Mit dem Solarboot unterwegs im Nationalpark Neusiedler See

Ein Gastbeitrag von Sonja Schiff, Chefin des Blogs “VielFalten FORTGESCHRITTEN LEBEN JENSEITS DER 50.”

Ich schätze mich unendlich glücklich gleich zwei Lebensorte zu haben. Da ist einerseits das wunderbare alte Stadt Salzburg, sie bietet viel Kultur und einem Schuss Urbanität. Und da ist auf der anderen Seite Sarród, ein kleines ungarisches Dorf am Neusiedler See mit wilder Natur und Weite gleich ums Eck.

Unser Nachbar Norbert arbeitet als Ranger im Fertő-Hanság Nemzeti Park, das ist der ungarische Teil des Nationalparks Neusiedler See- Seewinkel. Ungarn trägt zu diesem länderübergreifenden Nationalpark übrigens die meisten geschützen Bereiche bei. Während sich auf österreichischer Seite Strandbäder an Strandbäder reihen, gibt es auf der ungarischen Seite nur den Seezugang bei Fertörakos, nahe Sopron.

Alles andere steht unter Naturschutz und davon sind wieder riesige Flächen Bewahrungszone, Flächen also die nicht beziehungsweise nur selten und nur in Begleitung eines Rangers betreten werden dürfen.

Weil wir zu unserem Glück Norbert, den Ranger, kennen, haben wir da ab und zu ganz wunderbare Möglichkeiten diese geschützten Bereiche zu sehen. So wie kürzlich, da fuhren wir abends mit dem Solarboot hinaus und bestaunten einen atemberaubenden Sonnenuntergang in menschenleerer Natur.

Zuerst ging es mit dem fast lautlos schwimmenden Solarboot den Einser-Kanal entlang etwa 6 Kilometer durchs Schilf. Der Einser-Kanal wurde um 1900 gebaut, er verbindet den Neusiedler See mit der Donau und dient dazu die Dimensionen des Neusiedler Sees zu regulieren. Erst im Jahr 2014 wurde wieder Wasser vom See über diesen Weg abgelassen, weil viele Weideflächen rund um den See unter Wasser standen.

Der Einser-Kanal wirkt auf den ersten Blick langweilig, zieht sich als schnürlgrader Graben durch die Landschaft. Aber ich liebe es, mich an seinem Ufer niederzulassen, dem Gequacke zuzuhören, die Silberreiher zu beobachten beim Fischen und im Winter die vielen Schwäne beim Grundeln. Im Solarboot an diesem Abend war der Einser-Kanal, auf ungarisch Hansági-föcsatorna genannt, vor allem einfach nur atemberaubend schön anzusehen.

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Unser Ziel an diesem wunderbaren Abend aber war der Silbersee, eine riesige Wasserfläche in einer Art Bucht, die unter Naturschutz steht. Früher war der Silbersee Grenzgebiet und ein beliebter Ankerplatz für Segler. Aber zum Glück verschlammte dieser Bereich des Neusiedler Sees immer mehr und so wurde er unattraktiv für Segler.

Seit Errichtung des Nationalparks (Ungarn startete 1991 mit dem Nationalpark, ab 1994 zog Österreich dann nach) ist das Befahren dieser Fläche nicht mehr gestattet. Ab und zu gibt es geführte Kanutouren über den Silbersee oder eben Fahrten mit dem Solarboot, aber sonst ist der Silbersee jetzt vor allem den Wasservögeln vorbehalten. Seinen Namen verdankt er übrigens dem silbrigen Glitzern und Spiegeln im Abendrot.

 

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Als wir den Silbersee endlich erreichten flogen noch die Vogelschwärme hoch……

 

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…….dann wurde es still. Und da war er, mitten am riesigen See: Der perfekte Sonnenuntergang. Nur für uns!

 

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Nach diesem Highlight freue ich mich jetzt schon riesig auf den Herbst. Bald reisen tagelang in breiten, schnatternden Formationen Tausende von Graugänse an. Ein unvergleichliches Erlebnis.

 


 

Der Nationalpark Neuseidler See- Seewinkel bietet, sowohl auf österreichischer wie auch auf ungarischer Seite, eine Menge Veranstaltungen an, viele davon das ganze Jahr über. Von Kinderprogrammen, Schulprogrammen, geführten Wanderungen bis Kanufahrten und Solarbootausflüge.

Fertő-Hanság Nemzeti Park und Nationalpark-Neusiedlersee-Seewinkel

Alles Fotos dieses Beitrages: Rochus Gratzfeld. DANKE!

 

Danke an diesen Gastbeitrag von Sonja Schiff, Chefin des Blogs “VielFalten FORTGESCHRITTEN LEBEN JENSEITS DER 50.

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