Botswana: Chobe Nationalpark – Alle Tipps zur Riverfront

Mathias von weltweit-daheim.de war in Botswana, im Chobe Nationalpark. Hier sein Gastbeitrag:

Mit über 40.000 Elefanten und weiter über 100.000 Wildtieren insgesamt ist der Chobe Nationalpark in Botsuana einer der wildreichsten Nationalparks ganz Afrikas.

[Das Erlebnis]

Der Chobe Nationalpark zählt für mich zu den schönsten Nationalparks im südlichen Afrika. Er ist nicht eingezäunt wie z. B. der Kruger Park in Südafrika, weshalb sich die Tiere wirklich frei bewegen können. Das ist Wildnis mit der absoluten Garantie auf Wildlife!

Aufgrund der großen Tierpopulation kann man die Wildtiere auch außerhalb des Parks beobachten – zum Beispiel im angrenzenden Ort Kasane. Da ich viele Monate in Kasane verbracht habe und oft im Chobe NP war, kommt hier meine Zusammenfassung. Infos über Kasane und Umgebung gibt’s übrigens in meinem Blog „Kasane – Elefantenstadt“.

 

 

[Die Sektionen]

Der Nationalpark ist in 4 Sektionen unterteilt:

  • Riverfront im Norden, welche ich hier vorstelle
  • Savuti im Süden/Zentral: auf der Durchfahrt von/nach Maun bzw. Moremi Nationalpark
  • Linyanti im Nordwesten, Sumpflandschaft, soll sehr schön sein aber nicht mehr so häufig besucht wie die oberen Sektionen
  • und die von Touristen nahezu unberührte Sektion Nogatsaa im Osten

 

 

[Tierreichtum an der Riverfront]

Der Chobe NP ist für seine extrem große Elefantenpopulation bekannt und das trifft in besonderem Maße auf die Riverfront am Chobe River zu. Da der Fluß ganzjährig genügend Wasser führt ist hier die Tierpopulation ständig sehr hoch.

Es ist quasi unmöglich keine Tiere zu sehen und das trifft besonders auf Elefanten zu. Deren Bestand ist für die Größe des Parks eigentlich deutlich zu groß. Aufgrund der perfekten Lebensbedingungen (ständig Wasser & Botsuana geht rigoros gegen Wilderer vor) vermehren sich die Riesen ohne Ende.

Auf meinen Fahrten an der Riverfront hatte ich ständig Elefanten-Rush-Hour und einmal musste ich trotz langem Warten umdrehen weil eine Herde nach der anderen an den Chobe River zum Trinken gekommen ist. Das coole dran war: Durch diesen Zwangsumweg habe ich eine Löwin entdeckt die zum Spaß ein Warzenschwein gejagt hat. Apropos Löwen: …

 

Elefantenfamilie im Chobe Nationalpark

 

[Beste Spots für Löwen]

Die Riverfront ist ebenfalls einer der sichersten Orte um Löwen zu sichten. Die besten Strecken/Orte um Löwen zu sehen waren für mich:

  • die untere Piste zwischen dem Serondela Picnic Site und dem Ihaha Campsite
  • die obere Piste nach dem Serondela Picnic Site Richtung Ihaha
  • im Sedudu Valley (wenn man nach dem Sedudu Gate nicht rechts runter Richtung Fluss abbiegt sondern geradeaus weiterfährt)

 

chobe-loewe0

 

[Weitere Tierarten]

Durchaus zu erwarten sind große Büffelherden, viele Giraffen, Flusspferde, Impalas, Paviane, Zebras, Wasserböcke, Kudus. Häufig habe ich Schakale gesehen. Aufgrund der Flussnähe sieht man oft Krokodile und Adler. Und bitte nicht die armen Mistkäfer beim Rollen ihrer Mistkugeln überfahren!

 

[Spots]

Im Park verteilt gibt es verschiedene sogenannte „Stretch Points“ an denen man den Wagen verlassen kann. Am Häufigsten benutzt wird der Serondela Picnic Site. Dort gibt es auch Toiletten. Achtung vor den Pavianen: Wer nicht aufpasst bekommt sein Essen geklaut! Um Serondela herum findet man noch Überreste der früheren Siedlung am Fluss.

Die künstlichen Wasserlöcher lohnt es sich ebenfalls zu besuchen wenn man Zeit hat. Einfach mal Auto im Schatten stehen lassen und warten was kommt: Elefanten, Antilopen … und Löwen die auf Beute lauern!

