Urlaub im Centro de Portugal: Schieferdörfer und Kalksteinhöhlen

Vom Ziegen – Melken und einem Abendessen beim Töpfer

Das Märchen der Schieferdörfer: Ein Traum wird wahr

Es war einmal ein Mann.

Der war kreativ und hatte ein Anliegen: Er wollte den verlassenen Dörfern in der Mitte Portugals – nahe Coimbra – wieder Leben einhauchen. Er wollte Menschen zurückholen, die die Dörfer verlassen hatten, um ihr täglich Brot zu verdienen. Vielleicht auch, um der Einsamkeit zu entfliehen. Die ewige (oft vermeintliche) Attraktivität der Stadt.

Dabei ist es heutzutage eher andersherum: Das Land wird attraktiv und attraktiver. Dachte sich der Mann, und suchte sich Mitstreiter. Und ein Thema: Die Tatsache, dass einige der Dörfer großenteils aus Schiefer gebaut sind, sollte sich zum Projekt der „Schieferdörfer“ ausweiten.

Dass das nicht so einfach ganz ohne Geld ist, sollte klar sein. Doch wozu gibt es denn die EU. Die gute alte Europäische Union, die schon viel in Projekte dieser Art investiert hat.

Kaum 15 Millionen Euro später (2000 bis 2007 : CSF III Community Support Framework – 80% öffentlich | 20% privat) und danach nochmals 31 Millionen Euro (2008 bis 2014: QREN- National Strategic Reference/PROVERE – 35% öffentlich| 65% privat) waren 163 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, davon 143 im privaten Sektor.

Die Gruppe der Schieferdörfer (Aldeias do Xisto)  hat  jetzt 200 Mitglieder, davon sind 150 private Investoren.

In den Schieferdörfern kannst Du in 90 Beherbergungsbetrieben des ländlichen Tourismus logieren, dazu in 5 Viersternehotels, einem 3-Sterne- und einem 5-Sternehotel.

Laut den letzten Daten von 2014 waren 15% der Gäste Ausländer – vornehmlich aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien usw.

Es gibt 27 Schieferdörfer und 50 Fluss-Strände sowie mehr als 1.000 km Wander- und Mountainbike-Wege. Die bekanntesten davon sind die „River Zêzere Great Route“ (370 km total) und die „Great Route of Aldeias do Xisto“.

 

Meine Reise als Karte

Start und Ende am Flughafen Lissabon (A + G)

Buchstabenfolge gemäß Verlauf der Reise

 

Wir verlassen Peniche (siehe mein Beitrag Finde Dein Zentrum in Portugal: Vom Luxus des Einfachen) und kommen über fabelhafte leere (und gute) Autobahnen unter Fado-Begleitung von CD

 

 

nach

Casal de S. Simão

Karte Schieferdorf Casal de São Simão


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Der kleine Ort Casal de S. Simão besteht im Wesentlichen nur aus einer Straße, in der alle wichtigen Gebäude wie die Tenne, der Brunnen, die Kapelle aus dem 15. Jahrhundert und das älteste Privathaus des Dorfes stehen, das von 1701 stammt.

Vorherrschendes Baumaterial ist Quarzit. Das nur deswegen, falls Du fragst, wo denn der Schiefer sein soll. Nur in wenigen Hauswänden siehst Du den Schiefer als das schmale Ende einer Platte; das meiste Material ist das oben schon genannte Quarzit. Das Gotteshaus des Dorfes ist das älteste im Kreis Figueiró dos Vinhos.

Der Ort erstreckt sich auf einem Bergrücken, der parallel zum Lauf des Flusses Ribeira de Alge
verläuft.

Den schönsten Ausblick hat man von dem ausgezeichneten Lokal “Varanda do Casal”, einem
gelungenen Beispiel dafür, wie Wiederaufbauprojekte ein Dorf mit neuem Leben erfüllen und
nachfolgende Investitionen die Wirtschaft ankurbeln können.

Hochlöblich: Der Treppenlift, eine große Hilfe für Behinderte, um zum Speiseraum und zur Terrasse im 1. Stock zu kommen:

 

Wenn Du Zeit hast und sicher auf den Beinen bist, mach doch einen gemütlichen Spaziergang auf einem schmalen Naturpfad zu dem von den imposanten Felsen Fragas de S. Simão umgebenen Flussstrand und den Wassermühlen von Ribeira de Alge. In 20 Minuten solltest Du unten sein, herauf dauert es naturgemäß etwas länger, oder Du lässt Dich von jemandem abholen.

