem Punkt ist eine sorgfältige Recherche vor Reiseantritt oder spätestens vor Ort sehr wichtig. Nicht nur die Höhe der üblichen oder erwarteten Trinkgelder schwankt erheblich.

In manchen Ländern wird der durch Geld ausgedrückte Dank eher als Beleidigung statt als Anerkennung empfunden. Und das wiederum kann zwischen Tourismuszentren und anderen Gebieten stark schwanken. Erkundige Dich deshalb nach den an Deinem Urlaubsort üblichen Trinkgeldgepflogenheiten zum Beispiel bei der Reiseleitung, mithilfe von Reiseführern oder an der Rezeption Ihres Hotels.

7: Die oft besungene Freiheit über den Wolken

Reinhard Mey hat den Begriff “grenzenlos” sicher anders gemeint, als ihn so manche Flugreisende interpretieren. Denn gerade in der Enge eines Ferienfliegers und jeglichen vollbesetzten Flugzeugs ist es extrem wichtig, Rücksicht auf Mitreisende zu nehmen.

Das beginnt bei der Entscheidung für die Reisekleidung. Längst nicht jeder Mensch empfindet zum Beispiel die Wahl an Strandkleidung erinnernder Outfits als angemessen.

Als störend werden von vielen auch unter anderem die folgenden Verhaltensweisen wahrgenommen:

  • Drängeln beim Ein- oder Aussteigen;
  • den Gang unnötig lange versperren beim Verstauen des Handgepäcks
    in den dafür vorgesehenen oberen Ablagen;
  • das ruckartige Zurückstellen der Rückenlehne und das sich
    Hochziehen beim Aufstehen am Vordersitz ohne Rücksichtnahme;
  • das Belegen beider Armlehnen, was die “Nebenmenschen” – so der
    Ausdruck Adolf Freiherrn Knigges für Mitmenschen
  •  zu unbequemen Sitzhaltungen zwingt;
  • sich öfter als unbedingt notwendig oder in den ungünstigsten
    Momenten, etwa während des Essens, an anderen
    vorbei zu quetschen;
  • das Missachten eines Ruhebedürfnisses von Nebensitzenden, indem
    sie mit unerwünschten Gesprächen oder Geräuschen von technischen
    Geräten belästigt werden.

Wenn Du all das vermeidest, wirst Du sowohl Deinen Mitmenschen als auch Dir selbst eine Reise – sei es im Flugzeug, im Bus oder in der Bahn – um Vielfaches angenehmer gestalten.

 


 

Danke für den Originaltext: Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband – ADTV

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Wolfgang Brugger

Wolfgang Brugger

CEO, Founder
Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet. Lädt auch gerne Gäste zu Beiträgen in diesem Blog ein. Magst Du auch? Einfach Kontakt aufnehmen! http://reisefreak.de/zusammenarbeit/ - - -   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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