Ein Tipp: Fragt sowohl am Parkeingang als auch besonders im Park wenn ihr Safari-Autos vorbei fahren seht, wo heute bereits Löwen gesichtet wurden. Diese Tipps haben bei mir in den meisten Fällen gestimmt.

 

[Insider #1]

Wenn du dir die Parkgebühr mal sparen willst und nicht so viel Zeit hast, dann lohnt es sich die asphaltierte Hauptverkehrsstraße von Kasane bis kurz vor der namibischen Grenze bei Ngoma zu befahren. Diese kann man benutzen ohne Gebühren zu bezahlen; man muss sich nur am Schlagbaum in einem Buch ein- und wieder austragen.

Die Straße führt direkt durch den Nationalpark und deshalb begegnet man auf der Fahrt eigentlich immer Wildtieren. Also vorsichtig fahren! Auf meinen Fahrten habe ich so immer Elefanten gesehen, dazu auch Gnus, Zebras, Impala und auch die seltene Rappenantilope!

 

 

[Insider #2]

Ebenfalls ne coole kleine Safari ohne Gebühr ist folgende simple Strecke:

Von deiner Unterkunft am Fluss in Kasane den Berg rauf auf die Hauptverkehrsstraße fahren – dann nach links abbiegen – der Straße den Hügel hinunten folgen und geradeaus den Blick über Chobe und Sambesi auf Sambia genießen – rechter Hand die Marabus und Paviane auf der Müllhalde bestaunen – den Rechtsknick der Hauptstraße folgen und einfach immer weiter bis nach Kazungula fahren.

Unterwegs sieht man fast immer Tiere: Paviane, Impala, Elefanten, Marabus, Kudus, Büffel. – Einmal konnte ich auf der Strecke zwischen Kasane und Kazungula einen richtigen Elefantenzug mit zig Tieren trompetend über die Straße Richtung Chobe River stürmen sehen. Wahnsinn!

 

 

[Zeiten]

Tageszeit: Aufgrund des Tierreichtums sieht man immer etwas. Gegen mittags in der Hitze vielleicht ein bisschen weniger. Die Safariautos der Lodges fahren meistens zwischen 9-12 Uhr und 15-18 Uhr im Park. Bis auf wenige Jahreszeiten stört das nicht. Aber außerhalb der genannten Stunden ist man häufig für sich und kann die Wildnis und Ruhe genießen.

Jahreszeit: Ganzjährig möglich, jedoch während der südafrikanischen Ferien vor allem um den Jahreswechsel herum eher voller – wenn auch nicht überfüllt. Zwischen November und Januar kann der Boden durch Regenfälle schwerer passierbar sein. Deshalb ist immer ein Allradfahrzeug nötig. In den restlichen Monaten ist die Vegetation nicht so üppig und Tierbeobachtungen besser möglich. Mit tieferen Sandpassagen ist eher um September bis zu den ersten Regenfällen zu rechnen.

 

[Routen]

Eigentlich, vielleicht, manchmal, vielleicht auch nicht, keiner weiß es wirklich gibt es eine gewisse Routen-Vorschrift mit Einbahnstraßen-Regelung: Nach dem Sedudu-Gate gleich nach rechts runter und dann bis zum Serondela Picnic Site immer irgendwie mit Abstechern eher am Fluss bleiben.

Von Serondela entweder weiter Richtung Ihaha (normalerweise keine Einbahnstraßen-Regelung) … oder über die obere Straße wieder zurück zum Sedudu Gate … oder Richtung Süden mehr oder weniger gerade aus den Hügel hinauf Richtung Asphaltstraße. Im oberen Bereich des Parks ist es sehr waldig und Tiere nur schwer auszumachen.

KOMPLIZIERT? WIE AUCH IMMER: Die Routenführung ist nicht wirklich beschrieben. Mach‘ dir bloß keinen Kopf! Und falls du dich doch mal auf der „falschen“ Richtung befinden solltest, dann könnte es eventuell sein dass ein Ranger die freundlich darauf aufmerksam macht. Die sind aber alle echt nett und hilfsbereit.