 

Eindrücke vom Dorf

Ziegen bestimmen das Landschaftsbild der Schieferdörfer. Diese hier tut sich an Weinblättern gütlich.

 

 

 

 

 

 

 

Hier wohnt Pedro. Wer auch immer das sein mag. Ich habe ihn nicht getroffen. Seltsam, wie ausgestorben, dieses Dorf

 

 

Schiefer: Endlich ein Zeichen des Namensgebers der „Schist Villages“

 

Ja, hier ist noch etwas zu tun, bis das Haus zum Charme des Ortes beitragen kann.

 

Jetzt noch ein bisschen gießen, dann machen die Blumentöpfe noch mehr her.

 

 

 

 

 

Abendessen im Restaurant Varanda do Casal

Leckeres Dessert

 

Süffiger, trockener Rotwein vom Douro

 

Spätabends wechseln wir das Schieferdorf. Wir erreichen

 

Ferraria de S. João

Karte Schieferdorf Ferraria de São João


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Ferraria de S. João ist ein kleines Dorf mit 48 Einwohnern.

Im äußersten Süden des Lousã-Gebirges treffen Quarzit und Schiefergestein aufeinander. Die
meisten Gebäude des Dorfes Ferraria de S. João wurden aus Quarzit erbaut, aber einige
Fassaden sind auch verputzt und weiß getüncht.

Der Ort zeichnet sich durch seine große Zahl an gemeinschaftlichen Ställen aus, die am einen
Ende des Dorfzentrums am Rand eines riesigen, jahrhundertealten Korkeichenwaldes stehen.

Adoptier doch eine Korkeiche!

Eines der erfolgreichsten Projekte, das von der einheimischen Bevölkerung ins Leben gerufen
wurde, ist die Adoption von Korkeichen (Mehr Infos bei Pedro, Kontaktinfos unten). Die Dorfgemeinschaft kaufte nach und nach Korkeichen, die man je nach Größe für 40, 60 oder 80 Euro adoptieren kann. Damit setzen sich die Bewohner von Ferraria de S. João für den Erhalt einer unter Naturschutz stehenden Baumart und des gemeinschaftlichen Dorfwaldes ein, in dem alle ihre Freizeit genießen können.

Wir sind im Wald, in den Bergen, über 600 m über dem Meeresspiegel. In der Früh ziehen Nebelschwaden über den Pool, der mit 21 Grad bedeutend wärmer als die umgebende Luft ist. Schade, dass die Dusche hinterher kalt ist, obwohl der Chef von

Vale do Ninho – Nature Houses

beteuert, dass durch die hohe Sonnenscheindauer alle Wasserspeicher mit heißem Wasser gefüllt sein sollten. Erst am letzten Tag unseres Aufenthaltes wird er uns zeigen, dass man den Wasserhahn nach einer ganz bestimmten Richtung drehen muss, um heißes Wasser zu bekommen: Aber erst nach einer gewissen Wartedauer. Wer das nicht weiß, wie wir, kann nach links oder rechts drehen, es kommt immer gleich lau aus dem Hahn.

Der Pool gestattet 6-7 Schwimmzüge, die ich mehrmals unter dem Kläffen der hiesigen Hunde absolviere. Nach der lauen Dusche kommt langsam die Sonne durch und wir gehen ans Frühstück. Alles ist vorbereitet, doch der Herd will nicht. Egal, das Teewasser kann man auch in der Mikrowelle erhitzen. Am Ende wird uns Pedro zeigen, wie der Induktionsherd eingeschaltet wird.

Was lernen wir daraus? Gründliche Einweisung, und zwar schon am Anfang, dann hat man mehr Freude am Aufenthalt.

Es gibt Müsli, Joghurt und Ziegenkäse, dazu  frisches Brot, das in einem Beutel an der Türe hängt.

Ein Blick auf die Wetterlage im Internet zeigt: Es wird ein strahlend schöner Tag. Das WLAN im Zimmer ist schnell und unbegrenzt, auch dank der guten Konfiguration durch Pedro, der sich schon universitär mit Informatik beschäftigt hat.

Einer Wanderung zwischen Feldern am Bach entlang und einem Picknick im Korkeichen-Wald steht nichts mehr im Wege.

