Europa: Ein Maut-Dschungel! Rechtsberatung ist gefragt, Bußgelder drohen

Aus Italien und Österreich kommen nach der Urlaubssaison die häufigsten Maut- und Bußgeldforderungen

München (ots) – Rechtsberatung wird im Mautdschungel Europas immer wichtiger. Denn durch die zunehmende Digitalisierung an den Mautstationen kommt es immer häufiger zu technischen Schwierigkeiten bei den Bezahlsystemen. Im vergangenen Jahr hat der ADAC seine Mitglieder vor allem bei Problemen an italienischen Mautstationen und bei Ersatzmautforderungen zur Autobahnvignette in Österreich beraten.

Österreich

2015 waren mehr als 78.000 Deutsche von Ersatzmautforderungen betroffen. Oftmals erfolgen die Kontrollen elektronisch durch Videoüberwachung. Wer bei der Fahrt nach Österreich Ärger vermeiden will, sollte laut ADAC die Vignette ordnungsgemäß anbringen.

Richtig klebt das „Pickerl“ innen an der Windschutzscheibe im linken oberen Bereich oder hinter dem Rückspiegel. Tabu ist eine Anbringung hinter einem eventuell vorhandenen Tönungsstreifen.

Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, muss zur Vermeidung eines Bußgeldverfahrens Ersatzmaut zahlen. Deren Höhe beträgt bei Pkw bis 3,5 Tonnen 120 Euro. Wird eine bereits geklebte Vignette abgelöst und an einem anderen Fahrzeug wieder verwendet, sind 240 Euro Ersatzmaut fällig.

Italien

Aufgrund des komplizierten Mautsystems müssen Autofahrer in Italien immer wieder Maut nachzahlen. Häufig wählen sie bei der Autobahnein- oder ausfahrt die falsche Spur, können die Mautkarte nicht vorlegen oder haben Probleme bei der bargeldlosen Zahlung. Die Maut muss innerhalb von 15 Tagen bezahlt werden, sonst sind weitere Gebühren fällig.

In der Praxis werden nachträgliche Mautforderungen italienischer Autobahngesellschaften durch das italienische Inkassobüro NiviCredit und durch das deutsche Inkassounternehmen Euro Treuhand Inkasso geltend gemacht.

Der ADAC rät in diesem Fall, eventuell vorhandene Zahlungsbelege unverzüglich NiviCredit vorzulegen und zu erläutern, warum eine Mautzahlung nicht möglich war. In diesem Jahr rechnet der Club zusätzlich mit vielen Fragen zur neuen grenzüberschreitenden Vollstreckung italienischer Bußgelder in Deutschland.

Denn Italien darf seit März 2016 nicht bezahlte Geldbußen im Straßenverkehr bis zu fünf Jahre zurückverfolgen und ab einem Betrag von 70 Euro einfordern.

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.adac.de/rechtsberatung.

 

Über Mautbestimmungen im Urlaubsland informieren

Egal wohin die Reise geht: Autofahrer sollten sich vor Reisebeginn über die Mautbestimmungen im Urlaubsland informieren – denn der Mautdschungel im vereinten Europa ist dicht. Rechtzeitig vor dem Start der Urlaubssaison hat der ADAC die wichtigsten Bestimmungen zusammengestellt.

Verstöße gegen die Landesregelungen können sehr teuer werden. Wer keine Vignette kauft oder sie nicht richtig an der Windschutzscheibe anbringt, muss mit teils drastischen Bußgeldern rechnen. In Slowenien drohen bis zu 800 Euro. Auch Österreich (ab 120 Euro), die Schweiz (190 Euro plus Vignettenkosten) und Tschechien (ab 185 Euro) bitten Mautsünder richtig zur Kasse.

In der Europäischen Union gibt es in neun Ländern eine streckenbezogene Maut. In Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien müssen Autofahrer eine Gebühr entsprechend der zurückgelegten Kilometer zahlen. Auch in den Nicht-EU-Ländern Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Norwegen, Serbien, in der Türkei und in Weißrussland wird nach Entfernung abgerechnet.

Nicht immer ist das gesamte Autobahn- und Schnellstraßennetz mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt je nach Land beim Ein- oder Ausfahren; Länder wie Portugal und Polen setzen auf verschiedenen Streckenabschnitten auch elektronische Bezahlsysteme ein.

In einigen Ländern fällt zudem eine Sondermaut für Brücken, Tunnel und Pässe an, etwa in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Dänemark und Schweden. Acht weitere Länder verlangen für Fahrten auf Autobahnen und Schnellstraßen eine Vignette: Bulgarien, Österreich, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die Vignetten gelten unterschiedlich lange.

Weitere Informationen zu den Mautkosten gibt es unter www.maps.adac.de.

Titelbild:
tomwieden / Pixabay. Gefunden unter CC0 -Lizenz

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Wolfgang Brugger

CEO, Founder
Wolfgang Brugger ist der Webmaster von ReiseFreaks ReiseBlog. Reist (trotz schwerem Unfall und Gehbehinderung) gerne und schreibt ehrlich über seine Reisen und die Möglichkeiten/Hindernisse, die er vorfindet.   PS: Bleib am Ball! Abonnier den kostenlosen ReiseNewsletter "ReiseJournal: ReiseNews und ReiseBerichte" unter http://ReiseNewsletter.ReiseFreak.de oder gleich auf dieser Seite, rechts.
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