 

 

[Anfahrt]

  • Sedudu Gate: Das offizielle Gate kurz nach Kasane. – Für diejenigen die von Kasane aus auf Pirsch gehen wollen.
  • Ngoma Gate: Das Gate befindet sich gleich hinter dem Schlagbaum der Asphaltstraße. – Für diejenigen die vom Caprivi oder von Moremi/Savuti kommen und die Fahrt nach Kasane am Flussufer genießen wollen. Wer nicht viel Zeit hat: Einfach die Asphaltstraße nehmen, denn (siehe oben) dort gibt’s auch viele Tiere zu sehen.
  • Chobe Gate: Gab es mal in der Nähe der Chobe Safari Lodge, wird aber nicht mehr benutzt (zumindest für Touristen).

 

 

[Safari – Aber wie?]

Sehr gut möglich mit dem eigenen 4×4-Auto. Ja, Allrad ist echt notwendig.

Wer nicht selber fahren möchte, dem bieten viele Hotels und private Unternehmen „Game-Drives“ an, die meistens so drei Stunden dauern. Empfehlenswert ist meiner Erfahrung nach der Operator „Flame of Africa“. Die Agentur befindet sich in Kasane beim SPAR, gegenüber vom Eingang zum PEP.

Ein absolutes Highlight das man echt unbedingt machen muss ist eine Flusssafari. Jede Lodge bietet entweder eigene Touren/Ausflugsboote an bzw. arbeiten mit einem Operator zusammen. Ich war immer mit „Flame of Africa“ auf dem Fluss: Elefanten, Flusspferde, Krokodile so sicher und nah wie sonst nicht möglich!

 

 

[Meine persönliche Buch-Empfehlung]

Folgendes Reisebuch hatte ich auf meinen ersten Reisen in Botswana dabei und kann es nur empfehlen*:

 

 

[Die Fakten]

  Kasane, Botsuana

  Flug nach Kasane oder nach Johannesburg bzw. Windhuk und dann mit Mietwagen weiter

  Eintritt 70 BWP (ca. 6 €) p. P., plus paar wenige Euro für’s Auto; in Kasane bieten viele Lodges und private Unternehmungen Safaris zu Wasser und zu Lande an

  viele Unterkünfte in Kasane, direkt am Park; schönstes Camping und schön für Drinks/Essen: Chobe Safari Lodge. Achtung vor Krokodile und Hippos am Flussufer!

www.botswanatourism.co.bw


Videos aus dem Chobe-Nationalpark auf meinem Youtube-Channel (hier klicken).

 


 

Danke für den ausführlichen Gastbeitrag von Mathias von weltweit-daheim.de!

Apropos Safari:

 
 

Hol Dir gleich das brandneue Ebook "Auf Safari in Südafrika - Neu: Malaria- freie Wildreservate"

7. Auflage 2016: Auf Safari in Südafrika. Neu: Malariafreie Wildreservate
7. Auflage, August 2016: Auf Safari in Südafrika. Neu: Malaria- freie Wildreservate
   
   
  (*) Das Produkt oder die Dienstleistung, mit einem Sternchen bezeichnet, hat werblichen Charakter, kann also als "Anzeige" oder "Werbung" bezeichnet werden. Mehr zum Thema Angebote auf ReiseFreaks ReiseBlog
The following two tabs change content below.

Gastautor

Auf ReiseFreaks ReiseBlog berichten Gastautoren regelmäßig von ihren Reisen weltweit. Willst Du auch Gastautor werden und hast Du schon einen attraktiven Reisebericht im WWW, kann dieser Google-konform mit wenig Aufwand auf ReiseFreaks ReiseBlog einer völlig neuen Leserschaft vorgestellt werden. Schreib einfach an http://ReiseFreak.de/mail zur Kontaktaufnahme.
Kurz-URL für diesen Beitrag:

Kurzlink zum Anklicken: https://goo.gl/FWzFjG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Mehr in ReiseBerichte
Südafrika-Urlaub praktisch: Buchung, Flug, Mietwagen, Bezahlen, Unterkunft

Lohnende Tipps für Deine Reise Reiseplanung leicht gemacht Wie Du mühelos meine Fehler auslässt und stattdessen reibungslos Deinen Urlaub buchst...

Israel. Mach’s wie Jesus: Über dem See Genezareth spazieren

Bin ich Jesus oder was? Das sicher nicht, aber wenn wir schon bei diesem flapsigen Zitat sind: Jesus war zweifelsohne hier....

Schließen