 

 

 

Mystische Stimmung in den Wäldern: Halb hängt der Nebel in den Bäumen, halb hebt er sich, um der Sonne Platz und Raum zu geben

 

 

 

Wanderung auf dem Schieferweg von Ferraria de S. João: Viehtrieb-Route

Der Schieferweg von Ferraria de S. João beginnt an Pedros Mountainbike-Station und führt hinunter ins Dorfzentrum und durch die Gemüsegärten an den Ufern des Flusses Ribeira das Ferrarias, der
hier entspringt. Den gewundenen Weg säumen kleine Brunnen, aus denen das Wasser zur Bewässerung der Anbauflächen noch auf traditionelle Art geschöpft wird.

Es ist schon sehr warm heute, so dass wir den  3 Stunden dauernden,  6 km langen Weg abkürzen und einen einstündigen, etwa  2,5 km langen Spaziergang daraus machen.

 

Na, Frau Nachbarin, wie geht’s, fragt Pedro. Die Dame wässert ihr Kartoffelfeld, indem sie den Bach anzapft und das Wasser kundig verteilt.

 

Pedro zeigt uns an diesem Feld am Wegesrand, wie der Ziehbrunnen bedient wird

 

 

Üppige Vegetation, die es nicht gerade einfach macht, hier den richtigen Tritt zu fassen. Für Gehbehinderte wie mich äußerst langsam zu wandern

 

 

Ausgezeichnet ausgeschilderte Wanderwege

 

 

Brunnen, nicht mehr im Gebrauch. Vormals von einem Esel angetrieben

 

 

Wieder ein aufgelassener Brunnen. Der Esel dazu ist auch weg. Auf dem Altenteil oder beim Schlachter.

 

Ziegen, immer wieder Ziegen.

 

 

Korkeichenhain: Gerade ist Kork-Ernte. Die Hüllen sind dieses Jahr (2016) etwas zu dünn. Der Griff meiner Gehstöcke (zum Größenvergleich) ist ebenfalls aus Kork.

 

Korkernte. In großen Stücken wird die Rinde abgeschält. Eine nicht ganz ungefährliche Arbeit.

 

 

 

Double Feature: Ziegen UND Korkeichen. Und die Hirtin der Ziegen auch noch im Bild (ihr Gesicht wollte sie nicht im Internet sehen)

 

Hmmmm, eine leckere Tarte

 

Pedro erzählt vom Leben und Treiben in den Schieferdörfern, während wir schmausen

 

 

 

 

 

Ziegenkäse Workshop

Vom sachgerechten Melken bis zum professionellen Fertigen des Ziegenkäses. Die Dame macht’s uns vor:

 

 

Niedrig ist der Eingang zum Ziegenstall

 

Jetzt Milch pasteurisieren und dann Käse machen

 

 

Nix da Sieb: Nur die Finger dienen dem Abseihen der Käsemasse, die – durch die Zugabe eines Mittelchens aus der Apotheke in die Milch-  gestockt ist. Erstaunlich, wie viel Molke (das ist die klare Flüssigkeit) übrig bleibt. Für ein Bad (wie Kleopatra) reicht es dann aber nicht

 

Einfüllen des abgetropften Käses in diverse Förmchen, dann ein paar Körnchen Salz darauf – fertig!

 

Jetzt noch Salz darüber streuen und ab damit in den Kühlschrank. Die Salzkörner versinken im Käse. Nach einer gewissen Ruhezeit ist der Ziegenkäse fertig zum Essen. Guten Appetit!

 

Abends machen wir kurz Halt in der fußläufig in wenige Minuten erreichbaren Casa de Zé Sapateiro, wo Du ebenfalls übernachten kannst. Dort bereitet uns die Hauswirtin ein leckeres Wildschwein-Gericht, gekrönt von einem guten Rotwein. Leider haben es die Gefährten sehr eilig, um ein Fußballspiel nicht zu verpassen, so dass wir relativ überstürzt aufbrechen. Schade, ich wäre noch gerne hier gesessen und hätte in netten Gesprächen den Abend ausklingen lassen.

 

Abends legt sich noch mehr Ruhe über die kleine Gemeinde und den Korkeichenwald, als vorher schon da war. Wunderbar friedliche Stimmung liegt über dem Dorf, wo die abgeernteten Eichen im rötlichen Licht der schräg stehenden Sonne noch einen Tick röter erscheinen.

