China: Hongkong – Sightseeing und Köstlichkeiten

Meine Güte, ist das klein, denke ich, als wir unser Zimmer im Comfort Guest House beziehen. Aber es verfügt aber über allen Komfort, den man so braucht: ein relativ enges und zu kurzes Doppelbett, ein WC, das gleichzeitig auch die Dusche ist, eine Klimaanlage, die wir nicht benutzen, einen Safe, den wir nicht öffnen können und man glaubt es kaum, ein Fenster. Durch dieses kann man sogar ein bisschen Himmel entdecken, wenn man sich ganz nah ans Gitter drückt.

Pam & Angi vom Blog „pamgi on tour“ berichten in ihrem Gastbeitrag direkt von unterwegs.

Nach unserer langen Reise tun wir das, was in dieser Situation jeder tun würde, wir gehen erstmal schlafen. Es ist aber auch schon fast Mitternacht, als wir ankommen, also ist das völlig legitim.
Als am nächsten Morgen der Wecker klingelt, schläft Pam natürlich noch tief und fest. Daher mache ich mich schon mal parat. Das ist auch gut so, denn zwei Leute auf einmal könnten sich sowieso nicht in unserem Zimmer bewegen. Außer wir würden Twister spielen: meine rechte Hand auf Grün und Pams linker Fuss auf Gelb.

UNTERWEGS IN HONGKONG

„Asia’s World City“ kann man auf mindestens drei verschiedene Arten erkunden:

Zu Fuß:
Meine persönliche Lieblingsart eine neue Stadt zu sehen. Ich liebe es in der Gegend herum zu laufen und mich einfach ein bisschen umzusehen. In Hongkong geht das aber nur bedingt. Denn es gibt keine Fußgängerbrücke von Kowloon rüber nach Hong Kong Island. Ansonsten kann man sich aber relativ gut durch die Massen auf den Gehwegen hindurch kämpfen, Ellenbogen sei Dank.

Metro:
Hongkong verfügt über ein echt gutes und nach kurzer Eingewöhnungszeit auch relativ einfaches U-Bahn System. Die Stationen sind meist relativ groß, aber ausreichend beschildert und die Karten kennzeichnen die verschiedenen Ausgänge. Eine Fahrt kostet in der Innenstadt um die HK$ 5.50 bis 10.50, also zwischen ca. 0,70 € / CHF 0.80 bis 1,30 € / CHF 1.40. Zum Bezahlen empfiehlt sich entweder eine Octopus Card, die man mit einem gewünschten Betrag aufladen kann oder man kauft sich die Tickets am Automaten. Dazu wählt man ganz einfach die gewünschte Endstation auf einer Karte an.

Fähre:
Die Star Ferry bringt einen von Kowloon nach Hong Kong Island und umgekehrt. Die Fähre ist nicht nur ausgesprochen günstig, sondern bietet zudem noch eine grandiose Aussicht auf die Skyline. Für eine Fahrt haben wir HK$ 2 bezahlt. Umgerechnet sind das etwa 0,25 € / CHF, ein Schnäppchen sozusagen.

 

dsc00917

Tram:
Der Anblick dieser alten Straßenbahn entlockt einem garantiert ein Schmunzeln. Diese, meiner Ansicht nach, etwas unförmigen Trams, gibt’s lediglich auf Hong Kong Island zu erblicken. Eine Fahrt damit ist allein schon eine Attraktion. Bezahlt wird beim Ausstieg, aber Achtung, es gibt kein Wechselgeld.

Zudem gibt’s noch Taxis. Diese haben wir bei unserem Besuch aber mal ausgelassen, denn sie übersteigen unser Budget als Rucksacktouristen.

UNTERKUNFT

Wir haben unsere Unterkunft von zuhause aus gebucht. Es gibt eine riesige Anzahl an Hostels. Die Preise sind jedoch horrend. Und somit haben wir in unserem Preissegment die Auswahl zwischen eklig und klein. Wir entscheiden uns für klein. Das Comfort Guest House ist nicht das günstigste Hostel, aber es ist immerhin sauber. Und das Bett einigermaßen bequem. Außerdem liegt es super zentral, im Stadtteil Tsim Sha Tsui in Kowloon. Das entspricht etwa der Bahnhofstrasse in Zürich. Und ich meine nicht den günstigen Teil vorne beim Hauptbahnhof. Nein, es wimmelt hier nur so von Rolex, Michael Kors, Longchamp und Louis Vuitton. Ob alles echt ist oder nicht, sei mal dahingestellt.

ESSEN

In Hongkong wird Essen besonders groß geschrieben. Es gibt allerlei kleine Stände und Restaurants. Und man bekommt alles. Wirklich alles. Auch wir wollen die lokale Küche kennenlernen und gönnen uns ein ausgiebiges Mittagessen – beim Japaner. Wer soll denn auch wissen, welches japanische und welches chinesische Zeichen sind? Das Essen war trotz allem sehr lecker. Ich hatte eine Art Suppe, wovon etwa die Hälfte auf meinem weißen T-Shirt gelandet ist. Und Pam hatte frittierte Shrimps mit Reis. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, Suppe ist auch viel schwieriger zu essen. Und das Essen mit Stäbchen ist ja sowieso eine Kunst für sich.