 

Mehr Info über die diversen Wanderwege und Mountain-Bike-Trails sowie das Adoptionsprogramm der Korkeichen direkt bei Pedro, der in seinem MTB-Zentrum Mountain-Bikes ausleiht und Dir als Wanderführer die Gegend zeigt:

Vale do Ninho
Pedro & Sofia

Ferraria de São João,
Penela, Coimbra, Portugal
Tel.: +351 919 048 373
E-Mail: enjoy (at) vn-nature.com
www.vn-nature.com

Du bist engagierter Radler? In Portugal bist Du gut aufgehoben mit Deinem Hobby:
Fahrradfreundliche Hotels auf Bikotel

 

Am nächsten Morgen machen wir uns – mit viel Fado, denn unser Fahrer steht auf den berühmten portugiesischen Nationalgesang (von CD natürlich, nicht am Steuer persönlich gesungen) – auf in den Naturpark von Serra de Aire e Candeeiros nach

Alvados

Dort checken wir im Cooking & Nature – Emotional Hotel ein.

Auch hier dreht sich alles ums Wandern und Radfahren. Und zu den Stränden der Atlantikküste sind es nur 35 km. Die kannst Du, wenn ich den Eigentümer des Hotels richtig verstanden habe, künftig sogar mit neu anzuschaffenden E-Bikes bewältigen. Eine gute Idee, finde ich. Ebenso die GPS-Routen, die vom Hotel den Gästen zur Verfügung gestellt werden.

Karte Naturpark von Serra de Aire e Candeeiros


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Im Westen des vom Kalkstein geprägten Naturparks erstreckt sich das langgezogene Candeeiros-
Gebirge, im Osten das Aire-Gebirge, in der Gegend von Porto de Mós treffen die Täler von
Mendiga und Alvados / Mira de Aire-Minde aufeinander.

Zwischen diesen beiden bedeutenden Senken liegt die Hochebene von Santo António.
Die Costa de Alvados ist ein teilweise bis zu 300 m über der Senke von Alvados aufragender
Steilhang.

Hier kannst Du Vögel beobachten, die ihren Lebensraum hauptsächlich in felsigen Regionen haben, wie Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax), Turmfalke (Falco tinnunculus) oder Mittelmeer-Steinschmätzer (Oenanthe hispanica).

Wir nutzen den angebrochenen Vormittag, um eine kleine Wanderung durch Olivenhaine Richtung Berg zu machen, wo sich gerade ein Gleitschirmflieger in leuchtend gelbem Schirm nach unten tragen lässt.

Wie mir der Chef des Hotels, der sich an die Spitze unseres kleinen Trupps gesetzt habe, versichert, eignen sich die langgezogenen Hänge des Berges sehr gut zum Gleitschirmfliegen. Das allerdings nicht im Sommer, sondern in der kühleren Jahreszeit, wo sich zur Thermik auch noch der anstehende Wind gesellt, der zum Soaren einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte Cooking and Nature – Emotional Hotel


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Einige Aufnahmen aus dem Cooking and Nature – Emotional Hotel*, das Du auch in Deutschland, z.B. bei Olimar, buchen kannst.

 

 

Diese Treppe brauchst Du nicht zu nutzen, wenn Du Gepäck hast oder wie ich schwerbehindert bist: Ein Lift führt zu den Zimmern im 1. Stock. Zimmer, die alle verschieden aussehen und nach dem Motto von Filmen gestaltet sind. Meines zum Beispiel als „Adventure Room“ zum Film „Out of Africa“, mit angedeuteten Moskitonetzen, einer Badewanne (ich merke zu spät, dass es hier keine Dusche gibt, doch da ist das Zimmer schon bezogen.

Duschen geht auch ganz gut einen Stockwerk tiefer im gut ausgerüsteten Spa-Bereich), mit Reisekoffer-Attrappen als Nachttisch und nachgebildeten Nashornköpfen an der Wand. Tropenhelme schmücken das Kopfende des Bettes. Raumhohe Fenster zeigen den gegenüber liegenden Hang und die davor liegenden Olivenhaine.

 

Lampe mit Teefilter-Augen

 

 

 

Frischer Ziegenkäse zum Frühstück

 

 

Das längste Schwimmbad der Reise: Wahrlich ein Genuss, wenn die Hitze des Tages den Blogger schon etwas ermattet hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum eigentlich „Cooking and Nature“ – Hotel? Weil das Abendessen im Format einer Koch-Stunde präsentiert wird. Doch der Chef des Hotels hat anderes mit uns vor. Er wird uns zu einem Töpfer in die gute Stube schicken, der uns Hausgemachtes in seiner ureigenen Küche zubereiten und später noch eine Einführung ins Töpfern geben wird.

Du interessierst Dich für das Hotel? Hier die wesentlichen Kontaktmöglichkeiten:

Cooking & Nature Emotional Hotel****
Rua Asseguia das Lages, 181
2480-032 Alvados
Tel.: +351 244 447 000
E-Mail: info (at) cookinghotel.com
www.cookinghotel.com

Buchbar über OLIMAR*

 

Zunächst packen wir aber unsere Fotoapparate und fahren zu einem

Besuch der Tropfsteinhöhlen Santo António

Draußen zeigt das Thermometer 35 Grad, und in der Höhle Grutas Santo António zwischen 16 und 18 Grad. Kein Zweifel, wir wollen dort rein, und möglichst lange darin bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Info zu den Tropfsteinhöhlen, die hier sogar im Zweierpack auftreten: Santo António und Grutas Alvados.

Grutas Santo António

TIPP: Wenn es draußen auch glühend heiß ist, nimm trotzdem eine Weste oder Jacke mit in die Höhle. Gegen Ende der Besichtigung wirst Du ausgekühlt und froh darum sein.

Auf der Heimfahrt verspricht uns der Hotelchef noch ein besonderes Erlebnis: Die Hangkante der Hochfläche hat eine Rundung wie ein Amphitheater geformt, das wir mühelos vom Parkplatz aus in etwa 10 Minuten erreichen.

Hoch über dem Tal: Felsen wie ein Amphitheater

 

Ganz in der Nähe von diesem Schild parkst Du Dein Auto. Offenbar lieben auch Schnecken die Stelle.

 

 

Besichtigung einer Töpferwerkstatt

Eating with Locals” – Abendessen mit Menschen, die im Naturpark leben, arbeiten und ihre Träume verwirklichen, so steht es auf dem Programm.

In kurzer Fahrt erreichen wir ein Dorf, in dem Harry Potter, äh, Jose, der Töpfer (Potter auf englisch) mit seiner Frau und seinen beiden (Klein-) Kindern lebt und arbeitet.

Seine Familie hat er zu seinen Eltern ins Nachbardorf geschickt, denn er spielt ja für uns die Rolle des Kochs und Töpfers in Personalunion.

An den Wänden zunächst die kleinen Figuren, die er in den Hotels in ganz Portugal verkauft.

 

 

 

Fernando Pessoa – ideal für den Schreibtisch eines Journalisten oder Bloggers. Fernando António Nogueira de Seabra Pessoa war ein portugiesischer Dichter und Schriftsteller.

 

Dann geht es ans Eingemachte: Eine Batterie Getränke, davor Vorspeisen, dann als Hauptgang Knochen mit Fleisch plus einen großen Keil Kohl. So isst man auf dem Lande. Gut und deftig. Dazu trägt auch die herrlich aromatische, grobe und großformatige Wurst bei, die optimal mit dem Weißkohl harmoniert. Da lasse ich doch gerne die Fleischstückchen liegen, von denen ich sowieso mehr Knochen als Fleisch sehe.

 

 

Natürlich müssen die Gefährten wieder vor dem Grün der Glotze hängen, wo sich überbezahlte Fußballer über einen Ball streiten. Ich genieße derweil den wilden Garten von Jose Potter, wie ich ihn gerne nenne. Noch ein wenig gärtnerische Arbeit, und dann können die Gäste, die er regelmäßig vom Hotel zu Mahl und Töpfer-Demo vermittelt bekommt, im Garten unter freiem Himmel dinieren, statt in der Wohnstube vor dem Fernseher.

 

 

 

 

Aufgabenstellung: Fertige Keramik-Schalen in einem auf 1.000 Grad erhitzen einfachen Brennofen innen mit Glasur versehen und außen durch Einwirkung von Feuer und Rauch dauerhaft mit individuellen Färbungen versehen.

 

 

Jose zieht sich Handschuhe über und benetzt die Innenseite des Töpferguts mit einer weißen Flüssigkeit, die nach dem Brennen das Auslaufen von Wasser verhindern soll.