 

dsc01267

 

Auch darf bei einem Hongkong Besuch Dim Sum nicht fehlen. Die gefüllten Teigtaschen werden zu klassisch chinesischem Tee, meistens in kleinen Dampfkörbchen aus Bambus, gereicht. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, wenn wir schon mal hier sind. Wir treffen uns mit einer Freundin und gehen zu dritt Dim Sum essen. Und zwar äußerst authentisch im Restaurant Tao Heung (3 Minden Row), in dem wir etwa so auffallend sind, wie Edward mit den Scherenhänden bei der Maniküre. Und so haben wir uns auch gefühlt. Wir wissen gar nicht recht, was mit all den verschiedenen Krügen, Schalen und Tellern anfangen, die den Tisch decken.

Außerdem gibt es dazu noch Tee. Soll man die Dinger jetzt etwa darin tunken? Wir sind unsicher und beobachten die Einheimischen daher genauestens. Beim Versuch sie nachzuahmen, scheitern wir jedoch kläglich. Der Höhepunkt – oder eher Tiefpunkt – war wohl, als ein Dim Sum vom Stäbchen rutscht und in die Schale mit Tee fällt. Eine riesen Sauerei. Aber am besten einfach ignorieren und weiter essen, als wäre nichts passiert. Wir haben ja genug unterschiedliche Leckereien bestellt. Leider kann ich nicht alles so genau definieren. Aber irgendwas mit Rind, Hühnchen oder Schweinefleisch – hoffentlich. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, das Essen war extrem lecker, außergewöhnlich und auf jeden Fall auch ein spannendes Erlebnis.

SOHO

Wir nehmen die Metro von Tsim Sha Tsui nach Central. Das sind nur zwei Stopps. Von da gehen wir zu Fuss Richtung Soho (Hollywood Road). Da soll es ganz schön sein, sagt der Reiseführer. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mich vorab zu wenig informiert habe, um genau zu wissen, was uns erwartet. Also laufen Pam und ich einfach mal drauf los. Ob wir Soho nun wirklich gesehen haben oder nicht, kann ich nicht genau sagen. Aber wir sind zumindest an den berühmten Rolltreppen vorbei gelaufen, welche die Stadtteile Central und Mid-Levels miteinander verbinden. Es ist ein System aus 20 hintereinander gestaffelten Rolltreppen und drei Förderbändern. Also gigantisch. Und zu erwähnen ist, dass diese Rolltreppen immer nur in eine Richtung fahren: morgens runter und abends rauf.

 

dsc00690

 

Ansonsten gibt es hier einige vielversprechend aussehenden Restaurants und Bars. Und Antiquitätenläden. Aber wir sind ja nicht zum Einkaufen her gekommen.
Mir gefällt die Gegend eigentlich ziemlich gut und was mir auffällt ist, dass die Hongkonger bei der Stadtplanung viel Wert auf Abwechslung und Schönheit gelegt haben. Denn es gibt überall wieder kleine grüne Oasen, Palmen, Kunstobjekte, Treppen und vor allem auch viele Rolltreppen. Aber vielleicht liegt das auch am Feng Shui. Ziel dessen ist ja bekanntlich die Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung. Und Hongkong soll nämlich die Stadt mit dem besten Feng Shui sein.

VICTORIA PEAK

Was für jeden Hongkong Besucher ein Muss ist, ist der Victoria Peak. Allein schon die Fahrt mit dem Victoria Peak Tramist äußerst aufregend. Die Standseilbahn hat an der steilsten Stelle eine Steigung von 48%. Man wird also regelrecht in die Sitzbank rein gedrückt, wenn man Glück hat und einen der Sitze ergattern kann. Oben auf dem Berg (oder eher ein Hügel für die Schweizer unter uns) angekommen, gibt es ein paar kurze Wanderwege, die einen an schönen Aussichtspunkten vorbei führen. Wir haben einen der Wege auf uns genommen, aber wir waren glaub auch die einzigen. Die restlichen Leute vergnügen sich wohl lieber in den beiden Shopping-Centern mit Restaurants, Cafés, Madame Tussaud, usw.
Bereits von den Wanderwegen aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Stadt.

Wer aber eine noch bessere Sicht haben möchte, hoch über den Baumwipfeln, für den gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man auf die kostenlose Aussichtsplattform und zum anderen gibt es die noch etwas höhere Plattform Sky Terrace 148, für die man HK$ 40 zahlen muss. Wir haben beides ausprobiert. Und ich muss sagen, ich würde doch eher die kostenpflichtige Variante empfehlen, für nur knapp 5 € / CHF hat man einen viel besseren Blick.

Pam und ich sind der Empfehlung gefolgt, gegen späten Nachmittag auf den Peak zu gehen. So haben wir die Wolkenkratzer bei Tag gesehen und sowohl die Dämmerung, als auch die Lichter bei Nacht miterlebt. Was für eine Aussicht.