 

1.000 Grad!

 

So, nun ist die Glasur eingebrannt. Deckel auf, und rein in die Tonne, in die Jose Gras, Heu und Zweige geworfen hat, die gerade im Hof und auf der Straße herumliegen.

 

Durch die große Hitze der Schalen aus dem Brennofen entzünden sich Gras und Zweige augenblicklich und färben die Außenseite des Töpferguts permanent schwarz.

 

Jetzt nun noch in ein Wasserbad, und verkaufsfertig ist das Schälchen.

 

 

Gleich nach dem Wasserbad versuche ich, die schwarze Schicht abzureiben. Keine Chance. Der Rauch der Zweige hat sich permanent eingebrannt.

 

Was, sind die 5 Tage schon vorbei?

 

Mit unserem Werbepartner kannst Du, wenn Du länger bleiben willst, interessante Touren machen*

Flughafen Lissabon. Absolut verwirrend: Angezeigt wird alle mögliche, nur nicht das Gate. Ist man dann endlich dort und hat Platz genommen, wird auf der elektronischen Anzeige im Wartebereich auf ein anderes Gate verwiesen. Beispielsweise beim Flug nach Frankfurt von 23 auf 13, beim Flug nach München von 19 auf 18. Was sich wohl als Irrtum herausstellt, denn der Ansage nach blieb es zum Boarding bei den ursprünglichen Gates.

 

Positiv zu bemerken: Im Airport Lissabon gibt es überall kostenloses WLAN. Verkürzt die Wartezeit erheblich.

 

 

 

Erwartet hatte ich wie auf dem Herflug ein warmes Mahl. Stattdessen gibt es ein Sandwich und etwas Obst. Ja, und Twix nicht zu vergessen. Dafür serviert man Getränke bis zum Abwinken.

 

Anders als auf dem Hinweg nach Lissabon wird hier sogar Milch und Zucker, Salz und Pfeffer angeboten.

 

Heimatgefühle kommen auf: Wir fliegen am Bodensee entlang. Unter uns die Insel Reichenau im „Untersee“ und Konstanz.

 

Was Du unbedingt in Deinen Reiseplan einbauen solltest

Natur und Sport, schön und gut. Doch vergiss bitte nicht die Juwelen der Geschichte und Architektur, die Portugal Centro Dir zu bieten hat. Hier eine Auswahl:

Nützliche Adressen

Vale do Ninho,

Ferraria de São João,
Penela, Coimbra, Portugal
Tel.: +351 919 048 373
E-Mail: enjoy (at) vn-nature.com
www.vn-nature.com

Cooking & Nature Emotional Hotel****
Rua Asseguia das Lages, 181
2480-032 Alvados
Tel.: +351 244 447 000
E-Mail: info (at) cookinghotel.com
www.cookinghotel.com

Restaurante Varanda do Casal
Casal de São Simão
3260-030
Tel.: +351 236 628 304 / 552 115
E-Mail: varandadocasal (at) gmail.com

Aldeias do Xisto
ADXTUR- Agência para o Desenvolvimento Turístico das Aldeias do Xisto
Casa Grande
6230-137 Barroca, Fundão
Tel.: +351 275 647 700 / +351 960 101 873
E-Mail: info (at) aldeiasdoxisto.pt
www.aldeiasdoxisto.pt

Diese Reise wurde unterstützt von

TCP/ARPT Centro de Portugal
Casa Amarela — Largo de Sta. Cristina
3500-181 Viseu – Portugal
www.centerofportugal.com
www.facebook.com/centro.de.portugal.fans
www.twitter.com/aboutcentro

und

www.flytap.com

Du hast den ersten Teil von Centro de  Portugal verpasst?
Dann besuch bitte gleich im Anschluss
Portugal Zentrum: Vom Luxus des Einfachen. Von Lissabon nach Peniche

Was hältst Du von einem anderen Teil Portugals, dem Alentejo? Hier geht’s lang!

 


(*) Das Produkt oder die Dienstleistung, mit einem Sternchen bezeichnet, hat werblichen Charakter, kann also als „Anzeige“ oder „Werbung“ bezeichnet werden. Mehr zum Thema Angebote auf ReiseFreaks ReiseBlog

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Wolfgang Brugger

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Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz schwerem Unfall und Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet.   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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