 

dsc00812

LADIES MARKET

Der Ladies Market befindet sich in der Nähe der Metro Haltestelle Mong Kok (Tung Choi Street). Wir wollten allein schon wegen dem Namen da hin: Mong Kok! Der Markt ist aber auch ganz interessant. Es geht wild zu und es gibt alles Mögliche was das Herz begehrt: von Portemonnaies, Taschen, Rucksäcke über Kleider, Hüte und Schmuck, bis hin zu Spielzeug und Elektronik. Wir schauen uns ein paar Sachen an und handeln ein bisschen. Aber mehr zum Spaß. Man sollte den Preis hier anfangs bis zu 70% runter handeln, dann ist man gut im Geschäft. Und falls man bei einem Stand nicht erfolgreich ist, geht man einfach zum nächsten. Die haben ja sowieso meist die gleichen gefälschten Produkte, wie z.B. schöne MIA MIA Taschen.

Direkt neben dem Ladies Market, liegt die Sneaker Street – so wird die Fa Yuen Street auch noch genannt. Pam, der Sneaker-Fanatiker, wollte da natürlich auch noch hin. Schuhläden, so weit das Auge reicht. Das Paradies sozusagen. Hier gibt es wirklich alles. Und jeder Schuh ist einzeln in Klarsichtfolie eingepackt, sodass er auch wirklich neu bleibt, bis zum Kauf. Reizüberflutung pur, aber wir bleiben vernünftig – ganz nach dem Prinzip: nur schauen, nicht anfassen.

HARBOUR FRONT

Gegen Abend haben wir genug Kleider und Schuhe gesehen und nehmen die Metro zurück zur Harbourfront. Dieses Mal kostet die Fahrt sogar nur HK$ 5.50, also nicht mal 1 € / CHF, da wir innerhalb von Kowloon bleiben. Die Harbourfront empfiehlt sich zu jeder Tages- und Nachtzeit, jedoch wollten wir nochmal das gleiche Spektakel beobachten, wie gestern. Es war definitiv nicht weniger beeindruckend. In der Kowloon Bay ist immer viel los. Kleine und große Schiffe kreuzen sich und auf einmal fährt dann auch ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor unserer Nase durch. Sogar Drachenboote sehen wir – wenn auch nur die Touristen-Versionen davon. Wir knipsen wild drauf los und setzen uns danach einfach mal einen Moment hin, um die Stimmung und das wilde Treiben zu genießen.

KOWLOON PARK

Mehr geht immer – da wir sonst schon über 10 km gelaufen sind, marschieren wir auch durch den nahe gelegenen Kowloon Park. Ich bin überrascht, es ist wie eine Oase, mitten in der Großstadt. Und ich frage mich, ob das Vogelgezwitscher wohl echt ist oder aus dem Lautsprecher kommt. Ich denke mal, es ist echt, denn ich will mir die Illusion auf keinen Fall verderben. Außerdem gibt es in dem Park auch noch viele andere Tiere. Wir sehen kleine und große Schildkröten, Pelikane, Schwäne und verschiedenste Vögel. Davon singt bestimmt auch der eine oder andere.
Wie es in China so üblich ist, kann man auch hier die Einheimischen bei Kung Fu oder an den öffentlichen Fitnessgeräten beobachten. Selber haben wir uns da aber nicht ran getraut.

 

dsc01334

 

Die Zeit vergeht in der Natur bekanntlich wie im Flug. Deshalb ist’s dann auch schon wieder Zeit, die Rucksäcke im Hostel abzuholen und uns auf den Weg zur Bushaltestelle zu machen. Wir nehmen wie schon auf dem Hinweg (siehe unseren Blogpost zur Anreise) den A21 Cityflyer Bus, der uns direkt zum Flughafen bringt. Schön war’s Hongkong, wir kommen wieder. Bis dahin: xiè xiè.


 

Danke für Euren Gastbeitrag, Pam & Angi vom Blog „pamgi on tour“!

Besuch sie auf Ihrem ReiseBlog!

The following two tabs change content below.

Gastautor

Auf ReiseFreaks ReiseBlog berichten Gastautoren regelmäßig von ihren Reisen weltweit. Willst Du auch Gastautor werden und hast Du schon einen attraktiven Reisebericht im WWW, kann dieser Google-konform mit wenig Aufwand auf ReiseFreaks ReiseBlog einer völlig neuen Leserschaft vorgestellt werden. Schreib einfach an http://ReiseFreak.de/mail zur Kontaktaufnahme.
Kurz-URL für diesen Beitrag:

Kurzlink zum Anklicken: https://goo.gl/DeiEuC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Mehr in ReiseBerichte
Südafrika: Von Kapstadt bis zur Garden Route

Südafrika 2015: Von Kapstadt nach Mossel Bay - Einstieg in die Garden Route   Als Reiseroute von der Region Kapstadt...

Vorsicht! Fallende Kokosnuss. Von einem, der sie überlebt hat

Careful ! Falling coconuts Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden, beträgt nur eins zu zehn Millionen. Und in...

Schließen